Kamillianer

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"... ausgesetzt. Lepra in China -
Kamillianer helfen leben"

"... ausgesetzt. Lepra in China. Kamillianer heilen Wunden."
"... ausgesetzt. Lepra in China.
Kamillianer heilen Wunden."
 

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2003 mußte die Weltgesundheitsorganisation WHO über 700.000 neue Leprafälle registrieren, darunter allein 80.000 Kinder. 250.000 der neu entdeckten Kranken litten bereits unter schweren körperlichen Beeinträchtigungen. Weltweit gibt es zwölf Millionen Leprakranke. Jeden Tag kommen 4.000 Neuinfektionen hinzu. Doch nur die Hälfte von ihnen wird überhaupt entdeckt und kann behandelt werden. Trotz des verheerenden Ausmaßes von Aids ist auch Lepra in 91 Ländern der Welt noch immer eine gefährliche Seuche.

Im Gegensatz zu Aids hat die Medizin in den letzten Jahrzehnten Medikamente entwickelt, durch die Lepra vollständig geheilt werden kann. Ihre Ursachen lassen sich freilich nicht so leicht beseitigen. Notwendig wäre eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den armen Ländern, wo 90 Prozent der Leprakranken leben: in China, Indien und Thailand. Es gilt, endlich Armut und Hunger zu bekämpfen, für sauberes Trinkwasser zu sorgen und die inhumanen hygienischen Bedingungen, unter denen Millionen Menschen leben, zu beseitigen. Die verheerende Flutkatastrophe in Südasien am 26. Dezember 2004 hat viele dieser Bemühungen wieder zunichte gemacht.

Was ist Lepra?

Lepra ist eine ansteckende Krankheit, deren Erreger das vom norwegischen Arzt Gerhard Hansen 1869 entdeckte Mycobacterium leprae ist. Lepra ist heute heilbar, deshalb ist die Absonderung der Leprakranken nicht mehr nötig. Die Krankheit greift vor allem die Haut und die Nerven des Menschen an. Wenn sie früh genug entdeckt wird, können die Nervenschäden vermieden werden. Wenn nicht, führt sie zu gefürchteten Deformierungen des Gesichts und der Gliedmaßen.
von Lepra entstellt...
Zwölf Millionen Leprakranke weltweit,
und jeder von ihnen trägt ein Gesicht
- auch wenn es die Lepra entstellt hat.
 
Seit den achtziger Jahren sind die Ärzte imstande, durch Anwendung der sogenannten Kombinationstherapie das Leprabakterium zu bekämpfen. Das größte Problem dabei ist eine möglichst frühe Diagnose. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es neun Monate, aber auch bis zu 40 Jahre dauern.

In keinem Land der Erde dürfte das Los der Leprakranken so erschütternd sein wie in China. Die offiziellen Statistiken sprechen „nur" von 320.000 Leprakranken. Weder die Zentralregierung in Peking noch die regionalen Behörden sind offenbar in der Lage, dieses Problem anzugehen.

1952 hatte das kommunistische Regime die Lepraexperten aus dem Krankenpflegeorden der Kamillianer vertrieben. Jetzt, ein halbes Jahrhundert später, denkt man daran, sie gemeinsam mit anderen Ordensleuten wie den Jesuiten nach China einzuladen und ihnen erneut die Fürsorge für diese „Ärmsten der Armen" anzuvertrauen.

Wangdu
Ausgesetzt ... Die Leprakranken fristen im Lepradorf Wangdu
ein Leben in totaler Isolation.
 

Wangdu zum Beispiel

Mit über 65 Millionen Einwohnern zählt die Provinz Hebei im Nordosten Chinas zu den größten Provinzen Chinas. In diesem riesigen Gebiet, zu dem auch die Hauptstadt Peking gehört, existiert nur eine einzige Leprastation: Wangdu. Jeder an Lepra Erkrankte muß zur Behandlung nach Wangdu. Das sind zum Beispiel von Peking aus vier Stunden Bahnfahrt.

Seit 1952 hat dieses Leprosenheim offenbar keinen Handwerker mehr gesehen. Dem Verfall preisgegeben, wurde es 1996 großteils geräumt. Man hat die Kranken einfach nach Hause in ihre Dörfer geschickt. Doch trotz der armseligen Umstände leben heute in Wangdu wieder 93 Leprakranke mit ihren Familien und Kindeskindern. Weitere 16 Männer und Frauen warten schon vor der Tür, und 22 Leprose kommen ambulant zur Behandlung.
Wangdu
Der Regierungsvertreter steht daneben:
Das verfallene Leprosenheim Wangdu in der Provinz Hebei.
 
Bei einem Besuch im August 2004 konnte sich Kamillianerpater Matteo Kao von den trostlosen Zuständen in Wangdu überzeugen: „Das Haus hat weder Türen noch Fenster. Noch nie hat es hier eine Heizung gegeben. In Nordchina können die Temperaturen im Winter auch unter Null fallen. Es gibt keine Küche, nur einzelne kleine Feuerstellen, wo man sich etwas Reis und Gemüse kochen kann. Der Speisesaal und die verschiedenen Wohnräume weisen starke Schäden durch Regenwasser auf. Das müßte noch vor Wintereinbruch repariert werden ... Die Wasser- und Elektroinstallationen müssen überhaupt erst eingerichtet werden. Zum Glück gibt es vor dem Haus wenigstens einen Brunnen mit sauberem Wasser, und auch der Stromanschluß ist nicht allzu weit vom Dorf entfernt."

In der Hoffnung auf die Hilfe ihrer Freunde und Wohltäter in Europa wollen die Kamillianer heuer dieses Leprosenheim wieder in einen menschenwürdigen Zustand bringen. Geplant ist die Renovierung der Wohnräume und des Speisesaals, der zu einem Mehrzweckraum umgestaltet werden soll. In einem Anbau werden die Küche und zeitgemäße sanitäre Anlagen Platz finden. Geschätzte Gesamtkosten: 48.500 Euro.

Ausgesetzt auf 4.000 Metern Seehöhe

Pater Matteo Kao unterstützt die Leprakranken
Kamillianerpater Matteo Kao unterstützt die Leprakranken mit Lebensmitteln, Kleidung und ein wenig Geld.
 

Eine weitere Aufgabe haben sich die Kamillianer in der Südprovinz Yunnan gestellt. Im Nordwesten der Gebirgsregion gibt es insgesamt vier Leprosarien, die die Kamillianer zum Teil schon renoviert haben. Es bleibt das Leprosarium von Shihzong, auf 4.000 Metern Seehöhe in einer völlig unwegsamen Gegend gelegen, von der Außenwelt total isoliert. Strom und Wasser gibt es hier nicht. Die Behausungen der Leprakranken sind praktisch unbewohnbar und müßten dringend von Grund auf saniert werden. Da das die finanziellen Möglichkeiten der regionalen Regierung übersteigt, hat man sich kurz entschlossen, in Malong ein neues Haus zu errichten und die Leprakranken dorthin umzusiedeln. In Shihzong zurückgeblieben sind jedoch die Kinder, zumeist Waisen von leprakranken Eltern, die obendrein ohne jede Schulbildung sind. Kindern von Leprakranken ist in China der Besuch von öffentlichen Schulen untersagt.

Bei einem Besuch im März 2003 konnten Vertreter der Kamillianer sich von der schweren Lage vor allem der Kinder überzeugen. Das verfallene Ambulatorium des Lepradorfs diente als Schule. 28 Kinder aus den umliegenden Dörfern besuchten sie; weitere 42 Interessenten mußten aus Platzmangel abgewiesen werden. Natürlich gab es auch in der Schule kein elektrisches Licht und keine Trinkwasserversorgung. Im vergangenen Jahr konnten die Kamillianer die Schule neu errichten: ein großer Erfolg!

Zwölf Erdäpfel für 28 Kinder


täglich eine ausreichende Mahlzeit...
 

Beim Mittagessen am Schluß ihres Besuches lernte der für die Arbeit in China verantwortliche Kamillianerpater Anselmo Zambotti die wirkliche Not der Menschen kennen. Es reicht eben nicht, nur eine neue Schule zu bauen, wenn die Kinder nicht einmal genug zum Essen haben. Mit eigenen Augen konnten die Besucher sehen, wie 28 Schüler mit zwölf Erdäpfeln und zwei Handvoll Gemüse das Auslangen finden mußten und sonst nichts auf dem Teller hatten! In wenigen Sekunden war alles aufgegessen. Mit großer Freude nahmen die Kinder dann die Nachricht zur Kenntnis, daß die Kamillianer künftig auch für eine ausreichende Mahlzeit sorgen wollen.

Am 30. Jänner 2005 ist Weltlepratag. Noch immer gibt es weltweit zwölf Millionen Leprakranke. Jeden Tag kommen 4.000 Neuerkrankungen hinzu. An der Spitze stehen Länder wie Indien, Thailand und China. Hier kämpfen die Kamillianer seit Jahrzehnten gegen die Lepra an vorderster Front. Tausende Kranke konnten bereits in ein menschenwürdiges Leben zurückkehren. Doch Tausende hoffen noch immer. Die Kamillianer bitten um Spenden für:

Lepra ist heilbar, Hilfe ist möglich. Bitte, geben Sie mit Ihrer Spende leprakranken Menschen eine Chance!

Sebastian Bock / Pater Leonhard Gregotsch

...täglich eine warme Mahlzeit
Pater Kao garantiert den Waisenkindern im Lepradorf Shihzong täglich eine warme Mahlzeit.
 

Projektpartner:

China Leprosy Service
Pater Anselmo Zambotti MI,
26 Lane 160 Fushing S. Road, Sec. 2
Taipei 106, Taiwan.
Telefon: 008862-270 526 82 oder 270 122 44.
Telefax: 008862-270 526 79.
E-Mail: anselmo@ms64.hinet.net.

Konten:

PSK 2482.200, BLZ 60000
Raiffeisenbank Wien Nr. 2.317.352 BLZ 32000
Kennwort Lepra

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© Kamillianer 2006 - [Stand: 28.04.2006]css