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Benin: Wertschätzung und Hilfe für psychisch Kranke in den „Zentren des hl. Kamillus“

Für Gott ist nichts und niemand verloren. Auch nicht die „Vergessenen der Vergessenen“. So lautet das Credo von Grégoire Ahongbonon aus Benin.

„Vergessene“ nennt er psychisch Kranke, für die er sich mit ganzer Kraft einsetzt. Eigentlich ist die Pflege und Betreuung psychisch Kranker Sache der Psychiatrie und Aufgabe des Staates. Grégoire Ahongbonon macht sich mit seinem Team auf die Suche nach psychisch Kranken, die in den Straßen der Städte und Dörfer ausgesetzt und in Häusern und Wäldern angekettet sind, um sie zu den „Centres Saint Camille“ zu bringen.

Vergessen, hilflos, sich selbst überlassen

Im afrikanischen Verständnis ist ein psychisch Kranker ein von einem Dämon Besessener, der verhext wurde. Sein Wahn, sein ungewöhnliches, seltsames Verhalten wird so interpretiert. Jeder hält sich auf Distanz, niemand will ihn berühren, weil er Angst hat, verhext zu werden. In der Stadt irrt er umher, hilflos und sich selbst überlassen. In den Dörfern kettet man ihn an einen Baum am Rande des Dorfes.

Hoffnung vermitteln

In den vier „Centres Saint Camille“ in Benin, den drei Zentren in Togo und den vier Zentren in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) wird Patientinnen und Patienten sowie ihren Familien geholfen. Dort hört man ihnen einfühlsam und verständnisvoll zu, grenzt sie nicht aus, sondern hilft ihnen durch Diagnose, Medikamente und Therapien. Man vermittelt ihnen Hoffnung und Zuversicht auf Stabilisierung und Besserung ihrer Erkrankung.


Grégoire mit Krankem

Die Gesundheitsbehörden bringen auch psychisch Kranke, die auf der Straße gefunden wurden. Die Patientinnen und Patienten kommen oft nackt, schlecht gekleidet oder sehr schmutzig, deshalb werden sie zuerst gewaschen, angezogen, ernährt und untergebracht, bevor sie kostenlos eine angemessene Versorgung erhalten. Es sind nur wenige, die eine Familie haben oder es mit Hilfe ihrer Bekannten und Verwandten schaffen, die bescheidene Pflegesumme zu bezahlen. Genesene oder stabilisierte Patientinnen und Patienten kümmern sich um die neuen. Es ist erstaunlich, sie bei dieser Aufgabe zu sehen. Das „Centre Saint Camille“ in Tokan in Benin ist dafür ein Vorbild. Es wird von den Patientinnen und Patienten selbst verwaltet; vom Pförtner bis zum Direktor, einschließlich der Pflegekräfte und des Verwaltungspersonals werden alle Dienstleistungen von den Genesenen erbracht. Mehrere genesene Patientinnen und Patienten haben Weiterbildungen an staatlichen Krankenpflegeschulen oder sogar ein Studium der Medizin absolviert und geben dort ihr Wissen weiter. Sie geben Kurse und Krankenpflegeunterricht innerhalb der Einrichtungen und achten auch auf andere Bedürfnisse der Gesundheitspflege.

Die stabilisierten Patientinnen und Patienten werden überwiegend wieder in ihre jeweiligen Familien eingegliedert. Andere bleiben in den Zentren, um ihren Fähigkeiten entsprechend zu helfen, in der Landwirtschaft, Viehzucht oder in einem Handwerksberuf. Es gibt Rehabilitationszentren, die oft an Aufnahme- und Unterbringungszentren für Kranke angeschlossen sind. Alle, die nach Hause zurückgekehrt sind, kommen jeden Monat in die Aufnahmezentren zurück, um ihre Behandlung zu erhalten. Für sie und für die stationären Kranken samt ihren Angehörigen hält Grégoire Vorträge und klärt sie auf über die Krankheit.

Kampf für Menschenwürde

In vielen Gesundheitszentren, die von verschiedenen Orden und Kongregationen verwaltet werden, gibt es sogenannte Überbrückungszentren. Sie ermöglichen es stabilisierten Patientinnen und Patienten, die weit von den „Centres Saint Camille“ entfernt wohnen, ihre Medikamente regelmäßig abzuholen.

Der größte Verdienst von Grégoires Initiative besteht darin, die Würde des psychisch kranken Menschen wiederherzustellen, der zuvor in den Rang eines Sozialfalls herabgestuft wurde. Der psychische Kranke wurde als Gefahr für sich selbst und für andere angesehen. Viele Menschen haben große Vorurteile, denken, dass psychisch Kranke nicht geheilt werden können. „Für Gott ist nichts verloren“, wiederholt Grégoire gerne.

Seit März 2020 sind Grégoire und die „Centres Saint Camille“ ein wichtiger Partner der Regierung in Benin geworden, um psychisch Kranke in den „Centres Saint Camille“ und anderen Einrichtungen unterzubringen und ihnen zu helfen.


Die katholische Ortskirche hat die von Grégoire gegründete Wohltätigkeitsorganisation „L’Association Saint Camille“ als Werk Gottes und als religiöse Vereinigung anerkannt. Geweihte Männer und Frauen widmen ihr ganzes Leben, um psychisch kranken Menschen zu dienen.

Liebe Freunde unserer Missionare!

Ein einzelner Mensch kann viel bewirken. Grégoire Ahongbonon, Familienvater und von Beruf Mechaniker, geriet in eine schwere Lebenskrise, als er mit seiner Firma scheiterte. Er hatte Depressionen und Selbstmordgedanken. Diese Krise überwand er, als er sich auf seine christlichen Wurzeln besann. Von nun an wollte er zu einer besseren Welt beitragen. Den Anblick der psychisch Kranken in Ketten konnte er nicht mehr akzeptieren. Er gründete 1991 in Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) die „L’Association Saint Camille“, die inzwischen mit ihren „Zentren des hl. Kamillus“ auch in Benin, Burkina Faso und Togo präsent ist. Grégoire wurde 2015 mit dem Titel „Afrikaner des Jahres“ ausgezeichnet.

Bitte helfen Sie mit, dass psychisch kranke Menschen nicht vergessen werden. Unterstützen Sie den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Würde, Hoffnung und Zuversicht in den Zentren des hl. Kamillus. Darum bittet Sie mit dankbaren Grüßen

P. Leonhard Gregotsch MI
Leiter des Missionswerks


Wir danken für alle Hilfe und bitten für den Dienst an psychisch Kranken in den „Zentren des hl. Kamillus“ in Benin.

Missionswerk der Kamillianer,
IBAN: AT35 6000 0000 9208 7732,
BIC: BAWAATWW








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