Kamillianer

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Lepraprojekt 2008

„... ausgesetzt. Lepra in China -
Kamillianer helfen leben”

Leprakranker
Weltlepratag am 27. Jänner 2008.
300.000 Leprakranke gibt es in China.
Die Kamillianer helfen.

Noch immer ist Lepra eine nicht überwundene und besiegte Krankheit. Zu den zwölf Millionen Leprakranken weltweit kommt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO jede Minute ein neuer Fall hinzu. In Indien, in Thailand, in Madagaskar und China. Besonders betroffen sind Kinder. Zudem haben viele Leprakranke so schlimme Behinderungen, dass sie für ihr ganzes Leben gezeichnet sind. Lepra ist heilbar. Doch ihre Ursachen sind in den Ländern, wo 90 Prozent der Leprakranken registriert sind, noch lange nicht behoben: Armut, das Fehlen von sauberem Trinkwasser und schlechte hygienische Verhältnisse. In 90 Ländern der Welt ist Lepra eine Epidemie. So auch in der Provinz Yunnan im Süden Chinas.

Warum gibt es noch immer Lepra?

Spricht man von Lepra, glaubt man sich ins Mittelalter zurückversetzt. Aus Angst vor Ansteckung werden die Patienten noch immer ausgesetzt und isoliert. Dabei ist Lepra mit Hilfe moderner Medikamente heute heilbar. Aber diese Medikamente müssen regelmäßig und konsequent eingenommen werden. Deshalb muss man den Leprakranken davon überzeugen, dass seine Krankheit kein unentrinnbares Schicksal ist und er etwas dagegen tun kann. Denn nicht die tropische Hitze oder hohe Luftfeuchtigkeit sind schuld, wie man früher geglaubt hat, sondern die elenden Lebensbedingungen, verbunden mit mangelnder Bildung. Diese Faktoren verhindern nur allzu oft eine wirksame Prävention gegen die Lepra. Hinzu kommt: Jahrhunderte lang wurden die leprakranken Männer und Frauen ausgegrenzt und haben sich auch selber ausgegrenzt. Die Kranken zu heilen und ihnen zu zeigen, wie man sich vor Ansteckung schützen kann und die Kommunikation mit der Gesellschaft im Sinne einer Resozialisierung zu fördern, sind deshalb Initiativen von höchstem humanitärem Wert.


In einem Lepradorf in der chinesischen Provinz Yunnan. Der Stolz der leprakranken Eltern sind ihre gesunden Kinder.

Lepra - in China ein unlösbares Problem?


Von der Lepra schwer gezeichnet. Einer von zwölf Millionen Leprakranken weltweit.
 

In den Bergen im Nordwesten Yunnans gibt es Dörfer, die von allen anderen Siedlungen total abgeschottet sind. Sie sind nur zu Fuß oder zu Pferde erreichbar; andere Verkehrsverbindungen gibt es nicht. Hier leben die Leprakranken, Kranke und Geheilte, ihre Kinder und Kindeskinder.

Lepra ist in China noch immer stark verbreitet. Allein in der Provinz Yunnan wird ihre Zahl auf 25.000 geschätzt, in ganz China sind es 300.000. Denkt man daran, dass Lepra bei rechtzeitiger Behandlung völlig geheilt oder zumindest gestoppt werden kann, ist diese Zahl bedrückend. Mit Recht bestaunen wir den unglaublichen Fortschritt, den China in den letzten Jahrzehnten gemacht hat und der durch die prestigeträchtigen olympischen Spiele 2008 gekrönt wird. Aber was die Leprakranken angeht, scheinen die Gesundheitsbehörden des Landes nicht in der Lage zu sein, etwas gegen diese völlig menschenunwürdigen Lebensbedingungen zu tun. Und wo es Helfer gibt, sind sie weder für eine medizinische Betreuung noch für die Pflege dieser armen Menschen ausgebildet. Zu groß ist das kulturelle Vorurteil, dass Leprakranke der „Abschaum” der Gesellschaft sind. Tatsächlich beginnen die Behörden angesichts dieser Hilflosigkeit daran zu denken, katholischen Ordensfrauen und -männern die Pflege der Leprakranken zu überlassen.

Die Kamillianer kehren zurück

1952 wurden die Kamillianer aus den Lepradörfern, die sie damals eingerichtet hatten - wie alle ausländischen Ordensleute - von den Kommunisten aus China vertrieben. Jetzt, nach einem halben Jahrhundert, rufen die Gesundheitsbehörden sie wieder in ihre alten Dörfer zurück.

Begonnen hatte das Projekt Shi Zhong mit dem Wiederaufbau einer Volksschule für die Kinder verstorbener Leprakranker, zwei Kilometer vom alten Lepradorf entfernt, eines von vier Lepradörfern im Umkreis von 70 Kilometern. 1996 wurde das Lepradorf „geräumt”, indem man die Kranken mit ihren Familien einfach nach Hause schickte. Viele sind auf dem beschwerlichen Weg gestorben und ihre Kinder sind nach Shi Zhong zurückgekehrt. Der Besuch öffentlicher Schulen war ihnen verwehrt. So drohten sie, Analphabeten zu bleiben, ohne jede Chance, ihr Leben einmal zu verbessern. 1997 haben die Behörden daraufhin in dem verfallenen Ambulatorium eine Schule eingerichtet.


Die Lebensbedingungen im Lepradorf Shi Zhong sind menschenunwürdig.
Die Kamillianer wollen das Dorf neu aufbauen.
 

Bei einem ersten Besuch im März 2003 konnten sich Vertreter des Kamillianerordens, unter ihnen der chinesische Pater Matteo Kao, von dem schrecklichen Zustand der Dörfer und den armseligen Lebensbedingungen der Menschen überzeugen. Damals besuchten die Schule 28 Kinder von Leprosen, die aus entfernteren Lepradörfern hierher umgesiedelt wurden. Weitere 42 Kinder konnten wegen Platzmangels nicht aufgenommen werden. Elektrisches Licht gab es ebenso wenig wie sauberes Trinkwasser. Wenn es regnete, standen die Räume unter Wasser. Erschütternd war, wie Pater Kao erleben musste, dass es für die 28 Kinder zwölf Kartoffeln und zwei Hände voll Gemüse zum Essen gab - und sonst nichts!

Auch das Lepradorf befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Die Behausungen waren völlig menschenunwürdig und mussten total neu gebaut werden. Die Berichte der Kamillianer haben damals ein große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, auch in Österreich. So konnte im Jahr 2004 die Schule mit den entsprechenden sanitären Einrichtungen neu gebaut werden. Eine Küche wurde eingerichtet, das Speisezimmer erweitert. Zurzeit leben hier 80 Buben und Mädchen, größtenteils Kinder von leprakranken Eltern, die bereits verstorben sind. Dank der in Europa gesammelten Spendengelder konnte den Kindern täglich eine warme Mahlzeit garantiert werden. Hygiene und ausreichende Ernährung, das sind die wichtigsten Schritte zur Vorbeugung der Lepra. Auch im Lepradorf gibt es inzwischen elektrischen Strom und sauberes Trinkwasser. Tatsächlich, vieles ist geschehen.


Die Straße vom Lepradorf zur Schule ist bei Regen unpassierbar. Sie muss befestigt werden.

Eine Straße für die Schule von Shih Zhong

Jetzt geht es darum, die Leprakranken aus ihrer Isolierung zu befreien. Das ist nur möglich, wenn man die Zufahrtswege verbessert. Vor allem in der Regenzeit ist die vom Schlamm völlig aufgeweichte Straße unpassierbar. Die Kinder können nicht in die Schule kommen, die Erwachsenen nicht in die nächst größere Ortschaft, um dort Lebensmittel und Kleidung zu kaufen. Dabei geht es um einen sieben Kilometer langen Weg, der zur nächsten Hauptstraße führt und geschottert werden soll. 25.000 Euro kostet das Projekt. 7.000 Euro hat die örtliche Gesundheitsbehörde versprochen, für die Kamillianer bleiben 18.000 Euro. 18.000 Euro, die helfen können, von der Lepra gezeichnete Menschen aus ihrer Isolierung ein Stück weit herauszuführen.


In der Schule der Kamillianer: Für jeden eine Zahnbürste, eine Waschschüssel und ein Handtuch
- so fängt die Leprabekämpfung an.
 

Am 27. Jänner 2008 ist Weltlepratag. Die Kamillianer, die ihren Orden auf Kamillus von Lellis (1550-1614) zurückführen, kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Lepra. Tausende Kranke konnten in ein menschenwürdiges Leben zurückkehren. Doch Tausende warten noch. Zum Beispiel in China. Wir bitten Sie um Hilfe für:

Medikamente heilen. Wir können helfen. Jetzt auch in China. Bitte, geben Sie mit Ihrer Spende leprakranken Menschen eine Chance!



Kontoverbindung:
Gesundheitsdienst der Kamillianer Österreichs

PSK Wien 2482.200, BLZ 60000
IBAN: AT37 6000 0000 0248 2200
BIC: OPSKATWW

Raiffeisenbank Wien, Nr. 2.317.352, BLZ 32000
IBAN: AT95 3200 0000 0231 7352
BIC: RLNWATWW

„Kennwort Lepra”


Jeden Tag eine warme Mahlzeit.
Das wollen die Kamillianer den 80 Kindern in ihrer Schule im Lepradorf Shi Zhong garantieren.
 

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