Kamillianer
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Missionswerk der Kamillianer

Hoffnungsland Brasilien

Die Kamillianer kämpfen gegen soziale Not

Favela Borel in Rio de Janeiro/Brasilien
In der Favela Borel im Pfarrgebiet der Kamillianer in Rio de Janeiro
leben 35.000 Menschen in Armut und Elend. Doch es geht aufwärts!

Brasilien - Land der Hoffnung. Und das trotz des großen sozialen Elends in einem Land, das hundert Mal größer ist als Österreich: Armut, Arbeitslosigkeit, Gewaltverbrechen, Mißachtung elementarster Menschenrechte. Die Bischöfe sprechen von einer "Explosion des Elends". Doch es gibt auch Positives zu vermelden. So haben die Brasilianer mit der Befreiungstheologie, der "Option für die Armen", mit den Basisgemeinden und der ganz neuen Lesart der Bibel der Kirche des Zweiten Vatikanums kostbare Geschenke gemacht. Es scheint, daß sich auch die Kamillianer - seit 1922 im Land - von dem Optimismus der Brasilianer anstecken lassen. An vielen Brennpunkten der Not sind sie im Einsatz: mit 75 Gesundheitseinrichtungen: Krankenhäuser, Sozialstationen, Alten- und Pflegeheime, mit Kinderzentren, Ausbildungseinrichtungen und umfassenden sozialen Aktivitäten in Pfarrgemeinden.

Option für die Armen

Zwei wichtige Projekte in Brasilien konnten wir bisher bereits unterstützen. Zum einen die Straßenkinder in Fortaleza im Nordosten Brasiliens, um die sich der Arzt und Kamillianer Pater Adolfo Serripiero kümmert. In seinem 1989 gegründeten Hilfswerk bietet er zum Beispiel schwangeren Mädchen ein Dach über dem Kopf, medizinische Betreuung und Hilfen zum Wiedereinstieg in die Gesellschaft. Was er sagt, klingt wie eine Definition der "Option für die Armen": "Ich betrachte es als eine Gnade, daß wir in dieses Elend hinabsteigen und uns um jugendliche Prostituierte, drogenabhängige Schwangere und Aids-Kranke kümmern, ihnen Hilfe bringen und sie an ihre Menschenwürde erinnern ..."

Bewohner in der Favela Borel in Rio.
Sie hoffen auf die Kamillianer:
in der Favela Borel in Rio.
 

Unser zweites Brasilien-Projekt ist das 1970 entstandene Urwald-Krankenhaus in Macapá am Amazonas. 1975 hatte es der Gründer, der Mailänder Industrielle Dr. Marcello Candida, den Kamillianern übergeben. Geleitet wird es heute von dem Arzt und Kamillianer Pater Raul Matté. Schwerpunkt ist auch hier die Option für die Armen, nämlich für die Leprakranken, deren traurige Existenz in Brasilien totgeschwiegen wird.

Paradies mit Schönheitsfehlern

Mit der Copacabana, dem Zuckerhut und den Sambaklängen des Karneval ist Rio de Janeiro für viele das Tor zum Paradies. Die Kamillianer leiten am Stadtrand eine Pfarre mit ca. 40.000 Einwohnern. Drei Viertel von ihnen leben freilich nicht im Paradies, sondern in den Elendsvierteln der Favelas. Hier hausen die "Ausgeschlossenen", die Wohlstandsverlierer. 35.000 beispielsweise in der Favela "Borel" im Pfarrgebiet von Kamillianerpater José Carlos Dias Sousa (40). Mit dieser Favela hat es etwas Besonderes auf sich, und das hat wieder mit dem Optimismus der Brasilianer zu tun. Sie ist nämlich auf dem besten Weg, zu einem "Barrio", einem mehr oder weniger normalen Stadtviertel zu werden. Und das nicht zuletzt dank der beharrlichen und konsequenten Aufbauarbeit der Kamillianer.


  P. José Carlos mit einem Kranken.
Brasilien heute: 172 Millionen Einwohner. Davon 112 Mio in Elend und Armut. Im Bild: P. José Carlos mit einem Kranken.

Aufgestiegen aus dem Elend

Eine Favela ist dadurch geprägt, daß viele Familien auf engstem Raum leben. Jede Infrastruktur fehlt: kein Strom, kein Gas, kein sauberes Trinkwasser, und vor allem keine Abwasser-Leitungen. Die unbefestigten Straßen verwandeln sich bei Regen in Schlammwüsten. Arbeitslosigkeit, Gewalt, Alkohol und Drogen bestimmen das Leben.

Doch in der Favela Borel beginnt sich das langsam zu ändern. Unter der sachkundigen Leitung des Soziologieprofessors Olinto Pegoraro und seiner Mitstreiterin Claudia con Mesias haben die Kamillianer mitten in der Favela eine kleine Kapelle mit einem Versammlungsraum und einer Ambulanz eingerichtet. Ein Zimmer für den Arzt, ein zweites für den Zahnarzt und ein drittes für die Krankenschwester. Die einzige gesundheitliche Einrichtung für 35.000 Menschen!


Alphabetisierung in der Pfarre.
Alphabetisierung in der Pfarre. Die Stärke der kath. Kirche
liegt in der Wahrnehmung sozialer Verantwortung.

Dann haben die Kamillianer ihre Pfarr-Räume geöffnet und Alphabetisierungs-Kurse eingerichtet. Denn nur wer Lesen und Schreiben kann, hat die Chance auf einen Arbeitsplatz. Weiter auf dem Lehrplan: Katechese, Hygiene, Ernährungskunde und Hauswirtschaft, Computerkurse sowie die Herstellung kunsthandwerklicher Gegenstände, die dann zum Verkauf angeboten werden. Sport und Spiel und gemeinsames Feiern gehören auch dazu: alles wichtige Schritte auf dem Weg zur Resozialisierung der Slumbewohner.

Deren Interesse ist so groß, daß die Räume unter der Pfarrkirche schon längst nicht mehr ausreichen. Ein Neubau wäre dringend notwendig, die Pläne liegen auch schon vor. Doch wie immer fehlt es am Geld.

So ist Pater José Carlos auf der Suche nach "Bausteinen" für das neue Sozialzentrum. Er bittet auch uns, die wir schon so viel für die Armen und Kranken in seinem Land getan haben, auch hier um Unterstützung. Wir können helfen durch:

  • Bausteine für das Sozialzentrum der Kamillianerpfarre in Rio. Erforderlich sind insgesamt 50.000 Euro. Es wäre schön, wenn wir gemeinsam 10.000 Euro aufbringen können.

  •  
  • Einen Beitrag für die Alphabetisierungskurse der Favela-Bewohner.

  •  
  • Spenden für Medikamente und den Unterhalt der Ambulanz in der Favela.

  Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Kamillus in Rio.
Kraftquelle für alle Veränderung:
Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Kamillus in Rio.
 


Liebe Freunde unserer Kamillianer-missionare, bitte helfen Sie heute mit Ihrer Spende mit, daß die Favela Borel in Rio zum "Barrio" wird und ihre Bewohner zu verantwortungs-bewußten Bürgern und Christen.

Wir danken für alle Hilfe und bitten heute für das Sozialzentrum in Brasilien.





Fotos: P. José Carlos Dias Sousa.



Missionswerk der Kamillianer, PSK Wien 92.087.732, BLZ 60000.

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© Kamillianer 2004 - [Stand: 12.05.2011]