Kamillianer
zur Themenübersicht ]  - zurück -  [ Missionswerk ] [ Jahrhundertflut in der Ukraine 3/08 ] [ bisherige Missionsprojekte ]

Jahrhundertflut in der Ukraine

Unsere Osteuropa-Hilfe ist in vollem Einsatz

Während die Welt im Bann der Olympischen Spiele in Peking und der Krise am Kaukasus stand, verwüstete ein Hochwasser unvorstellbaren Ausmaßes weite Gebiete in der West-Ukraine und in Ostrumänien. Besonders betroffen waren die Bezirke Lemberg, Iwano Frankowsk, Tschernowitz, Chmelnikij, Winnica und Ternopol.


Bilder vermögen das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in der West-Ukraine kaum darzustellen.
 

Wie eine Sintflut ...


Die Osteuropa-Hilfe der Kamillianer hilft auch bei der Sanierung der oft armseligen Krankenhäuser.
 

Gewaltige Regenfälle vom 23. bis 27. Juli 2008 ließen die Flüsse und Nebenflüsse von Theiß, Dnjestr, Siret und Prut über die Ufer treten. Allein in der West-Ukraine standen 40.600 Häuser unter Wasser. Der Regen weicht die Lehmziegel auf, in den Wänden klaffen riesige Löcher. Wichtige Verkehrsverbindungen sind unterbrochen, 63 Brücken, 560 Fußgängerstege und 680 Kilometer Autostraßen zerstört. Die Trinkwasserbrunnen sind verschüttet, Telefonleitungen und Stromkabel zerrissen. 185 Dörfer hatten keinen Strom. Riesige Gebiete wertvollen Ackerlandes wurden verwüstet; die Ernte vernichtet. Wenn keine Hilfe kommt, droht im Winter eine Hungersnot.

Schon jetzt ist das Leid der Bevölkerung unvorstellbar. Viele stehen vor dem Ruin ihrer Existenz. Das Haus, die Möbel, Einrichtungsgegenstände, Kleidung, Lebensmittelvorräte, so vieles ist in den Fluten verloren.

„Hilfe für Osteuropa“

Seit zehn Jahren unterstützen mehrere Aktionskomitees in Ober- und Niederösterreich humanitäre Projekte in der Karpaten-Ukraine und im ehemaligen Ostgalizien. 1998 war es das Hochwasser an der Theiß, das erste intensive Hilfe erforderte. Auch in beiden folgenden Jahren kam es hier zu Hochwasserkatastrophen. Und jedes Mal waren die Aktionskomitees der Kamillianer mit der Lieferung von Hilfsgütern aller Art zur Stelle. Darunter mehrere Notarzt-Rettungswagen, OP-Einrichtungen und andere Krankenhaus-Bedarfsartikel. 120 Tonnen Hilfsgüter sind seitdem jedes Jahr in vielen Groß- und Kleintransporten in die Karpaten-Ukraine, nach Rumänien, Ost-Ungarn und in die Ost-Slowakei gebracht worden. Die Verteilung an die Not leidende Bevölkerung übernehmen Mitglieder der Kamillianischen Familien. Regelmäßig werden auch an Tuberkulose oder zerebral erkrankte Kinder unterstützt.


„Hilfe für Osteuropa“ fördert auch die medizinische Behandlung kranker Kinder.
 

Großzügige Spender aus Österreich haben Dutzenden von ihnen lebensrettende Operationen ermöglicht. Für das desolate Krankenhaus in Ökörmezö (Mishgirja) wurden gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern unserer Missionsnachrichten Gelder zur Sanierung aufgebracht und tonnenweise Hilfsgüter bereitgestellt. Ein anderer wichtiger Schwerpunkt der Osteuropahilfe ist die Unterstützung kinderreicher Familien, die die Not besonders hart trifft. Viele Kinder in Osteuropa leiden an Hunger und Unterernährung und werden so leicht zum Opfer lebensbedrohlicher Krankheiten. In der letzten „Weihnachtsaktion“ konnten 22 Tonnen Kindernahrung, Wurst und Gefrierfleisch geliefert werden. 400 Kinder erhielten im vergangenen Jahr in der Schule eine heiß ersehnte warme Mahlzeit. „Kein Kind soll hungern!“ nannte sich diese Aktion. Doch die Flutkatastrophe in diesem Sommer sprengt fast die Leistungsfähigkeit der Aktionskomitees.


Primarius Dr. Tzar, Motor und starker Partner der „Hilfe für Osteuropa“.
 

Hilfe konkret

Eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit braucht gute Partner im Krisengebiet – wie den Arzt Dr. Vasil Tzar. Im August war er in Österreich und hat ausführlich über das Ausmaß der Katastrophe informiert. Daraufhin haben unsere Aktionskomitees kurzfristig erste dringende Hilfsgüter geliefert. Doch jetzt sind die Lager leer. Benötigt werden Bettwäsche, Schuhe, Kinderkleidung und Haushaltsgeräte. Erbeten sind aber auch Geldspenden für die Transportkosten und vor allem auch für die weitere Unterstützung und medizinische Behandlung unterernährter und kranker Kinder sowie alter Menschen. Ärztliche Hilfe und Medikamente sind für diesen Personenkreis weitgehend unbezahlbar, geschweige denn ein Krankenhausaufenthalt.


Hunger auch in Ostungarn. Im Kamillianerkloster Nyiregyháza werden jede Woche 180 Kilogramm Brot an Arme verteilt.
 

Liebe Freunde unserer Missionare!

„Unser täglich Brot gib uns heute!“ Die Bitte aus dem Vaterunser ist angesichts der steigenden Lebensmittelpreise plötzlich wieder aktuell geworden. Nach wie vor bilden Armut, Krankheit und Hunger eine unselige Einheit. Ein Viertel der Weltbevölkerung ist absolut arm. 143 Millionen Menschen in der Welt hungern! Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger! Dabei ging es doch in den so genannten Millenniumszielen der Vereinten Nationen darum, die Zahl der Armen und Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Jeder Mensch, der an Armut stirbt, ist einer zu viel, und jedes Kind, das hungert, ist ein Skandal, zu dem wir nicht schweigen dürfen.

Die Kamillianer haben sich dem Kampf gegen Armut, Krankheit und Hunger verschrieben. „Was ihr einem meiner Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“, heißt es im Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lukasevangelium, Kapitel 10). Für viele, die sich unserem Orden verbunden wissen, ist das zum Leitwort geworden. Dank der großzügigen Hilfe der Freunde und Förderer unseres Missionswerks konnten und können wir immer wieder nachhaltig helfen, in Afrika, Asien und Lateinamerika und seit über zehn Jahren auch in Osteuropa. Deshalb sind Katastrophenmeldungen, wie sie jetzt aus der Ukraine kommen, für unsere Aktionskomitees eine besondere Herausforderung. Es ist schön, dass es Menschen gibt, die aus christlicher Verantwortung heraus anpacken und helfen wollen. Damit sie das auch weiterhin tatkräftig und erfolgreich tun können, bitten wir Sie um Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in der West-Ukraine.

Bankverbindung:
Missionswerk der Kamillianer
Österreichische Postsparkasse,
PSK Wien Nr. 92087732, BLZ 60000
IBAN: AT35 6000 0000 9208 7732. BIC: OPSKATWW


Verwendungszweck:
Spende für das Missionsprojekt

Wir danken für alle Hilfe und bitten
für die Opfer der Flutkatastrophe in der West-Ukraine.

zur Themenübersicht ]  - zurück -  [ Missionswerk ] [ Jahrhundertflut in der Ukraine 3/08 ] [ bisherige Missionsprojekte ]

© Kamillianer 2008 - [Stand: 17.10.2008]css