Kamillianer

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Lepraprojekt 2009

„... ausgesetzt. Lepra in Thailand -
Kamillianer helfen leben”


Noch immer leben 50 alte geheilte Leprakranke im Kamillianer-Lepradorf Khokwhat in Thailand.


Das Vorhaben war gut gemeint, aber doch irgendwie verhängnisvoll: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte sich vorgenommen, die Lepra bis zum Jahr 2000 auszurotten. Lepra ist heute längst heilbar. Tatsächlich ist Lepra heute in vielen Ländern besiegt und die große Kraftanstrengung, an der auch die Kamillianer nicht unbeteiligt sind, hat sich gelohnt. Die Kehrseite ist, dass sich auch „fortschrittliche“ Schwellenländer und Drittweltstaaten als frei von dieser „mittelalterlichen“ Krankheit erklärt haben, wo das durchaus nicht der Fall ist. Noch immer gibt es weltweit zwölf Millionen Leprakranke und jede Minute kommt auch nach Schätzung der WHO ein neuer Fall hinzu. Solange aber noch immer Menschen in Armut und Hunger leben müssen und kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben, wird es auch Lepra geben. Auch das soziale Stigma ist bei weitem noch nicht überwunden. Die geheilten Leprakranken behalten ihre Wunden und werden nach wie vor von der Gesellschaft aus Angst vor Ansteckung ausgeschlossen. Dennoch, der Kampf gegen die Lepra, der seit der Einführung des Weltlepratags 1954 durch den Journalisten Raoul Follereau beharrlich geführt wurde, ist eine Erfolgsgeschichte.

Zum Beispiel Khokwhat in Thailand

1965 haben die Kamillianer mit großer Hilfe aus Österreich im thailändischen Khokwhat, hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Bangkok, ein Lepradorf gegründet. Ca. 160 Leprakranke lebten dort mit ihren Familien in dreißig kleinen Häusern. Gegen Lohn arbeiteten sie soweit möglich in der Landwirtschaft, in der Küche oder auch in der Krankenpflege. Zugleich wurden noch einmal soviel Leprakranke von außerhalb ambulant betreut und mit den notwendigen Medikamenten versorgt. Das Spital in Khokwhat hat noch immer einen guten Ruf. Angeboten wurden auch verschiedene Berufsausbildungen. Freilich, auch wenn die Leprakrankheit geheilt war, die Behinderungen an Händen, Fingern oder Füßen bleiben als unübersehbares Kainsmal erhalten.


Mit viel Liebe werden die verstümmelten Gliedmaßen verbunden.

Dank moderner Medikamente (Kombinationstherapie) hat die Leprabehandlung in den letzten Jahrzehnten so große Fortschritte gemacht, dass die Leprakranken nach ihrer Heilung bald wieder in ihr Heimatdorf und in ihre Familie zurückkehren können. So verlor Khokwhat nach und nach seine Bewohner. Zurückgeblieben sind die, die kein Zuhause mehr hatten oder die wegen ihrer versehrten Glieder keinen Platz mehr in der Gesellschaft fanden. Heute zählt Khokwhat noch etwa 50 ehemalige Leprakranke, von denen die meisten schon weit über sechzig sind. Außerdem leben im Dorf ungefähr 20 weitere Personen, sozusagen ohne Papiere. Für sie ist es unmöglich wegzugehen und sich ein neues Zuhause zu suchen.


Pater Ermenegildo Calderaro ist nicht nur der verantwortliche Chef, sondern die Seele des ganzen Lepradorfs.

Vertreibung aus dem Lepradorf?

Offiziell hat auch Thailand erklärt, dass es keine Lepra mehr gibt, und jede mit Lepra befasste Einrichtung musste schließen. So nennt sich das alte Lepradorf Khokwhat heute „Sozialzentrum St. Kamillus“. Als Heim für alte, kranke und alleinstehende Menschen antwortet es auf eine mittlerweile auch in Thailand dringenden sozialen Notstand. Doch die fünfzig ehemaligen Leprakranken sind noch immer da – und werden von den neuen Bewohnern, die jetzt das Dorf füllen, massiv abgelehnt. Auch wenn keinerlei Ansteckungsgefahr besteht, der Anblick eines entstellten Gesichts oder deformierter Füße oder von Händen, die keine Finger mehr haben, wäre sicher auch in Österreich auf Dauer nur schwer erträglich. Ganz zu schweigen von der gemeinsamen Benutzung der Aufenthaltsräume, der Küche und der sanitären Einrichtungen. Nach den Vorgaben der Provinzverwaltung müssen nun auch im neuen Sozialzentrum St. Kamillus die ehemaligen Leprakranken räumlich von den anderen Bewohnern getrennt werden. Doch sollen diese alten Menschen, die niemand haben will, ausgerechnet aus dem Dorf, das für sie oft seit Jahrzehnten Heimat ist, vertrieben werden?


Auch die angehenden Kamillianer sind in die Betreuung der Leprakranken eingebunden.

Ein Haus für die Leprakranken

Die Kamillianer wollen nicht aufgeben. Die alten Häuschen des Dorfes stehen nach über vierzig Jahren ohnehin kurz vor dem Verfall und auch die sanitären Anlagen und die Kücheneinrichtung haben ausgedient und entsprechen nicht mehr den Erfordernissen moderner Hygiene. So haben die Kamillianer allen Mut zusammengenommen und einen befreundeten Architekten gebeten, einen Plan für ein neues Gebäude für die Leprakranken auszuarbeiten. Mit deren Alter steigt auch ihre Pflegebedürftigkeit. Das Rollstuhl-gerechte und barrierefreie neue Heim soll schließlich auch die Arbeit des Pflegepersonals erleichtern. Und wenn einmal der letzte leprakranke Dorfbewohner gestorben ist, wird das Haus dann anderen hilfsbedürftigen alten Menschen zur Verfügung stehen. Einschließlich der Schwesternstation und einer einfachen Inneneinrichtung betragen die Baukosten umgerechnet 207.000 Euro. Nur ein kleines Problem gibt es: Die Kamillianer in Thailand haben kaum das Geld für den Neubau. Und es gibt auch nur wenige großzügige Menschen, die für alte, ehemals Leprakranke etwas übrig haben. Deshalb wenden sich die Kamillianer an die Menschen in Österreich, die von Anfang an immer wieder das Lepradorf Khokwhat bereitwillig und großzügig unterstützt haben. Es wäre eine große Freude und eine noch größere Hilfe, wenn einige Bausteine von Österreich aus finanziert werden können. Bitte, helfen Sie mit!


Mobilisation und Rehabilitation – zwei Zauberwörter bei der Behandlung von Leprakranken.

Kamillianer helfen leben

Noch immer gibt es weltweit zwölf Millionen Leprakranke. Ihr Leid ist unermesslich. Kinder leprakranker Eltern dürfen nicht zur Schule gehen. Geheilte Leprakranke bleiben weiter aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Mit viel Erfolg kämpfen die Kamillianer seit Jahrzehnten gegen die Lepra. Zum Beispiel in Madagaskar, Brasilien, Indien, China und Thailand. Tausende Leprakranke konnten in ein menschenwürdiges Leben zurückkehren. Doch Tausende warten noch immer. Zum Beispiel in Thailand. Wir bitten Sie um Hilfe für:

  1. Medikamente und Verbandmaterial. Die Heilung eines Leprakranken kostet bis zu 150 €. Jeder Euro trägt zur Heilung bei.
  2. Prothesen und Heilmittel. Viele Leprakranke haben Hände oder Füße verloren. Vielleicht hilft ein Rollstuhl. Ein Rollstuhl kostet bis zu 360 €.
  3. Ein Baustein für das neue Altenheim im Kamillianer-Lepradorf Khokwat von 25 €.
    Gesamtkosten: 207.000 €.

25. Jänner 2009: Weltlepratag. Medikamente heilen. Wir können helfen. Bitte, geben Sie mit Ihrer Spende leprakranken Menschen eine Chance!



Kontoverbindung:
Gesundheitsdienst der Kamillianer Österreichs

PSK Wien 2482.200, BLZ 60000
IBAN: AT37 6000 0000 0248 2200
BIC: OPSKATWW

Raiffeisenbank Wien, Nr. 2.317.352, BLZ 32000
IBAN: AT95 3200 0000 0231 7352
BIC: RLNWATWW

„Kennwort Lepra“

 

Er hat in Kamillianer-Lepradorf einen guten Platz zum Leben
und auch einmal zum Sterben gefunden.
 
 

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© Kamillianer 2009 [Stand: 10.01.2009]css