Kamillianer

zur Themenübersicht ]  - zurück -  [ Missionswerk ] [ Missionsprojekte ] [ Indien 4/05 ] [ Benin 3/05 ] [ Georgien 2/05 ] [ Ukraine 4/04 ] [ Thailand 3/04 ] [ Brasilien 2/04 ] [ Kenia 4/03 ]

Ein Herz für Kranke in Benin

P. Christian Steunou kämpft gegen die „neue Lepra"

Benin, Westafrika. Noch heute eines der ärmsten Länder der Welt. Basisdienste wie Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung sind unterentwickelt. Dennoch geht es aufwärts. Dafür stehen die Kamillianer, allen voran Pater Christian Steunou. Seit 18 Jahren arbeitet der Franzose im Land. Damals übernahm er die Leitung des Lepradorfs „St. Joseph von Davougon" in der Nähe der alten Königstadt Abomey. In diesem Jahr besteht das Dorf 50 Jahre.

Kamillianerpater Christian Steunou
Kamillianerpater Christian Steunou im westafrikanischen Benin – ein Freund der Armen und Kranken.

Ein Pilotprojekt

P. Christian mit Daniel
P. Christian mit Daniel, einem vom Burulis-Geschwür schwer geschädigten Buben.
 

Vor 50 Jahren wurden in Davougon die Leprakranken tatsächlich im wahrsten Sinn des Wortes ausgesetzt. Fernab von jeder menschlichen Gesellschaft blieben sie ihrem Schicksal überlassen. Heilungsmöglichkeiten gab es kaum. 1986 kam mit P. Christian die Wende. Das Leprosarium mit seinen 90 Plätzen wurde zum Pilotprojekt der Weltgesundheitsorganisation WHO. Tatsächlich konnten jetzt mit Hilfe der neu entwickelten „Kombinationstherapie" leprakranke Menschen in absehbarer Zeit vollständig geheilt werden.

Auch in anderer Weise wurde Davougon Vorzeigeprojekt. Wichtigstes Ziel des Kamillianerpaters war die Überwindung der schrecklichen Isolation, in die die Kranken gezwungen waren. Deshalb nahm er auch die ganze Familie in das Dorf auf. Durch Mitarbeit in Landwirtschaft und Viehzucht versuchte er, „dem Kranken seine Würde zurückzugeben". Sie sollten keine Bettler sein: Jeder konnte etwas zu seinem Lebensunterhalt beitragen. Schließlich setzte sich P. Christian massiv für die Rückkehr der Geheilten in ihre Heimat und für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft ein. Dabei war viel Aufklärungsarbeit notwendig und auch manche materielle Hilfe. Das Programm von P. Steunou war jedenfalls so erfolgreich, dass es bald kaum mehr Leprakranke in Davougon gab. Innerhalb von zwölf Jahren sank ihre Zahl auf zehn Prozent. Dass das Dorf dennoch nicht verwaiste, dafür sorgten freilich bald neue Patienten.

Burulis und Aids – neue Formen der Lepra"

Pater Christian bei einer Untersuchung
„Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf."
Für Pater Christian ist dieses Wort Jesu zum Lebensmotto geworden.

Das alte Leprosarium und seine Ambulanz wurde mehr und mehr zu einem Zentrum für neue Formen des Aussatzes. Für P. Christian waren das all die Menschen, die aus dem öffentlichen Gesundheitssystem ausgeschlossen waren. Eine dieser neuen Formen ist die Burulis. Dabei handelt es sich um eine bisher kaum erforschte Tropenkrankheit, die durch das Mycobacterium ulcerans hervorgerufen wird. Schreckliche Hautgeschwüre dringen bis auf die Knochen vor und drohen den Menschen von innen her zu zerstören. Eine Heilung gibt es kaum; die Behandlung ist schwierig und dauert lange: zu lange für ein „normales" Krankenhaus. Außerdem kann sich keiner die Behandlungs- und Pflegekosten leisten. Diese neuen „Aussätzigen", meist durch Unterernährung geschwächte Kinder und Jugendliche, finden jetzt in der Ambulanz von Davougon Aufnahme und Pflege.

das Ambulatorium Davougon mit vielen wartenden Patienten
Im Ambulatorium Davougon werden täglich über hundert Behandlungen durchgeführt.
Jetzt auch für Aids-Kranke.

Die zweite, noch bedrohlichere Form der neuen Lepra ist weltweit gefürchtet: Aids. In Schwarzafrika ist Aids zur lebensbedrohlichen Epidemie geworden, die die Zukunft des ganzen Kontinents in Frage stellt. Von Thailand bis nach Peru ist die Aids-Bekämpfung zum Hauptthema der Kamillianer geworden. Der Orden hat eine stattliche Anzahl eigener Aidszentren gegründet.

eine Folgeerscheinung von Aids sind auch die vielen Waisenkinder
Aids bedroht ihre Zukunft. In manchen Ländern Afrikas ist die Lebenserwartung auf unter 40 Jahre gesunken. Es gibt elf Millionen Waisen.
 

Das möchte P. Christian jetzt auch in Davougon tun, wo sich die Krankheit am Rande der großen Nord-Süd-Straße rasant ausbreitet. Täglich diagnostiziert er in seiner Ambulanz neue Fälle. Doch mit der Diagnose allein ist nur wenig geholfen. Es fehlt an Räumlichkeiten, die am ärgsten Betroffenen stationär aufzunehmen und ihnen die Hilfe zu geben, die sie brauchen. Zusammen mit seinem Mitbruder P. Bernard Moegele möchte P. Christian für diese neuen „Aussätzigen" eine Krankenstation einrichten. Geplant sind sechs große Zimmer mit insgesamt 33 Betten. Hinzu kommen die sanitären Räume, Küche und Nebenräume. Die Sorge um die Aids-Kranken ist heute eine der wichtigsten Aufgabe der Kirche, die aus der Barmherzigkeit Gottes lebt. Bitte unterstützen Sie dieses neue Projekt der Kamillianer in Benin mit einem „Baustein". Wir freuen uns auch, wenn Sie etwas für die Medikamente und den Unterhalt der Burulis-Kranken beitragen. In Namen all dieser neuen Aussätzigen sagen wir Ihnen dafür ein herzliches Vergelt's Gott.

Wir danken für alle Hilfe und bitten für die Aids- und Burulis-Kranken in Benin.

Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
Nr. 92.087.732, BLZ 60000

zur Themenübersicht ]  - zurück -  [ Missionswerk ] [ Missionsprojekte ] [ Indien 4/05 ] [ Benin 3/05 ] [ Georgien 2/05 ] [ Ukraine 4/04 ] [ Thailand 3/04 ] [ Brasilien 2/04 ] [ Kenia 4/03 ]

© Kamillianer 2006 - [Stand: 22.04.2006]css