Kamillianer
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Die Kinder von Ilena


Der Reichtum Afrikas sind seine Kinder. Das gilt auch für Madagaskar.
 

Madagaskar braucht weiter unsere Hilfe!

Madagaskar, die exotische Insel vor Afrika, ist uns ans Herz gewachsen. Durch den engagierten Einsatz des Kamillianerpaters Engelbert Gruber, der 17 Jahre lang „unser Mann auf Madagaskar“ war, und durch die segensreiche Arbeit, die Elisabeth und Enzo Caruso unter den Leprakranken in vielen Dörfern geleistet haben.

Ilena will leben!

Ilena, das Lepradorf, in dem alle drei Österreicher gewirkt haben, steht im Mittelpunkt dieser Aussendung. Als die Kamillianer 1983 nach Madagaskar kamen, machten sie sich auf die Suche nach den Ärmsten der Armen und gelangten auch in dieses kleine Dorf, das rund sechs Kilometer von ihrem Einsatzort Fianarantsoa entfernt ist. Hier fristeten rund 250 Menschen in armseligen Häusern und allergrößter Armut völlig sich selbst überlassen ihr Leben. Neben dem Seelsorgedienst im 900-Betten-Spital der Stadt wurde die Betreuung der Leprakranken so die erste Aufgabe der Kamillianer.

 

Das Gründungskomitee der neuen Volksschule im Lepradorf Ilena.
 

Unter dem Motto „Ilena - ein Dorf der Hoffnung?“ gab unser Missionswerk 1989 eine erste Starthilfe zur Sanierung des arg heruntergekommenen Dorfes. 1995 wurde das bisher staatliche Lepradorf ganz den Kamillianern übergeben. Pater Engelbert Gruber sah nicht nur die seelische Not, sondern versuchte durch Gemeinschaftsaktionen Solidarität und Selbsthilfe unter den Menschen zu stärken. Noch heute erinnern Hunderte nützlicher Bäume und Sträucher und viele bunte Blumen an seine erfolgreiche Arbeit. Durch Eigeninitiative konnte die Ernährungslage wesentlich verbessert werden. Kleiderspenden aus Österreich trugen zum wachsenden „Wohlstand“ bei und auch auf die Kinder wurde nicht vergessen. Sie waren die besonderen Lieblinge Pater Engelberts. Manches blieb unvollendet, als er im Jahr 2004 nach Österreich zurückkehrte.

 

Bruder Claude Fritz mit einem Team von Junglehrerinnen vor der Schule von Ilena.
 

Da war es dann ein Segen, dass die Laienmissionare und Gesundheitshelfer Elisabeth und Enzo Caruso auf Wunsch der Kamillianer in Fiananarantsoa nach ihrem Dienst in den Lepradörfern Jakura und Isifotra die Arbeit in Ilena übernahmen. Da sie im Dorf und nicht im Kloster wohnten, waren sie mitten unter den Menschen und ihren Problemen. In dem einen Jahr, das sie in Ilena verbrachten, konnte sie an das Aufbauwerk von P. Engelbert anknüpfen und dank ihres Geschicks und ihrer reichen Erfahrung auch selbst grundlegende Verbesserungen für die Kranken durchführen. Mit Hilfe der Spenden unseres Missionswerks und auch aus ihrer Heimatgemeinde in Wien sind alle Häuser renoviert, die Zufahrtsstraße befestigt und die neue Schule für die Kinder fertig - sozusagen ein Symbol für die Zukunft des Lepradorfes: Ilena will leben!

Schule neu

Nach der Rückkehr der Carusos nach Österreich im Februar 2006 haben Ordensschwestern die Arbeit in Ilena übernommen. Unter der Leitung der elsässischen Ordensfrau Damienne leiten drei junge einheimische Schwestern die Geschicke des Dorfes und kümmern sich um die soziale und die gesundheitliche Betreuung der Bewohner. So konnten bereits in diesem Jahr wieder sieben neue Leprakranke entdeckt und behandelt und so vor einem Leben in Armut und Hoffnungslosigkeit bewahrt werden.

Die Hauptsorge der Schwestern gilt jedoch den vielen Kindern. 165 von ihnen besuchen zurzeit die Volksschule. 70, 80 davon kommen von auswärts, denn keine öffentliche Schule nimmt Kinder leprakranker Eltern auf. Und sie kommen gern. Die Kinder fühlen sich in der Schule so wohl, dass sie am liebsten gar keine Ferien mehr haben wollen.

Die zündende Idee

 

Sr. Damienne, verantwortliche Schwester in Ilena, erteilt schon einmal selbst den Unterricht.
 

„VOZAMA - Retten wir die Kinder Madagaskars!“ So nennt sich ein Hilfswerk, das 1995 von dem Jesuitenpater Père Boltz gegründet wurde. Verantwortlicher Leiter ist heute der Schulbruder Claude Fritz. Er erinnert an das Menschenrecht auf Schulbildung. Wegen der großen Armut beträgt die Einschulungsquote auf Madagaskar gerade einmal 54 Prozent. Die Grundidee von VOZAMA ist, dass dort, wo es auf dem dünn besiedelten Hochland an Bildungsstrukturen fehlt, die Schule eben zu den Kindern kommen muss. Diese Idee schlug ein: In den ersten zehn Jahren hatte VOZAMA bereits 700 Dorfschulen gegründet und weit über 20.000 Kinder auf den Weg zur Schule gebracht. Seit dem Jahr 2005 betreut das Hilfswerk auch die Volksschule in Ilena. Hier arbeiten mit großem Engagement ein Lehrer und zwei Lehrerinnen mit den Kindern. Dabei geht es ihnen nicht nur um das Abc und Kopfrechnen, sondern um die Weckung von Eigeninitiative, ja eine Veränderung des ganzen Lebens. Und beginnen muss man bei den Kindern. Die Erfahrung von VOZAMA ist: „Ein Dorf macht Schule, aber die Schule macht das Dorf.“

Deshalb werden auch die Eltern in den Schulbetrieb einbezogen. Alle zwei Monate finden Elternschulungen statt. Das ist auch höchst notwendig, denn gut die Hälfte der Eltern kann weder lesen noch schreiben. Auch die rund 680 neben- und hauptberuflichen Lehrerinnen und Lehrer werden von VOZAMA regelmäßig geschult. 32 Inspektoren, pensionierte Lehrer, ziehen zu Fuß, per Fahrrad oder Moped übers Land, um die über 500 Schulabgänger vor Ort zu Junglehrern auszubilden. Lehrer und Inspektoren besuchen monatliche Fortbildungen. Bei der Gelegenheit werden auch gleich die Aufgabenhefte der Kinder inspiziert. Ein höchst ausgeklügeltes System: Kaum jemand bricht die Schule vorzeitig ab und fast alle VOZAMA-Schüler, im letzten Jahr waren es 7.000, besuchen später gegebenenfalls mit Hilfe eines Stipendiums eine weiterführende Schule. 25 € kostet die Ausbildung für ein Kind pro Jahr, 300 € der Betrieb einer Dorfschule für ein Jahr. Auch auf Madagaskar ist der kürzeste Weg aus der Armut der Schulweg.

 

Auf dem Weg zur Schule: Der kürzeste Weg aus der Armut ist der Schulweg.
 

Neben den Schulen arbeitet VOZAMA eng mit den Pfarren und Dörfern zusammen und engagiert sich in Entwicklungshilfe-Projekten wie Hygiene und Gesundheitserziehung und umweltgerechter Landwirtschaft. Beispielsweise werden jedes Jahr 12.000 Bäume gepflanzt - eine dringende Notwendigkeit in dem von Brandrodungen immer wieder zerstörten Hochland.

„Gebt ihr ihnen zu essen!“

So heißt es in der Erzählung von der wunderbaren Brotvermehrung. Bei der Bekämpfung der Lepra spielt die Ernährung eine ganz entscheidende Rolle. Gesundes und ausreichendes Essen gibt es nur in den wenigsten Familien. Deshalb bieten die Schwestern seit Anfang dieses Jahres für alle Kinder eine Schulausspeisung an. Das kostet für ein Vierteljahr pro Kind rund 52 €. 50 Spenderinnen und Spender haben sich zu einer Patenschaft bereit erklärt. Leider fehlen auch noch die Räumlichkeiten, so dass die Schwestern den Bau einer Küche und eines Speisesaals planen. Auch dafür erbitten sie die Hilfe der Freunde der Kamillianer in Österreich.

Liebe Freunde unserer Missionare!

Die UN-Millenniumsziele fordern, den Kampf gegen extreme Armut und Hunger verstärkt aufzunehmen. Ein weiteres Ziel ist eine Grundschul-Bildung für alle Kinder. Deshalb brauchen die Kinder von Ilena uns noch immer und es ist schön, dass ihr Schicksal in so guten Händen ist. Herzlich danken wir Ihnen, wenn Sie sich der Not dieser Kinder öffnen. Dank Ihrer großzügigen Spenden konnten wir auch heuer wieder vieles für Heil und Heilung in der Welt tun. Auch dafür danken wir von Herzen und wünschen Ihnen gesegnete Advents- und Weihnachtstage und für das neue Jahr Gesundheit und Gottes reichsten Segen!


Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
PSK Wien Nr. 92087732, BLZ 60000
IBAN: AT35 6000 0000 9208 7732. BIC: OPSKATWW


Verwendungszweck:
Spende für die Kinder von Ilena

Wir danken für alle Hilfe
und bitten für die Kinder von Ilena in Madagaskar.

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