Kamillianer

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Lepraprojekt 2007

„... ausgesetzt. Lepra in Brasilien -
Kamillianer helfen leben”


250.000 Menschen in Brasilien leiden an Lepra.
Weltweit sind es noch immer 12 Millionen.
Kamillianer helfen leben.

Noch immer gibt es weltweit zwölf Millionen Leprakranke. Dabei können moderne Medikamente diese verheerende Krankheit längst heilen. Seit fünf Jahrzehnten kämpfen die Kamillianer gegen die Lepra. Zum Beispiel in Brasilien. Offiziell gibt es in diesem riesigen Land keine Leprakranken mehr. Selbst das Wort Lepra ist verpönt. Man spricht von der „Hansen-Krankheit”, benannt nach dem norwegischen Forscher Armauer Hansen, der mit der Entdeckung des Lepra-Erregers im 19. Jahrhundert einen Meilenstein in der Leprabekämpfung setzte.

Tatsächlich dürfte es in Brasilien noch immer 250.000 Leprakranke geben und diese Zahl wächst sogar jährlich um fünf Prozent. Besonders betroffen sind die Kinder. Brasilien ist das Land mit den meisten Leprakranken in Süd- und Mittelamerika. Weltweit nimmt es bei den Lepra-Erkrankungen den vierten Platz ein. Seit 1922 arbeiten Angehörige des Krankenpflegeordens der Kamillianer in Brasilien, einem Land, das so groß ist wie ein Kontinent. Als Krankenhausspezialisten unterhalten sie über 30 Krankenhäuser und zwei auf Gesundheitsfragen spezialisierte Universitäten. Mit Sozialstationen an Brennpunkten der Not wie im nordbrasilianischen Fortaleza sorgen sie für Straßenkinder und schwangere junge Mädchen ebenso wie für zahlreiche Pfarrgemeinden.

Das Urwaldspital als Zentrum

Mitten im unzugänglichen Amazonasdelta, in der Stadt Macapá direkt am Äquator, hatte im Jahr 1965 der Mailänder Industrielle und Mitglied des Malteser-Ordens, Dr. Marcello Candia († 1984), ein „Urwaldspital” errichtet. Ihn hatte das Schicksal der diversen Krankheiten und vor allem auch der Lepra hilflos ausgelieferten Indianer zutiefst berührt. Heute zählt Macapá, die Hauptstadt des nordbrasilianischen Bundesstaates Amapá, 220.000 Einwohner.


Unser Arzt für die Leprakranken am Amazonas: Kamillianerpater Dr. Raul Matte.
 

1972 gewann Dr. Candia den Kamillianerpater und Arzt Dr. José Raul Matte als Leiter des heute 142 Betten zählenden Spitals und übergab es zusammen mit der Krankenpflegeschule dem Kamillianerorden. Diese nahmen die Herausforderung an und arbeiteten für die mehr als 300 umliegenden Gemeinden einen Gesundheitsplan aus. Neben der Betreuung der Akut-Kranken umfasste er die Einrichtung eines Basis­gesundheitsdienstes, den Aufbau einer Vorsorgemedizin und vor allem die Gesundheits- und Hygieneerziehung der Bevölkerung. Zu einem weiteren wichtigen Arbeitsfeld wurde die Einführung der so genannten Phytotherapie, die die vielfältige Pflanzenwelt am Amazonas zu Heilzwecken nutzt – ein Schwerpunkt auch in der Ausbildung der zahlreichen Gesundheitshelferinnen und -helfer.

Seit 35 Jahren steht Pater Raul unermüdlich im Dienst der Kranken am Amazonas. Dieses Durchhaltevermögen ist bewundernswert. Man denke nur an das mörderische tropische Klima, an die ständige Konfrontation mit den vielen Formen der Armut und tragischen Schicksalen, an das Fehlen der Infrastruktur und das Unvermögen der Politik. Hand in Hand mit Pater Raul arbeitet die nicht minder engagierte Krankenschwester Maria Soccoro. Sie gehört der in Österreich entstandenen Gemeinschaft der „Kamillianischen Schwestern” an.


Die Gesundheitshelferinnen und -helfer sind die wichtigsten Mitarbeiter in der Lepra­bekämpfung. Sie kümmern sich um vorbeugende Maßnahmen, Gesundheitserziehung und Aufklärung, was Hygiene und gesunde Ernährung angeht.

Nicht weniger als 150.000 km² umfasst das Einsatzgebiet von Pater Raul. Dazu zählen neben der Stadt und dem Hinterland von Macapá vor allem hunderte von Inseln in dem bis zu 250 Kilometer breiten Amazonasdelta sowie die Siedlungen, die sich entlang der Flüsse in das Landesinnere ziehen. Sie alle sind nur mit dem Schiff, per Boot oder Kanu erreichbar und diese Erreichbarkeit hängt vom jeweiligen Wasserstand ab. So spielt sich ein Großteil des Lebens von Pater Raul auf dem Wasser ab. Ein nicht ungefährliches Leben: Nicht ohne Grund heißt einer der Flüsse „Canale perigoso”, gefährlicher Kanal. Fünf Meter beträgt der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut. Hinzu kommen plötzliche starke Meeresströmungen, gefürchtete Springfluten und bei Sturm meterhohe Wellen. Anderseits muss man oft stundenlang warten, bis das Hochwasser die Zu- oder Abfahrt zu einer der Inseln erlaubt.

Gesundheitstipps über das Radio


Ein Blick in das Medikamentendepot in einem der mehr als hundert Gesundheitsposten der Kamillianer am Amazonas. Medikamente wirken in der Leprabekämpfung wahre Wunder.
 

Auf nahezu jeder seiner 300 Inseln hat Pater Raul neben der Seelsorgestation auch einen kleinen Gesundheitsposten eingerichtet, der von ausgebildeten Gesundheitshelferinnen und -helfern betreut wird. Die große Zahl der Stationen erlaubt oft nur alle ein oder zwei Jahre den Besuch des geistlichen Arztes. Um mit den Menschen dennoch in Kontakt zu bleiben, hat Pater Raul in der Radiostation der Stadt Macapá eine eigene Sendung, „Gesundheit für alle”, übernommen. Dabei erhalten die Inselbewohner an jedem Sonntagmorgen eine Stunde lang neben einem geistlichen Wort gesundheitliche Tipps, Anleitungen zum richtigen Gebrauch von Medikamenten, wichtige Nachrichten von Patienten im Krankenhaus für ihre Angehörigen sowie die Termine der nächsten Insel­besuche.

Die Leprosen sind die Ärmsten ...

Bei diesen regelmäßigen Besuchsreisen begegnet Pater Raul allen Tropenkrankheiten, die die Menschen dort plagen: Malaria, Cholera, Wurmkrankheiten, Erkrankungen der Augen und der Haut, Tuberkulose und Verletzungen aller Art. Besonders bedrückend für ihn ist aber nach wie vor die Not der Leprakranken. Sie sind die Ärmsten, denn aus Angst vor der Familie oder aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes leben sie oft jahrelang im Verborgenen, bevor sie sich offenbaren und den Weg zum Arzt wagen. Hier stößt Pater Raul immer wieder auf tragische Fälle, die bei rechtzeitiger Erkennung einfach und schnell zu heilen gewesen wären. 22 leprakranke Frauen und Männer hat er im letzten Jahr neu entdeckt. Insgesamt stehen zurzeit 298 Leprakranke in Behandlung, von denen zwei bereits als geheilt angesehen werden können. Auch wenn es sich noch nicht überall herumgesprochen hat: Durch den Einsatz einer wirksamen Medikamententherapie ist die Lepra heute eine gut behandelbare Krankheit mit Erfolg versprechenden Heilungs­aussichten. Dabei muss die Einnahme der Medikamente über einen längeren Zeitraum streng überwacht werden. Die Folgen der Krankheit wie Verstümmelungen, Gefühl­losigkeit oder Blindheit sind freilich nicht rückgängig zu machen. Wo keine Operation mehr zielführend ist, bleiben therapeutische Hilfen wie orthopädisches Schuhwerk, Geh-Hilfen, Rollstühle etc. So können sie weiterhin am sozialen und vielleicht auch beruflichen Leben teilnehmen.


Zusammen mit Pater Raul kümmert sich Schwester Maria Soccorro um die Gesundheit der Kinder. Es gilt, die Abwehrkräfte der Kinder gegen den Leprabazillus und überhaupt gegen jede Krankheit zu stärken.
 

Ein ganz besonderes Augenmerk des Paters gilt den Kindern, um sie vor dieser unseligen Krankheit zu bewahren. Allgemein gilt es, ihre Abwehrkräfte zu stärken und ihre Eltern zu einer gesunden Ernährungsweise zu bewegen. Wenn die Lepra auch durch Infektion übertragen wird, gibt es doch entscheidende Faktoren, die ihre Ausbreitung beeinflussen. Dazu zählen neben der nach wie vor in vielen „armen” Ländern weit verbreiteten Unter- bzw. Fehlernährung vor allem unhygienische Lebensbedingungen, was das Wohnen, die Trinkwasserversorgung und den Umgang mit den sanitären Anlagen und Abwässern angeht. Gerade im Unterlauf des Amazonas sammelt sich das Wasser von Tausenden von Flüssen und macht ihn zu einer von unzähligen Keimen durchtränkten Schmutzbrühe. „Wir trinken 90 Prozent unserer Krankheiten”, wusste schon Louis Pasteur. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, und tatsächlich ist die Verteilung von einfachen Filteranlagen eine der erfolgreichsten Maßnahmen in der Leprabekämpfung.

Am 28. Jänner 2007 ist Weltlepratag. Lepra ist dank moderner Medikamente heilbar. Bitte helfen Sie zu heilen. Vieles konnte schon erreicht werden. Doch die Hilfe muss weitergehen, bis auch der letzte Leprakranke geheilt ist. Weltweit unterhalten die Kamillianer – neben ihrem neuen Schwerpunkt Aidsbekämpfung – Antileprazentren unter anderem in Thailand, Indien, China, Madagaskar und Burkina Faso.


Pater Raul hat in seinen 35 Jahren am Amazonas schon Generationen von Kindern begleitet. Durch präventive Maßnahmen werden sie vor der Lepra geschützt.
 

Heute bitten sie für die Leprakranken in Brasilien um Spenden für:

Bitte, geben sie mit Ihrer Spende leprakranken Menschen in Brasilien eine Chance.



Konten:
Gesundheitsdienst der Kamillianer Österreichs

PSK Wien 2482.200, BLZ 60000
IBAN: AT37 6000 0000 0248 2200
BIC: OPSKATWW

Raiffeisenbank Wien, Nr. 2.317.352, BLZ 32000
IBAN: AT95 3200 0000 0231 7352
BIC: RLNWATWW

„Kennwort Lepra”

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© Kamillianer 2008 [Stand: 18.01.2008]css