Kamillianer
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Sorgen wie eine Mutter …

Kamillianer helfen Aidskranken in Indien


HIV-infiziert und trotzdem fröhlich: In den Aidszentren der Kamillianer sorgt man für sie „wie eine Mutter für ihr einziges Kind“.

Aids. Trotz medizinischer Fortschritte bleibt Aids weltweit die größte Bedrohung. In Afrika, aber zum Beispiel auch in Indien. Aids ist auch die größte Herausforderung für den Kamillianerorden. Allein in Indien leben 5,7 Millionen Aidskranke. 74 Kamillianer kämpfen in dem 1,2 Milliarden Einwohner zählenden Land gegen die Seuche an.

Sie sah ihn - und ging nicht vorüber

Pater Biju Nannattu hat in Indien die Aidshilfe seines Ordens mit aufgebaut. Jetzt lebt er in Österreich und berichtet aus erster Hand: „Als wir an einem Nachmittag das Aidszentrum Snehadaan (= Geschenk der Liebe) in Bangalore betraten, kommt eine Frau mit zwei jungen Burschen. Einer von ihnen, der 16 Jahre alte Mohan, war HIV-infiziert. Die Frau sagt: ‚Ich sah ihn auf der Dorfstraße liegen. Seine Familie hatte ihn verstoßen und niemand kümmerte sich um ihn. Da konnte ich nicht zusehen, denn auch ich habe einen Sohn in diesem Alter.’ Und sie zeigte auf den anderen jungen Mann.

Wir waren stolz auf diese Frau. Wie der barmherzige Samariter im Evangelium (Lukasevangelium, Kapitel 10) war sie an dem HIV-infizierten Fremden nicht vorübergegangen, sondern hatte ihn aufgenommen und für ihn gesorgt. Mit dem Versprechen, ihn wieder zu besuchen, ging die Frau weg. Als die Frau gehen wollte, flossen aus Mohans Augen Tränen. Wir versuchten ihm Mut zuzusprechen, der Frau dankbar zu sein, dass sie so für ihn gesorgt hatte. Nach einem Augenblick Stille meinte Mohan: ‚Ja, ich sollte ihr dankbar sein, weil sie meine Mutter ist.’ “

Aidskrank in Indien


Am 1. Dezember ist Welt-Aidstag. In Indien sind eine Million Kinder betroffen.

In Indien ist Aids - wie in vielen Ländern der Welt - nicht eine Krankheit wie jede andere, sondern fest mit dem Stigma einer unmoralischen Lebensführung verbunden. Deshalb sind Aidskranke auch grundsätzlich vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Konkret heißt das: Die eigene Familie lehnt sie ab. Kein Arbeitgeber akzeptiert sie. Haben sie Kinder, dürfen diese keine Schule besuchen. Sie werden sozial isoliert, eine medizinische Behandlung wird ihnen verweigert. Die Situation spitzt sich zu, wenn die Infizierten aus der allerärmsten Schicht kommen und auf der Straße leben.

Mohan ist einer von über 5,7 Millionen HIV/Aids-Kranken in Indien. 34 Millionen gibt es weltweit. Zu diesem Millionenheer kommen allein in Indien in jeder Minute zwei weitere Menschen hinzu.

 

Auf Seiten der Armen

In den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts kamen die ersten Kamillianer nach Indien. Nach dem Beispiel des Ordensgründers Kamillus von Lellis wollten sie den Armen und Kranken dienen. Das waren zunächst die Leprakranken. Bald begegneten sie auch den neuen „Aussätzigen“, den HIV/Aids-Kranken, die in ihrer Familie, ja in der ganzen Gesellschaft auf völlige Ablehnung stießen.

 

Das neue Aidszentrum in Bangalore ist im Bau. Wir wollen helfen.

1997 gründeten die Kamillianer im südindischen Bangalore das erste Heim für Aidskranke. Seitdem sind fünf weitere Häuser in fünf verschiedenen Bundesstaaten hinzugekommen: 1997 Snehadaan in Bangalore und 2000 Snehasadan in Mangalore mit jeweils 50 Betten. 2004: Gründung des Aidszentrums Snehatheeram in Aluva. Das Lepradorf Eluru wurde 2005 mit 20 Betten für HIV-Patienten erweitert. 2008 Eröffnung von „Sneha Agnes“ in Nagpur mit zehn Betten. Mit diesen Einrichtungen erreichen die Kamillianer in Südindien mehr als 5.000 HIV/Aids-Kranke. Zusätzlich ist ihnen die Sorge für 36 weitere Aidszentren im Bundesstaat Karnataka anvertraut.

Am allerärmsten: HIV-infizierte Kinder


Sport und Spiel lassen die Sorgen des Alltags vergessen. Die Kamillianer in Indien kämpfen für eine neue Lebensgrundlage für HIV/Aids-kranke Kinder, um ihnen das „Schicksal der Straße“ zu ersparen.

Pater Biju erinnert sich an ein weiteres Schicksal: „Praveen ist eines von über einer Million indischen Kindern, die mit HIV geboren wurden. Im letzten Abschnitt der Schwangerschaft erfuhr seine Mutter, dass sie das Aidsvirus in sich trug. Ihr Mann und die ganze Familie verließen sie. Sozialarbeiter brachten sie in ein Spital, wo sie einem Buben, Praveen, das Leben schenkte. Doch das Krankenhaus konnte sie nicht länger behalten und sie wusste sie nicht, wohin. Unser Aidszentrum nahm sie auf und wenige Wochen später starb sie dort. Der kleine Praveen blieb allein zurück. Niemand wollte ihn haben und die Verantwortung blieb bei uns Kamillianern.“ Viele „Praveens“ sind es, die auf diese Weise zu den Kamillianern kommen ...“

Liebe Freunde unserer Missionare!

Der Kamillianer soll den Kranken „sorgfältig und liebevoll dienen, mit einer Hingabe, wie sie eine Mutter für ihr einziges Kind hat …“ So sagt es unsere Ordensregel. Der Kampf gegen Aids ist heute die große Herausforderung für den ganzen Orden. Gemeinsam müssen wir gegen diese Seuche und die mit ihr verbundene Diskriminierung ankämpfen. Die Kamillianer in Indien stehen an vorderster Front. Ihre neuste Einrichtung nennt sich „Sneha Care Home“: HIV-infizierte Kinder und Aidswaisen sollen eine Lebensgrundlage finden - oder sie landen auf der Straße, werden kriminell und eine Gefahr für die Gesellschaft. Bitte, helfen Sie mit, diesen durch Aids geschädigten Kindern eine bessere Zukunft zu geben, damit sie in menschlicher Würde leben können. Weitere Informationen unter: www.camilliansindia.org und www.snehacare.org.

Über 460.000 Euro waren es, die unser Missionswerk nicht zuletzt dank Ihrer großzügigen Spenden im Jahr 2008 für Heil und Heilung in aller Welt aufbringen konnte. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott, vor allem auch im Namen der vielen kranken Kinder und all der alten, kranken und behinderten Menschen, denen geholfen werden konnte. Bitte, helfen Sie weiterhin!

Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
PSK Wien Nr. 92087732, BLZ 60000
IBAN: AT35 6000 0000 9208 7732. BIC: OPSKATWW

Verwendungszweck:
Spende für Aidskranke in Indien

Wir danken für alle Hilfe und bitten heute für Aidskranke in Indien.


Auf gleicher Augenhöhe: Kamillianerpater Siby Kaitharan im Spiel mit einem Aidspatienten.
 

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© Kamillianer 2009 - [Stand: 13.06.2009]css