Kamillianer
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„Was ihr dem Geringsten tut …“

Ein Behindertenheim in Indien muss umziehen


Wo sich viele Hände zusammentun, kann ein großes Werk entstehen –
wie das neue Behindertenheim der Kamillianerinnen in Indien.

Sieben Frauengemeinschaften aus dem Geist des Ordensgründers Kamillus von Lellis nennt das Kamillianer-Adressbuch. An erster Stelle die „Töchter des hl. Kamillus“, 1892 von Josephina Vannini und P. Luigi Tezza gegründet. Auch bei ihnen steht die Sorge um arme und kranke Menschen im Zentrum. Zum Beispiel behinderte Kinder. Jetzt muss ihr Heim in Indien einem Stausee weichen ...

Mitten im Urwald

1972 kamen die Kamillianerinnen auf Einladung eines Bischofs nach Kerala. In einer völlig abgelegenen Gegend, mitten im Urwald, sollten sie ein karitatives Werk für die arme Landbevölkerung aufbauen. Die Schwestern begannen in Kuttiyamvayal in der Region Thariode mit einer Apotheke und einer Krankenstation. Ein weiterer Schwerpunkt wurde die Sorge für Frauen und Mütter. Sie brachten ihnen Grundbegriffe der Hygiene bei und versuchten die Wichtigkeit einer schulischen Bildung für ihre Kinder zu vermitteln.

Dann wurde ausgerechnet in diesem abgelegenen Erdenwinkel ein Stausee angelegt. Die Bevölkerung wurde abgesiedelt; das Urwaldspital verlor seine Patienten. Auch bisher konnte der Betrieb vor allem während der Regenzeit aufgrund der unbefestigten Wege nur mühsam aufrecht erhalten werden.

Arm und auch noch behindert



Bestens ausgebildete Ordensfrauen versuchen die Entwicklung der Kinder nach Kräften zu fördern.

In dieser Situation wurden die Ordensfrauen auf eine andere Not aufmerksam: das Schicksal der behinderten Kinder. Unter armseligsten Bedingungen vegetierten sie dahin. Die Eltern waren hilflos. Es gab keine fachgerechte Betreuung, keine medizinische Rehabilitation, keine schulische Förderung. Am schlimmsten dran waren die geistig behinderten Kinder. Sie stießen auf völlige Ablehnung. Weder die Familie noch die Gesellschaft konnte mit ihnen etwas anfangen. Mit viel Mut, Gottvertrauen und der Hilfe von Menschen guten Willens haben die Kamillianerinnen für diese Ärmsten der Armen 1992 die „Pater-Tezza-Sonderschule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche“ eingerichtet. Zurzeit leben hier 60 Pfleglinge im Alter von eineinhalb bis dreißig Jahren. Die meisten sind schwerstbehindert; sie brauchen Tag und Nacht ständig Hilfe.

 

Fördern, wo es nur geht

Das Angebot der Schwestern ist beeindruckend. Es reicht von Physiotherapie und sprachlicher Förderung über Singen, Tanzen, Sport und Spiel bis zum familien- und gesellschafts-orientierten Training. Die Kinder sollen lernen, ihr Schicksal anzunehmen und mit ihren Möglichkeiten ein gelingendes Leben zu führen. Lernen müssen aber auch die Eltern, nämlich das tatsächliche Entwicklungsniveau ihrer Kinder anzunehmen. Und schließlich muss die Gesellschaft lernen, die Kinder in ihrem Sozialleben zu akzeptieren. Natürlich vermitteln die Schwestern auch praktische Fähigkeiten: die Herstellung von Kerzen und Webstoffen, Buchbinden, kunstgewerbliche Techniken und Hauswirtschaftslehre. Alles je nach Interessen und Möglichkeiten der oft doch stark behinderten jungen Menschen. Diese Arbeit mit Behinderten ist ein wichtiges Zeugnis gelebten Christentums, das in der Gesellschaft mit Respekt wahrgenommen wird und Nachahmung findet.


Dauernde Wassereinbrüche machen krank und zwingen,
für das Heim einen neuen Platz zu finden.

Krankmachende Fluten

Nun stehen die Schwestern vor einem großen Problem. Die steigenden Wasser des Stausees kommen den Mauern des Hauses bedrohlich nahe. In der Monsunzeit steht das Wasser sogar schon im Hof. Die Mauer zerfällt; Feuchtigkeit steigt in die Wände und macht die Kinder krank. Viele leiden unter Lungenkrankheiten und Asthma. Die Infrastruktur zerfällt, die Natur erobert sich das Land zurück. Das bringt neue Bedrohungen mit sich wie Angriffe von „wilden“ Tieren wie Elefanten, Affen und Schlangen. Da ihre Kinder hier nicht länger gesund und in Sicherheit leben können, bleibt den Ordensfrauen nichts anderes übrig, als mit dem Behindertenheim umzuziehen. In der Nähe der Stadt Mananthavady, in Kuzhinilam, gibt es ein geeignetes Grundstück. Die Menschen dort sind voller Begeisterung, dass die Kamillianerinnen kommen, wollen nach Kräften beim Bau des neuen Heimes helfen.

Die ersehnte Schule

Aber auch die Menschen in Kuzhinilam sind nur arme Bauern; im Ort gibt es nicht einmal eine Volksschule. Für die laufenden Kosten hofft man auf finanzielle Zuschüsse vom Staat, der inzwischen auch Interesse an der Schulung von Behinderten zeigt. Ebenfalls beitragen sollen Gewinne aus dem Anbau von Tee und Kautschukbäumen. Doch für die Finanzierung des Neubaus sind die Schwestern auf großzügige Spenden angewiesen. Sie erhoffen auch einen Baustein aus Österreich.

Liebe Freunde unserer Missionare!


Mit Hingabe sorgen die Kamillianerinnen für die oft schwer behinderten Kinder.
Basis dafür ist ihr Gottvertrauen – und die Hoffnung auf unsere Hilfe.

Die „Töchter des hl. Kamillus“ sind mit ihren rund 200 Schwestern in Indien vielfach engagiert. Sie arbeiten in der Rehabilitation und der Pflege von Lepra- und Aidskranken. Sie unterhalten Spitäler und Heime für alte Menschen. In Dörfern bieten sie eine ambulante medizinische Grundversorgung an und gesundheitliche Aufklärungsprogramme. Bewundernswert leben sie das „Charisma“ des hl. Kamillus und legen Zeugnis ab von der Liebe Gottes zu den Armen und Kranken. Sie verdienen es, dass wir sie mit unserem Gebet und unseren Spenden nach Kräften unterstützen. Dringend bitten die Schwestern um einen „Baustein“ für das neue Behindertenheim (Gesamtkosten rund 600.000 €). Unterstützung brauchen sie auch bei der Anschaffung von Medikamenten, Heilbehelfen und Unterrichtsmaterial. „Was immer ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Dieses Wort Jesu ist für sie Leitwort und Auftrag zugleich – wie für jeden Christen. Danke, dass Sie, liebe Freunde unserer Missionare und Missionsschwestern, bei unserem letzten Projekt für aidskranke Menschen ebenfalls in Indien so großzügig gespendet haben!

 

Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
PSK Wien Nr. 92087732, BLZ 60000
IBAN: AT35 6000 0000 9208 7732. BIC: OPSKATWW

Verwendungszweck:
Spende für das Behindertenheim in Indien

Wir danken für alle Hilfe und bitten heute für das Behindertenheim in Indien.


Die „Töchter des hl. Kamillus“ geben mit ihrer Sozialarbeit in Indien ein großartiges Zeugnis von der Liebe Gottes zu den Armen und Kranken.
 

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© Kamillianer 2009 (20. September) - [Stand: 22.09.2009]css