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Geistlicher Impuls No. 24

Kamillusbild aus Georgien
Kamillusbild aus Georgien

Das Geist-volle Leben des hl. Kamillus

Aus der Predigt von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck am 25. Mai 2014 anlässlich des 400. Todestages des hl. Kamillus in St. Kamillus, Essen-Heidhausen

An der Lebensgeschichte des hl. Kamillus wird anschaulich, was es bedeutet, ein Leben aus der Kraft von Gottes Geist zu führen. Drei Perspektiven dieses Geistvollen Lebens möchte ich hervorheben.

Bekehrung und Umkehr

1. Christsein geschieht letztlich immer durch Umkehr und Bekehrung. Wer so sehr auf des Messers Schneide, wie der hl. Kamillus, gelebt und als Landsknecht nicht nur die Welt der Sünde und Schuld, sondern auch der Verfehlungen und Machtversuchung erlebt hat, der braucht eine Bekehrung, um zu einem neuen Lebensweg zu gelangen. Es ist eine Hinkehr zum Lebensgeheimnis Jesu Christi; es ist eine Bekehrung und Hinkehr zur Ausstrahlungskraft Jesu und ein Fasziniertsein vom Glauben als Nachfolge. So ist das Leben des Kamillus, der sich in seinem „Ich“ vom „Du“ Gottes berührt und in das „Wir“ der Kirche gerufen weiß. Sein Leben ist Bekehrung und Umkehr. Es ist ein Leben in einer neuen Beziehung zu Christus, der sich als der Rufende herausstellt und Kamillus als den will, der in Freiheit zu diesem Ruf „Ja“ sagt. Das bezeugt die Dynamik seines Christseins.

Umkehrgeschichte wird Liebesgeschichte

2. In den Erzählungen und Schriften über den hl. Kamillus wird von seinem langen Dienst im Jakobus- und Heilig-Geist-Hospital in Rom berichtet, in dem er Schritt für Schritt eine neue, ganzheitliche Sicht auf den Kranken in seiner Leib-, Seele- und Geisteinheit entwickelt. So lernt er das Ideal des Menschseins auf neue Weise kennen, das in Jesus selbst grundgelegt ist. Es ist ein Menschsein, das sich in Leid und Not zeigt und so seine Ganzheit gewinnt. Das Urbild dieses Menschseins sieht der hl. Kamillus im Gekreuzigten. Den Gekreuzigten als Ideal und als Vor-Bild zu nehmen, das macht sein Leben aus. Hier erhält seine Umkehr- und Bekehrungsgeschichte eine erneute Zuspitzung. Es geht nicht einfach um eine Liebe zum Kreuz der Leidenden, es geht um eine Liebe zum Gekreuzigten, in dem Kamillus das Geheimnis des Kreuzes annimmt. Das ist eine Umkehrgeschichte im Glauben und ein Wechsel der Blickrichtung. Nachfolge als Umkehrgeschichte ist eine Liebesgeschichte zum und mit dem Gekreuzigten, der alle Menschen umarmen will. Aus einer solchen Mitte speist sich die Berufung des hl. Kamillus. Es geht um die Annahme des Leidens, nicht um des Leidens willen, sondern als Durchgang zu einer Verbindung mit Gott aus Liebe.

Bekehrungsgeschichte als Liebe zum Menschen

3. Der hl. Kamillus lernt es, den Kranken in seiner Ganzheitlichkeit zu lieben und anzunehmen und darin das direkte Ziel seiner Liebe zu betrachten, das identisch ist mit seiner Gottesliebe. Hier wird das Evangelium vom Barmherzigen Samariter anschaulich, in welchem Jesus uns lehrt, sich nicht aus einem von oben nach unten begriffenen Mitleid den Kranken und Leidenden zuzuwenden, sondern sich vom Leidenden her zu fragen, was dieser denn zum Heil braucht. So geht uns der Blick für das Geheimnis des Menschseins im Leiden auf, so auch eine Liebe zu den Kranken, die eine Liebe bis ins Äußerste ist. Nicht umsonst haben die Zeitgenossen den hl. Kamillus und die ersten Kamillianer so sehr geschätzt, weil sie den Sterbenden und damit denen nahe waren, die für viele zu den am Rande Liegenden gehörten. So ist auch das besondere Ordensgelübde der Liebe zum Kranken und der Ausübung des Krankendienstes auch unter Lebensgefahr zu begreifen. Die Bekehrungsgeschichte zum Kranken zeigt seine Liebe zum Menschen. Dies aber ist eine Identitätsgeschichte. Weil der Kranke das direkte Ziel seiner Liebe ist, erkennt er in dieser Liebe Gott selbst, damit seine Nachfolge und damit seinen Weg im Glauben. Das Herz des Kamillus schlägt für Christus, den Gekreuzigten, und somit für die Kranken; es schlägt für die Kranken und somit für Christus, den Gekreuzigten. Das können wir am hl. Kamillus sehen und auch für uns, und zwar mit großer Dankbarkeit für sein Lebensbeispiel, um selber Menschen einer Herzensbildung im Glauben zu werden, in der heute notwendigen Form der Umkehr, der Liebe zum Gekreuzigten und des Lebens mit den Notleidenden. Das ist Christsein. So wird die Kirche lebendig, so berührt sie Menschen und führt uns in die Tiefe unsers Glaubens als Nachfolge.

© Kamillianer 2018

© Kamillianer 2018 - [Stand: 05.03.2018]     zurück     nach oben