Kamillianer

zur Themenübersicht ]  - zurück -  [ Kontaktseite ] [ Missionswerk ]  -  [ Mission weltweit ]  -  [ Missionsprojekte ]  -  [ Gesundheitsdienst ]

„Heilt die Kranken ..."
Weltweit im Dienst an der Gesundheit

„Heilt die Kranken und verkündet das Evangelium!" Dieser Auftrag Jesu hat Geschichte gemacht. Vor 400 Jahren gründete Kamillus von Lellis den Krankenpflegeorden der Kamillianer. Die Verbindung von Krankenpflege und Seelsorge, das heißt der ganzheitliche Dienst an den Kranken wurde zum Kennzeichen des Ordens. 1946, unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, haben die Kamillianer einen neuen Schwerpunkt gesetzt: der Dienst an den Armen und Kranken in der Dritten Welt.

Medellin in Kolumbien.Pater Zefferino Montin in Medellin in Kolumbien.
Überall auf der Welt nehmen sich die Kamillianer der armen und meist unterernährten Kinder an –
wie hier Pater Zefferino Montin in Medellin in Kolumbien.
 

Gesundheit - nur für die Reichen?

Am 14. Oktober 1971 wurde das Missionswerk der Kamillianer Österreichs gegründet. Gründer und erster Leiter war der Gesundheits-Experte Pater Dr. Peter Bolech (1923-1984). Sein Nachfolger in der Leitung des Missionswerks ist seit 1986 Pater Leonhard Gregotsch.

Pater Dr. Peter Bolech (1923-1984)
Pater Dr. Peter Bolech (1923-1984),
Gründer des Missionswerks.
 

Die Gründung des Missionswerks der Kamillianer war eine Frucht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Mit den Worten: Die ganze Kirche ist missionarisch, hatte das Konzil den Missionsauftrag Jesu in den Mittelpunkt gestellt und alle Christen zur Missionsaufgabe aufgerufen.

So ging es auch dem Missionswerk der Kamillianer zunächst um die Wahrnehmung weltkirchlicher Verantwortung und die Stärkung des missionarischen Bewußtseins in Österreich. Als nicht weniger wichtig erwies sich bald die wirtschaftliche Unterstützung der vielen Gesundheitseinrichtungen des Ordens. Die Kamillianer arbeiten weltweit als Pioniere im Gesundheitswesen: in afrikanischen Ländern wie Madagaskar, Kenia, Tansania, Uganda ebenso wie in Burkina Faso und Benin. In Asien sind sie vor allem in Taiwan, Indien, Thailand und auf den Philippinen tätig. Neue Aufgaben zeichnen sich in Laos, China und Vietnam ab. Schwerpunktländer des Ordens in Lateinamerika sind Brasilien, Kolumbien, Peru und seit ein paar Jahren auch Mexiko und Haiti. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1989 hat sich die Arbeit des Ordens auch auf Osteuropa (Ungarn, Rumänien, Slowakei, Ukraine) sowie die Kaukasusländer Armenien und Georgien ausgeweitet.

In all diesen Ländern sind die meisten Menschen so arm, daß sie weder Medikamente noch medizinische Leistungen bezahlen können. Darf Gesundheit jedoch nur für die dasein, die es sich leisten können? - Für die Kamillianer ist das eine große Herausforderung.

Gesichter der Not

Nicht weniger wichtig als die wirtschaftliche Unterstützung ist die Öffentlichkeitsarbeit. Geht es doch darum, auf die oft versteckte Not der Armen und Kranken in den Ländern des Südens aufmerksam zu machen und Menschen auf der Schattenseite des Lebens beizustehen. Wie kann man helfen? Viermal im Jahr erscheinen die Missionsnachrichten der Kamillianer: „Ihr seid meine Freunde!" Jede Ausgabe stellt ein bestimmtes Projekt vor. Themen der letzten Zeit waren: Straßenkinder in der Ukraine, Sozialarbeit in einem Elendsviertel in Rio de Janeiro, Hilfe für Aidswaisen in Kenia oder für Schulkinder in Georgien, die Unterstützung alter und hilfsbedürftiger Menschen in Thailand. Die Not kennt keine Grenzen.

die Missionsnachrichten der Kamillianer in Österreich So sehen die regelmäßig erscheinenden Missionsnachrichten aus.
 

Die Sorge für die Leprakranken

In seiner Geschichte hat sich der Kamillianerorden vor allem in der Sorge um die Pestkranken hervorgetan. Als die Pest besiegt war, wurde der Kampf gegen die Lepra aufgenommen. Heute ist „Aussatz" noch immer in 24 Ländern der Welt eine starke Bedrohung. Bis zu zwölf Millionen Menschen in der Welt leiden an dieser längst heilbaren Krankheit. Täglich kommen bis zu 4.000 Neuerkrankungen hinzu. 1972 hatte der bekannte Journalist Hugo Portisch in der Zeitung „Kurier" einen drängenden Hilferuf für das Kamillianer-Lepradorf Khokwat in Thailand geschrieben. Seitdem ist die Leprahilfe ein Schwerpunkt in der Arbeit der Kamillianer in Österreich. Der für diesen Zweck gegründete Gesundheitsdienst der Kamillianer stellt anläßlich des Weltlepratags (immer der letzte Sonntag im Monat Jänner) in einer Zeitungsaktion ein Hilfsprojekt für leprakranke Menschen vor. Tages- und Wochenzeitungen und bisweilen auch Rundfunk und Fernsehen machen das Projekt in allen Bundesländern bekannt und werben um Spenden.

Mit den Geldern konnten in den letzten Jahren Lepradörfer in Thailand, Laos, Südkorea, Madagaskar, Benin, Burkina Faso sowie unsere Leprahilfe in China mit Medikamenten, medizinischen Geräten und Ausbauförderungen unterstützt werden. Andere Aktionen galten der ambulanten Leprahilfe am brasilianischen Amazonas und in Südindien. Sicher sind die großen Erfolge in der Leprabekämpfung ein Stück weit auch das Verdienst der österreichischen Bevölkerung, die mit großzügigen Spenden die Leprahilfe der Kamillianer seit Jahrzehnten unterstützt hat.

Aidsheim im Kloster - Peru
Das Aidsheim im Kloster: Die Kamillianer in Lima in Peru haben ihr Haus für aidskranke Frauen und ihre Kinder geöffnet.
 

Aids – die neue Seuche

So groß die Erfolge in der Leprabekämpfung auch sind, so verheerend ist heute die Bedrohung durch Aids. Weltweit sind 40 Millionen Menschen infiziert: Männer und Frauen in den besten Jahren, junge Menschen und oft auch schon Kleinkinder und Säuglinge. Generationen von Eltern sind der Seuche bereits zum Opfer gefallen. Zurück bleibt ein Heer von Aids-Waisen, 15 Millionen sind es nach jüngsten Schätzungen, Kinder ohne Schule und Ausbildung, die auf der Straße leben. Ihnen gilt die besondere Sorge der Kamillianer. Der Orden hat Aidszentren unter anderem in Burkina Faso, Uganda, Thailand und Peru eingerichtet. Hier wie an vielen anderen Brennpunkten der Not haben die Kamillianer den Kampf gegen Aids aufgenommen.

Der Ernstfall

Die beste Hilfe, die man geben kann, ist es, Ordensmitglieder, Ärzte oder Pflegekräfte zur Mitarbeit an Hilfsprojekten in notleidenden Ländern zu gewinnen. Voraussetzung für den, der sich auf die körperlich anstrengende Arbeit in einem tropischen Entwicklungsland, bei Leprakranken oder in den Slums einer Millionenstadt vorbereitet, ist eine gute Ausbildung. Sie wird vom Missionswerk gefördert.

Container mit Hilfsgütern
Für die übersandten Hilfsgüter bieten Container einen
sicheren Schutz, wie hier bei den Kamillianern
in Burkina Faso in Afrika.
 

Ausgesandt wurden 1987 Kamillianerpater Engelbert Gruber aus Großraming in Oberösterreich als Krankenseelsorger nach Madagaskar. 1988 folgte Pater Josef Angerer, ebenfalls aus Oberösterreich, der als Krankenseelsorger nach Peru ging. Und schließlich arbeiteten seit 1991 die beiden Krankenpfleger Elisabeth und Enzo Caruso aus Wien als Krankenpfleger in Lepradörfer in Benin und in Madagaskar. Aus Alters- und Krankheitsgründen haben diese vom Missionswerk der Kamillianer vorbereiteten und finanzierten Einsätze inzwischen ein Ende gefunden. Jetzt geht der Dienst an den Armen und Kranken verstärkt mit Hilfe einheimischer Fachkräfte weiter. Und so soll es nach dem Willen des Ordensgründers Kamillus ja auch sein.

Die dritte Welt vor der Haustür

Die „Öffnung" Osteuropas 1989 hat gezeigt, wie tief sich Armut, Not und Krankheit in diese Länder eingegraben haben. Von dem 1996 in Ostungarn gegründeten Kamillianerkloster Nyiregyháza geht eine umfassende Sozialarbeit aus. Das Missionswerk fördert den Aufbau des Gesundheitswesens und der Krankenseelsorge in Ungarn, in der Westukraine, in der Slowakei, in Rumänien und auch in Bulgarien.
Hilfsgüter für Sozialarbeit in Ostungarn
Das Kamillianerkloster in Ostungarn ist ein Zentrum umfassender Sozialarbeit. Hier inmitten von Bergen von Hilfsgütern Schwester Mathilde Weidinger.
 
Die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung entspricht hier nur allzu oft dem Stand eines Dritte-Welt-Landes. Lebensbedrohliche Krankheiten wie Tuberkulose, Masern und Aids breiten sich immer mehr aus. Notwendige Medikamente, Spritzen und Verbandmaterial muß sich der Kranke selbst organisieren. Und oft auch die Verpflegung. Sarkastisch formulierte ein Arzt aus der Ukraine: „Die Patienten hier im Krankenhaus sterben nicht an ihren Krankheiten, sondern am Hunger." Für die Kamillianer eine neue Chance für ihren Dienst an den Kranken und Leidenden.

Weltweite Solidarität

Immer mehr Menschen in Österreich machen das Leid der Armen und Kranken zu ihrem persönlichen Anliegen. So konnte das Missionswerk der Kamillianer im Jahr 2003 fast 480.000 Euro an Partner in Osteuropa und in den Ländern des Südens weitergeben - ein großer Beitrag für Heil und Heilung in der Welt! Und zum Frieden: Wenn immer mehr Menschen der Armut entkommen, genug zu essen und Zugang zu sauberem Trinkwasser haben oder von einem so bitteren Schicksal wie der Lepra befreit werden, steigt mit der Lebenserwartung auch die Lebensqualität. Entwicklung, so Papst Paul VI., ist ein neuer Name für Frieden.

Missionsverantwortlichen des Ordens im Kamillianerkloster Wien
Regelmäßig werden Hilfsprojekte zwischen den
Missionsverantwortlichen des Ordens abgesprochen –
wie hier im Kamillianerkloster Wien.
 

Zugute kommt der Arbeit des Missionswerks, daß die Partner des Ordensleute sind, die aus christlicher Verantwortung heraus das Leben mit den Armen teilen. Sie kennen die Sorgen der Menschen und wissen die besten Wege zu helfen. Dank der Unterstützung durch die Ordensstrukturen kann das Missionswerk auch den Verwaltungsaufwand denkbar niedrig halten. Jeder Cent und jeder Euro zählen und erreichen ihr Ziel - als wichtiger Beitrag zu Heil und Heilung in der Welt, wie es das Evangelium jedem Christen nahelegt.

Anschrift des Missionswerks der Kamillianer:
Versorgungsheimstraße 72, 1130 Wien,
Tel. 01 / 804 61 41-36, Fax 01 / 804 61 41-30,
E-Mail: missionswerk@kamillianer.at.

Leitung: Pater Leonhard Gregotsch.

Informationsorgan: „Ihr seid meine Freunde!"
Missionsnachrichten der Kamillianer"
(viermal jährlich).


zur Themenübersicht ]  - zurück -  [ Kontaktseite ] [ Missionswerk ]  -  [ Mission weltweit ]  -  [ Missionsprojekte ]  -  [ Gesundheitsdienst ]

© Kamillianer 2011 - 07.04.2005 [Stand: 25.04.2011]     zurück     nach oben