Kamillianer

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Lepraprojekt 2006

„... ausgesetzt. Lepra in Westafrika -
Kamillianer helfen leben"

Lepra
12 Millionen Leprakranke. Die Kamillianer sind Experten der Menschlichkeit. Sie helfen leben.
 

Noch immer ist die Leprakrankheit für weite Teile der Menschheit eine echte Bedrohung. Trotz aller optimistischen Prognosen seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO geht die Zahl der Erkrankten von zwölf Millionen nur langsam zurück. Aber eben nur langsam. Denn dank der verbesserten Früherkennung werden jeden Tag rund 4.000 Fälle von Lepra neu entdeckt. Hier kann sofort mit der Behandlung begonnen werden, und den Betroffenen bleibt ein tragisches Schicksal erspart. Mit Hilfe moderner Medikamente, der sogenannten Kombinationstherapie, ist Lepra vollständig heilbar - wenn man nur an die Menschen herankommt, die oft selber nichts von ihrer Infektion ahnen.

An diesem großen Erfolg im Kampf gegen die Lepra sind auch die Brüder vom Krankenpflegeorden der Kamillianer ein Stück weit beteiligt. In vielen Ländern der Welt haben sie sich engagiert aus christlicher Verantwortung der Leprakranken angenommen und sie vor allem auch vom sozialen Stigma des „Aussatzes" befreit. Das gilt für Länder wie Thailand, China und Indien ebenso wie für Brasilien und Afrika samt Madagaskar, allesamt Länder, wo die Lepra noch immer am stärksten verbreitet ist und wo die Kamillianer tätig sind.

Armut auf Schritt und Tritt

Und das gilt vor allem auch für das westafrikanische Burkina Faso. Am Südrand der ausgedörrten Sahelzone gelegen, zählt das frühere Obervolta zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Hier bleibt die Erde mehr als 260 Tage im Jahr trocken. Sandstürme und Monsunregen vernichten kostbares Ackerland. Und dennoch fristen 95 Prozent der zehn Millionen Einwohner ihr Leben von der Landwirtschaft. 47 Prozent leben unter der Armutsgrenze. 87 Prozent sind Analphabeten. Das Bruttosozialprodukt beträgt ein Hundertstel im Vergleich zu Österreich. Zur gesundheitlichen Betreuung stehen nicht mehr als 260 Ärzte zur Verfügung: ein Arzt für 40.000 Menschen! Hunderte Kilometer müssen die Menschen oft laufen, um einen Arzt zu finden.

Es begann vor vierzig Jahren

Die Kamillianer in Burkina Faso haben solide gearbeitet. 1966, vor vierzig Jahren, haben sie in der Hauptstadt Ouagadougou unter einem Strohdach mit einem Ambulatorium begonnen. Was seitdem gewachsen ist, ist beeindruckend: ein Medizinisches Zentrum mit Ambulanzen, Entbindungsstationen, einem Mutter-Kind-Zentrum und einer Apotheke, deren Bau maßgeblich aus Österreich gefördert wurde. 700 bis 800 Menschen kommen täglich zur Behandlung. Zum Zentrum der Kamillianer gehören ferner vier Gesundheitsstationen, die für die Umgebung eine Art Basisgesundheitsdienst bilden, sowie eine Leprastation. Im hundert Kilometer von der Hauptstadt entfernten Nanoro haben die Kamillianer 1992 noch ein zweites Krankenhaus errichtet. Die 70 Kamillianer in Burkina Faso haben guten Nachwuchs. So ist dieses neue Engagement möglich.

 
Bruder Vincenzo Luise
Bruder Vincenzo Luise – der Engel für die Leprakranken in Burkina Faso.

Die Leprastation wird von dem Kamillianer Vincenzo Luise betreut. „Engel der Leprakranken", diese Bezeichnung für den Ordensbruder dürfte kaum übertrieben sein. Seit Jahrzehnten steht der 1935 in Italien geborene Vincenzo im Dienst der Leprakranken Burkina Fasos. Entstanden ist das Lepradorf Paspanga an der Peripherie von Ouagadougou im Jahr 1970. Zuletzt bot die Häuschen Platz für 83 Leprakranke. Bald waren es 83 Männer und Frauen, die hier gemeinsam in einer landwirtschaftlichen Kooperative soweit wie möglich für ihren Lebensunterhalt sorgten. Heute können die Leprakranken meist bei ihrer Familie bleiben und werden ambulant versorgt. 650 bis 700 sind es allein im Umkreis der Hauptstadt. Die Kamillianer versorgen sie mit den notwendigen Medikamenten und bisweilen auch mit Lebensmitteln. Denn eine wichtige Ursache der Lepra ist neben verseuchtem Trinkwasser chronische Unterernährung. Lepra, das ist noch immer eine Krankheit der Armut, und die Armen sind ihre Opfer.

Und jetzt noch Aids

Während sich in Burkina Faso wie auch in anderen Ländern die Situation der Leprakranken langsam stabilisiert und überschaubar wird, steht man bei Aids erst am Anfang. Seit ihrem ersten Auftreten hat sich Aids zu einer Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes entwickelt. Zwölf Millionen Kinder haben in den Ländern südlich der Sahara durch Aids ihre Eltern verloren. Die leistungsfähige Generation ist besonders stark betroffen. So können die Felder nicht mehr bewirtschaftet werden, Betriebe nicht mehr arbeiten. Den Schulen sterben die Lehrer weg. Großfamilien zerbrechen. Armut, ein schlechter Bildungsstand, mangelnde Hygiene und die weitverbreitete Promiskuität sind neben der Tabuisierung von Aids die Ursachen für die so rasante Ausbreitung in Afrika. Die Behandlungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Anders als bei Lepra gibt es noch immer keine heilenden Medikamente. Oft kann es nur darum gehen, dem Aids-Kranken einen Platz für ein menschenwürdiges Sterben zu geben und ihn in seiner letzten Stunde nicht allein zu lassen.

 
Aids-Zentrum der Kamillianer in Burkina Faso
Ein menschenwürdiger Platz zum Sterben: Das Aids-Zentrum der Kamillianer in Burkina Faso.

Die Kamillianer haben sich auch dieser neuen Herausforderung gestellt. In vielen Ländern stehen sie in der Aidsbekämpfung an führender Stelle. Zu den acht Lepradörfern, in denen der Orden weltweit arbeitet, kommen heute über dreißig Aidszentren hinzu. Und oft genug werden auch die alten Leprosarien zu Zentren für diese neue, nicht weniger stigmatisierende Form des „Aussatzes".

In Burkina Faso sind 620.000 aidskranke Frauen und Männer registriert. In Zusammenarbeit mit den staatlichen Gesundheitsbehörden haben die Kamillianer bereits im Jahr 1990 ein System zur Früherkennung und Behandlung von Aids eingerichtet. Das von Kamillianerpater Sebastian Roumamba geleitete Aids-Zentrum „CANDAF" verfügt über 84 Plätze. Darüber hinaus bietet es mehr als 500 weiteren Patienten medizinische Hilfe an. Hier bekommen sie auch moderne antiretrovirale Medikamente gegen Aids, deren Einnahme überwacht und begleitet werden muß. Wo es noch Angehörige gibt oder minderjährige Kinder, werden sie ebenfalls durch finanzielle Hilfen und Lebensmittelspenden unterstützt.

 
Dr. Jacques Simporé
Pater Jacques Simporé, Aids-Spezialist und Koordinator der Gesundheitszentren der Kamillianer in Burkina Faso.

Neben dem Aids-Zentrum haben die Kamillianer in ihrem Medizinischen Zentrum in Ouagadougou ein molekularbiologisches Forschungszentrum eingerichtet. Geleitet wird es von dem 48jährigen Kamillianer und Molekulargenetiker Dr. Jacques Simporé, einem auch von der WHO und der UNESCO gefragten Aids-Experten. Die Liste seiner einschlägigen Veröffentlichungen und wissenschaftlichen Vorträge ist lang. Für viele Aids-Kranke ist dieses in Burkina Faso einzigartige Labor der Kamillianer die letzte Hoffnung. Es stimmt, Kamillianer helfen leben. Ist Aids einmal bezwungen, kann auch das Wüstenland Burkina Faso wieder zur blühenden Oase werden.

 
12 Millionen Aids-Waisen in Schwarzafrika
12 Millionen Aids-Waisen in Schwarzafrika. Aufklärung über die Ansteckungswege ist das erste -
und das Durchbrechen der Tabuisierung der Krankheit.

So kann man helfen

Lepra
Die Betreuung der Leprakranken setzt neben Fachkenntnis eine große Liebe zu den Menschen voraus.
 
Lepra
 Lepra - noch immer eine gefürchtete Infektionskrankheit. Unbehandelt sind die Schäden dauerhaft.
 

Damit die Kamillianer den Kampf für das Leben in Westafrika weiterführen können, bitten sie um Unterstützung. Sie brauchen Hilfe für:

Kranke und sterbende Menschen in Burkina Faso hoffen auf die Kamillianer. Bitte, geben Sie ihnen mit Ihrer Spende eine Chance!

Projektpartner in Burkina Faso:
P. Dr. Jacques Simporé
Delegation Camillienne Burkinabe
01 B.P. 364 - Ouagadougou 01
Burkina Faso - Westafrika
Tel.: 00226-50 36 11 70
Fax: 00226-50 36 07 83
E-Mail: jacques.simporé@tiscalinet.it

Konten:
Gesundheitsdienst der Kamillianer Österreichs

PSK Wien 2482.200, BLZ 60000
IBAN: AT37 6000 0000 0248 2200
BIC: OPSKATWW

Raiffeisenbank Wien, Nr. 2.317.352, BLZ 32000
IBAN: AT95 3200 0000 0231 7352
BIC: RLNWATWW

Kennwort Lepra


 

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© Kamillianer 2008 [Stand: 18.01.2008]css