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Bericht v.A.Pichler
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Osthilfe der Kamillianer

„Schickt, was ihr nicht braucht!” Pater Gots und seine Helfer in Österreich

1995 wurde Pater Dr. Anton Gots von Österreich ausgesandt, in Nyíregyháza in Ostungarn ein Kloster zu gründen. Es war ein Aufbruch zu den Armen. Die elementare Not, die er hier hautnah erlebte, bedeutete für ihn eine große Herausforderung. Das neue Kloster wurde nicht nur zu einer Stätte des Gebetes, sondern zu einem umfassenden Sozialzentrum. Dutzende Helferinnen und Helfer haben Pater Gots unterstützt, angefangen von Sr. Hilde Weidinger bis hin zu den Kamillianischen Familien, die in zehn Jahren rund 5.000 Tonnen Hilfsgüter gesammelt und in Ungarn und in benachbarten Ländern an die Ärmsten verteilt haben. Aus gesundheitlichen Gründen musste Pater Gots im September 2010 nach Österreich zurückkehren. Ihn und seine treuen und unermüdlichen Helferinnen und Helfer möchten wir heute einmal vorstellen.

Larndorfer
Wertvolles Inventar aus einem Jugendlager wird von Franz Larndorfer
und seinen Freunden in die Ostslowakei transportiert.

„Schickt mir alles ...”

Stellvertretend für viele sei aus dem Bericht von Alois Pichler zitiert, der über die Pfarrcaritas Grieskirchen tonnenweise Hilfsgüter für P. Gots sammelte. Bei einer Pfarrwallfahrt nach Máriapócs und einem Besuch bei Pater Gots wurde er vom „Kamillus-Bazillus” angesteckt, wie er es ausdrückt. „Schickt mir alles, was ihr nicht mehr braucht”, bat Pater Gots bei der Gelegenheit. „Mit Feuereifer gingen wir ans Werk und sammelten u. a. 30 Krankenhausbetten, Matratzen, Bettwäsche, 550 Bananenschachteln voll Kleider, Wäsche, Möbel, Kinderspielzeug ... Das Resultat bis heute: 40 Sattelzüge mit 600 Tonnen Hilfsgütern, ca. 25.000 Bananenschachteln mit Bekleidung, Wäsche, Bettzeug usw., 250 Krankenhausbetten, 685 Matratzen, 820 Schachteln Geschirr und Küchenartikel, 2.281 Schachteln mit ca. 20.000 Schuhen, Medikamenten, Möbeln, Öfen, Schulsachen usw.”


„P. Gots ist seit langem bekannt als ein Mann,
der Gottes- und Nächstenliebe authentisch vorlebt ...”
(Bischof Dr. Ludwig Schwarz).

„Unser Klausenburg”

Auch in der Pfarre Schiedlberg-Sierning mit Pfarrer Franz Greil an der Spitze gibt es genug Menschen, die sich von der „Not im Osten” berühren lassen. Während des unseligen Jugoslawien-Kriegs wurde der Helferkreis von Hermine Füßlberger auf die Not vor der Haustür aufmerksam. Man sammelte Kleidung und Lebensmittel für Flüchtlinge. Als 1996 im siebenbürgischen Klausenburg (Cluj-Napoca) mit dem Bau des St. Kamillus-Heims für Behinderte begonnen wurde, wurde auch dieses Projekt massiv unterstützt. „Unser Klausenburg” heißt es mit berechtigtem Stolz in Schiedlberg. Über 175.000 € Bargeldspenden und 182.000 € an Sachspenden und Erlösen aus dem Weiterverkauf von Spenden wurden aufgebracht. Darüber hinaus unterstützt die „Osthilfe Schiedlberg” Suppenküchen in der Ukraine und in Rumänien sowie die wöchentliche Brotverteilungsaktion im Kloster Nyíregyháza. Fast 400 Hilfslieferungen konnten durchgeführt werden, wobei ein Großteil der Spenden auch in benachbarten Pfarren gesammelt wurde. Auch der unten genannte „Herzenswunsch” von Pater Gots findet größte Unterstützung.


Einige der rund 25.000 Bananenschachteln mit Hilfsgütern,
die die Pfarrcaritas Grieskirchen gesammelt hat.

Lebensmittel und Medikamente

Als äußerst engagiert zeigt sich auch die Pfarrcaritas Zwettl. Das Krankenhaus in Zwettl hatte bereits in den Neunzigerjahren Ausrüstungsgegenstände für die Osthilfe zur Verfügung gestellt. Seit dem Jahr 2000 ist es die Pfarrcaritas, die die verschiedensten Hilfsgüter sammelt. Mithilfe eines großzügigen Spediteurs gingen bisher beachtliche 38 Hilfstransporte unentgeltlich nach Nyíregyháza. Vor allem auch die gespendeten bzw. gekauften Lebensmittel und Medikamente sind für die Not leidenden Menschen eine große Hilfe und ein schönes Zeichen der Solidarität über alle Grenzen hinweg. Besonders findig ist man auch in Graz-Karlau, wo sich insgesamt zehn Pfarren zusammentun und u. a. bei einer so genannten „Hofer-Aktion” vor dem Diskonter tonnenweise Lebensmittel-Spenden erbitten. Einmal waren es nicht weniger als 33 Tonnen, die zu Pater Gots ins Kloster gelangten und von dort an Bedürftige in Ostungarn, in der Ukraine und in Rumänien verteilt wurden.

Auch die Kamillianische Familie Ternitz stand Pater Gots von Anfang an hilfreich zur Seite. Hilfsgüter aller Art, sorgfältig geordnet und verpackt, wurden in vielen Transporten nach Ungarn geschafft. Der inzwischen verstorbene Fritz Nussbaumer erinnert sich an die kleinen Anfänge: „Durch Zufall erhielten wir im November 1996 eine Spende von 50 Steppdecken und über 90 Polster, die wir zu Pater Gots brachten. Bei dieser einen Fahrt ist es nicht geblieben ... Im Dezember 2005 durfte ich meine hundertste Hilfslieferung überbringen!”


Brotausgabe im Kamillianerkloster Nyíregyháza:
Sr. Hilde verteilte pro Woche rund 160 kg Brot an die Armen.

Kranke Spitäler?

Das von Franz Rainer gegründete Aktionskomitee in Klosterneuburg will vor allem „kranken” Spitälern helfen. „Hilfe für Osteuropa” beliefert vier Krankenhäuser mit Spitalsausrüstungen und Heilbehelfen. Gesucht werden Rollstühle, Röntgengeräte, Betten und Bettwäsche, Laboreinrichtungen und medizinische Ausrüstungen. Vermittelt werden Medikamente sowie Patenschaften für schwerstkranke Kinder, die dringend eine Operation brauchen. Die Wirtschaftskrise fordert in Osteuropa verstärkt Hilfe. In sieben Groß- und fünf Kleintransporten konnten 2009 82 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine, nach Ungarn und in die Slowakei geliefert werden. Eine große Freude war es, dass die Wiener Ordensspitäler ein Benefizkonzert zugunsten des ukrainischen Projektpartners Dr. Vasil Tzar veranstalteten und damit die Behandlung von Kindern mit zerebraler Lähmung ermöglichten.

Zum Schluss ein Herzenswunsch von Pater Gots

Das war ein kurzer Blick auf einige Helfergruppen von Pater Gots, keine vollständige Aufzählung. Hinter jeder Gruppe, wie es sie etwa auch in Mönchhof-Neusiedl im Burgenland gibt, stehen viele Menschen, denen ein großer Dank und große Anerkennung gebühren. Was sie vereint, ist das offene Herz für die Not der Armen und die Person von P. Anton Gots. Dieser konnte im vergangenen Jahr auf fünfzig Jahre erfüllten Priestertums zurückschauen. Nach 16 Jahren „Ungarn-Mission” ist er jetzt nach Österreich zurückgekehrt und wird in dem von ihm gegründeten „Behindertendorf” Altenhof am Hausruck als Seelsorger tätig sein, soweit es seine Gesundheit erlaubt. In Nyíregyháza folgt ihm Pater Alfred György nach, den er 1996 als einen der ersten Kandidaten ungarischer Muttersprache in den Orden aufgenommen hat. Die aus vier jungen Kamillianern bestehende Hausgemeinschaft wird andere Schwerpunkte setzen, doch die Zahl der Armen wird immer größer.

Anlaufstelle für alle künftigen Hilfslieferungen ist nun die Caritas Nyíregyháza. Sie verfügt über große Kapazitäten und hat beste Möglichkeiten, Wege zu den Armen zu finden. Ein Herzenswunsch von Pater Gots bleibt offen. Seine ganz besondere Sorge galt ja von Anfang an den Roma. 12.000 leben in Nyíregyháza. Regelmäßig hat er mit ihnen Gottesdienst gefeiert. Ihnen möchte er mit einem Sozial-, Bildungs- und Seelsorgezentrum und einer Kapelle ein Stück Heimat geben. Die Bürgermeisterin begrüßt die Initiative und stellt den Baugrund zur Verfügung. Auch der Bischof ist angetan und die Diözese Linz will helfen. Die Kosten sind mit € 400.000 hoch. Doch wo es so viele helfende Hände gibt, wird sich der Traum von Pater Gots verwirklichen lassen. Auch Sie als Freunde der Kamillianer bitten wir von Herzen um einen großzügigen Baustein für das „Sozialzentrum Guszév”.

Romakinder mit Pater Gots
Pater Gots - sein Herz schlägt für die Romakinder.

Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
PSK Wien Nr. 92087732, BLZ 60000
IBAN: AT35 6000 0000 9208 7732. BIC: OPSKATWW

Verwendungszweck:
Sozialzentrum für Roma in Nyíregyháza-Guszév

Wir danken für alle Hilfe und
bitten heute für das Sozialzentrum Guszév in Ungarn.


Ein Bericht von Alois Pichler über den praktischen Einsatz in der Osteuropahilfe.

© Kamillianer 2010 - [Stand: 30.09.2010]     zurück     nach oben