Kamillianer

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Strahlen der Liebe für Ausgestoßene

Kamillianer sorgen für Indiens Aids-Kranke

1980 brachen die Kamillianer nach Indien auf. Es war ein mühsamer Anfang, nicht zuletzt wegen der strengen Visa-Bestimmungen. Mit 53 Kamillianern ist Indien heute eine blühende Niederlassung. Sieben Novizen und 127 Kandidaten bereiten sich auf den Ordenseintritt vor. Für den von Armut und Krankheit geplagten indischen Subkontinent hat sich das Wirken der Kamillianer als Segen erwiesen.

Kamillianer als Pioniere

Die extreme Armut konnte in den letzten 15 Jahren um sieben Prozent gesenkt werden. Doch noch immer sind 327 Millionen Inder bettelarm. Bei einer Gesamtbevölkerung von 1,1 Milliarden ist das fast jeder Dritte. Galt die erste Sorge der Kamillianer den Leprakranken, so tut sich jetzt ein neues Arbeitsfeld auf: Aids. Fünf Millionen HIV-Infizierte sind offiziell registriert. Die Ausbreitung geht rasant. Das nach China bevölkerungsreichste Land der Erde braucht den Kamillianischen Dienst an den Armen und Kranken so dringend wie wohl kaum ein anderes.

die Kinder der Aids-Kranken in Bangalore/Indien
Die Kamillianer in Bangalore/Indien sorgen auch für die Kinder der Aids-Kranken. Links der Ordensobere Pater Mathew Perumpil. In der Mitte der Direktor des Aids-Hilfswerks, Pater Sebastian Biju.

Pioniere in der Aids-Fürsorge Indiens sind die Kamillianer. Zum Welt-Aidstags am 1. Dezember haben sie jetzt in Südindien eine Aufklärungskampagne gestartet. Geleitet wird sie von David Perumayan, einem Mann, der selbst seit 17 Jahren HIV-positiv ist und mit dem Virus „positiv" zu leben gelernt hat. Ein Leben in Würde muß auch für Aids-Kranke möglich sein. Tödlich ist nicht erst das Virus, sondern das Schweigen, die Ausgrenzung und Stigmatisierung der Aids-Kranken – und die Unwissenheit vor den Ansteckungswegen. Haben sich doch noch vor nicht allzu langer Zeit selbst die Krankenhäuser geweigert, Aids-Patienten aufzunehmen.

Ein Platz zum Leben – und zum Sterben

auch das Lepradorf Eluru ist offen für Aids-Kranke
Das von uns unterstützte Lepradorf Eluru hat seine Pforten für Aids-Kranke geöffnet.
 

1997 haben die Kamillianer begonnen, ihr Ordenshaus in Bangalore, Bundesstaat Karnataka, für Aids-Kranke zu öffnen und ihnen einen Platz zum Leben – und zum Sterben zu geben. Mittlerweile ist daraus ein Hospiz mit 50 Betten geworden. Es heißt „Snehadaan – Geschenk der Liebe". Als nächstes wurde im 300 Kilometer entfernten Mangalore ein zweites Haus gegründet: „Snehasadaan – Haus der Liebe." Neben 20 normalen Plätzen bietet es auch 20 Betten für Kinder an. Bereits 1,2 Prozent aller Mütter bringen Aids-infizierte Kinder auf die Welt!

Schließlich hat sich auch die Leprastation Eluru, 700 Kilometer entfernt von Bangalore im Bundesstaat Andhra Pradesh, in den Dienst der Aids-Kranken gestellt. Das poetisch „Snehakiran" – Strahlen der Liebe" genannte Haus hat 27 Plätze. Mit der Koordination all dieser umfangreichen Aktivitäten betraut ist der indische Provinzdelegat, Kamillianerpater Mathew Perumpil, der in diesen Tagen zwei seiner Mitbrüder, die sich in Österreich auf den Dienst in der Krankenseelsorge vorbereiten, besucht hat.

Das große Tabu

Zurück zu der Aids-Kampagne der Kamillianer. Für Indien war sie etwas ganz Neues. Mindestens acht Millionen Menschen in 300 verschiedenen Dörfern in Südindien wurden erreicht. Hier sind die Vorurteile gegenüber Aids-Kranken besonders stark – und die Zahl von Aids-Infizierten. Man spricht von einer halben Million. Gerade bei der Landbevölkerung besteht eine große Informationslücke, was Aufklärung angeht. Über Liebe, Sex und den eigenen Körper spricht man kaum, geschweige denn über Aids. Informiert wird mit Plakaten und Ausstellungen, Broschüren und vor allem durch Gespräche. Hunderte Aids-Kranke haben Dörfer, Straßenplätze, Schulen, Krankenhäuser und Ausbildungsinstitute für Ärzte und Schwestern besucht.

Junge Ordensleute vor dem Studienhaus in Mananthavady.
Indien – für die Kamillianer ein Hoffnungsgebiet. Junge Ordensleute vor dem Studienhaus in Mananthavady.
 

Dabei konnten sie erstmals das Schweigen durchbrechen und über ihr Leben mit Aids berichten. Nicht um akademische Vorlesungen ging es, sondern um echten Dialog – für viele das erste Mal, daß sie offen reden konnten. Tiefsitzende Vorurteile und Berührungsängste wurden abgebaut. Junge Menschen wurden an Werte wie Würde des Menschen, Zuverlässigkeit, Enthaltsamkeit und Treue herangeführt. Mehr als 20 Prozent in Kerala sind katholisch. Das erleichtert die Kommunikation. Der Erzbischof von Ranchi, Kardinal Telesphore Toppo, in der Bischofskonferenz zuständig für Krankenpastoral, stellte sich ganz hinter die Kamillianer-Kampagne. Aids zählt zu seinen größten Sorgen. Er erinnert daran, daß „diese Sorge ganz dem Auftrag Jesu entspricht, der gekommen ist, allen Gutes zu tun ..."

Liebe Freunde unserer Missionare!

Der Kampf gegen Aids ist schon längst eine Hauptaufgabe der Kamillianer. Die Aussätzigen von heute sind die Aidskranken. In über 30 Aidszentren arbeiten bereits Kamillianer – als oft letzter Halt für Menschen, die nach wie vor von der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Die anläßlich des Welt-Aidstags am 1. Dezember von der UNO erstellten Prognosen sind düster: über 40 Millionen Aids-Kranke und ein explodierendes Heer von Kindern, denen Aids ihre Eltern genommen hat. Das darf uns nicht lähmen, unserer Verantwortung gerecht zu werden. Dank neuer antiretroviraler Medikamente gibt es durchaus Erfolge. So ist zum Beispiel im afrikanischen Uganda die Zahl der Infizierten deutlich zurückgegangen. Tatsächlich kann man vieles tun. Ganz oben im Programm der Kamillianer in Indien lese ich: Prävention, Arbeit mit Familien, wo die Eltern erkrankt sind, psychosoziale Unterstützung in der Trauer, soziale Integration der Waisen durch Schule und Einkommen und nicht zuletzt Bewußtseinbildung, damit sexueller Mißbrauch und Prostitution nicht mehr zur „Normalität" gehören ...

Aids-Waisen in Bangalore/Indien
Auch das Feiern kommt bei den Aids-Waisen im Kamillianerkloster Bangalore nicht zu kurz.

Von Herzen bitte ich sie heute um Hilfe für die Aidskranken in Indien, um die sich meine Mitbrüder so aufopferungsvoll kümmern. Sie tun das, weil sie wissen: In jedem Aids-Kranken will uns der zu Weihnachten menschgewordene Sohn Gottes begegnen und uns zur Hilfe herausfordern.

Wir danken für alle Hilfe und bitten für die Aids-Kranken in Indien.

Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
Nr. 92.087.732, BLZ 60000

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© Kamillianer 2006 - [Stand: 25.04.2006]css