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Ein Leben im Dienst
der Kranken und Armen

Kamillus von Lellis, Gründer des Ordens der Kamillianer

Geburtsort des Kamillus von Lellis
Bucchianico in den Abruzzen/Mittelitalien: Geburtsort des Kamillus von Lellis

Kamillus von Lellis ist einer der großen Caritas-Heiligen der Kirche. Geboren wurde er am 25. Mai 1550 in Bucchianico in den italienischen Abruzzen. Nach einem bewegten und von Krankheit gezeichneten Leben gründete er 1586 den Orden der „Diener der Kranken", genannt Kamillianer. Am 14. Juli 1614 starb Kamillus in Rom. Der 1746 von Papst Benedikt XIV. heiliggesprochene Ordensgründer wurde 1886 zum Patron aller Kranken und Krankenhäuser und 1930 zum Schutzpatron des Krankenhauspersonals ernannt. Dargestellt wird er im Ordensgewand mit dem roten Kreuz auf der Brust am Krankenbett. Kirchliches Fest am 14. Juli.

Eine Soldatenkarriere

Als Sohn eines adeligen Hauptmanns in Bucchianico geboren, wuchs Kamillus nach dem frühen Tod der Mutter ohne tiefere Bildung auf. 1568-1574 stand er als Soldat in venezianischen und spanischen Diensten gegen die Türken. Schon damals plagte ihn eine Wunde am linken Fußgelenk, die sich als unheilbar herausstellen sollte. Zur Behandlung mußte er das rauhe Soldatenleben unterbrechen und sich in das St. Jakobsspital in Rom begeben. Doch bald warf man ihn wegen seines Verhaltens wieder hinaus. Mehrmals hatte Kamillus in höchster Lebensgefahr ein christliches Leben versprochen. Als er im Oktober 1574 nach einem schweren Seesturm vor Neapel wie durch ein Wunder gerettet wurde, verfiel er nach seiner Entlassung aus dem Heer jedoch wieder in ein zielloses Leben. Beim Kartenspiel verlor er alles, was er besaß, sogar sein Hemd.

Bekehrung und Reformator im Spital

In größter Not fand der zum Bettler gewordene Kamillus Arbeit beim Bau des Kapuzinerklosters in Manfredonia. Ein Gespräch mit dem Kapuziner P. Angelo am Vorabend des Festes Mariä Lichtmeß, 2. Februar 1575, brachte endlich Klarheit in sein Leben und führte zur Bekehrung. Kamillus wollte nun bei bei den Kapuzinern eintreten. Doch die Fußwunde brach wieder auf; er wurde entlassen.

Wieder kam er in das St. Jakobusspital nach Rom und verdingte sich dort als Krankenpfleger. Nach vier Jahren kehrte er in das Kloster zurück und begann erneut das Noviziat. Als sich die Wunde wiederum öffnete, wurde er endgültig aus dem Orden entlassen. Da erkannte Kamillus, daß sein ihm von Gott zugedachter Platz bei den Kranken im Spital war. Der einst so leichtsinnige junge Mann führte seit seiner Bekehrung ein äußerst strenges Leben der Buße. Tag und Nacht diente er den Kranken und stand den Sterbenden bei. Unter der geistlichen Führung des hl. Philipp Neri wuchs er zu großer Heiligkeit heran. Nach vierjährigem Krankendienst wurde ihm wegen seiner großen Liebe zu den Kranken und seinem aktiven Einsatz 1579 nach seiner zweiten Rückkehr aus dem Kapuzinerkloster die Leitung des Spitals übertragen.

Priester und Ordensgründer

 
Kamillianer
Kamillus bei der Feier der heiligen Messe.
(Mailand, Casa di cura S. Pio X.)
Einziges authentisches Bild des Heiligen.
 

Um den Kranken auch in ihrer religiösen Not beistehen zu können, setzte sich Kamillus mit 32 Jahren noch einmal für zwei Jahre auf die Schulbank, lernte Latein und wurde am 26. Mai 1584 zum Priester geweiht.

Die Mißstände im Spitalswesen veranlaßten Kamillus, eine Gruppe von Gleichgesinnten um sich zu scharen. Sie wollten aus religiösen Motiven den Kranken professionell dienen. Ihnen ging es dabei um den ganzheitlichen Dienst, das heißt um Krankenpflege und Krankenseelsorge. Anfangs begegnete man dieser Gruppe mit Mißtrauen und Verdächtigungen, doch 1586 fand sie als „Gesellschaft der Diener der Kranken" ihre kirchliche Anerkennung.

Die erste Bewährungsprobe für die junge Gemeinschaft kam im Jahr 1590, als in Rom eine Typhusepidemie ausbrach und viele Opfer forderte. Die Betreuung der Kranken und Sterbenden wurde Kamillus und seinen Mitbrüdern anvertraut. Auch bei vielen anderen Einsätzen im Kampf gegen Hungersnöte und Pestepidemien waren die „Kamillianer" gefragt, so daß die schnell wachsende Gemeinschaft schon in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens nicht weniger als 220 Mitglieder verlor. Sie starben als „Märtyrer der Nächstenliebe".

Im Jahr 1591 wurde die Gemeinschaft von Papst Gregor XIV., der von dem hingebungsvollen Dienst der Brüder tief beeindruckt war, zum religiösen Orden erhoben. Am 8. Dezember 1591 legten die ersten 25 „Kamillianer" die feierlichen Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsam ab. Hinzu kam ein viertes Gelübde: den Kranken zu dienen, auch unter Einsatz des Lebens. Ihr besonders Kennzeichen war das rote Kreuz, das sie sich auf die Brust hefteten. Dieses Kreuz hat später Henry Dunant zur Gründung des „Roten Kreuzes" inspiriert.

Nicht zuletzt wegen ihres opferreichen Engagements in den immer wieder ausbrechenden Pestepidemien wurde der Orden um Hilfe ersucht und breitete sich rasch aus. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstanden Niederlassungen in Neapel, Mailand, Genua, Bologna, Florenz, Ferrara, Messina und Palermo. Getreu ihrem Gelübde stellten sich die Kamillianer auch auf diversen Kriegsschauplätzen in den Dienst der verwundeten und sterbenden Soldaten. Als Sanitäter und Feldgeistliche kamen acht Kamillianer bei einem Feldzug gegen die Türken bereits 1595 bis Wien, Preßburg und Komorn.

Der verwundete Heiler

Im Jahre 1607 legte Kamillus sein Leitungsamt nieder, um ganz dem Dienst an den Kranken zu leben. Gepeinigt von fünf schweren Krankheiten (die Fußwunde, eine starke Gehbehinderung, ein Leistenbruch, Nierenkoliken und am Ende Magenkrebs), die er in Erinnerung an die Wunden Jesus die fünf „Barmherzigkeiten Gottes" nannte, schleppte er sich von Bett zu Bett, um nach seinen Kranken zu sehen. Mit größter Hingabe widmete er sich den Sterbenden. Er selbst starb im Mutterhaus des Ordens in Rom, bei der Kirche der hl. Maria Magdalena, am 14. Juli 1614.

Bei seinem Tod zählte der Orden rund 300 Mitglieder, obwohl bereits 220 der Pest zum Opfer gefallen waren. Heute zählt der Orden der „Diener der Kranken" in seinem männlichen Zweig weltweit über tausend Mitglieder. Auch gibt es eine Reihe von Frauengemeinschaften, die nach dem Beispiel des hl. Kamillus den Kranken und Sterbenden dienen.

Worte des Heiligen

„Legt euer Herz in eure Hände.”

„Jeder soll sich unbedingt davor hüten, dem armen Kranken mit Abschätzigkeit oder mit lieblosen Worten zu begegnen. Er soll sie mit Geduld und Liebe behandeln. Denn der Herr hat gesagt: Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Daher soll jeder im Kranken die Person des Herrn sehen.”

„Eine Frömmigkeit, die die Werke der Nächstenliebe vernachlässigt, ist falsch. Für mich gibt es eine Frömmigkeit der Tat, die die Arbeit zum Gebet macht... Der Herr will von uns Werke der Liebe. Mir ist es lieber, wenn sich ein Ordensmann bereithält für den Ruf zu einem Sterbenden, als wenn er in Verzückung in seiner Zelle sitzt.”

Totenmaske des Kamillus von Lellis   Totenmaske des Kamillus von Lellis  
 

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© Kamillianer 2008 - [Stand: 30.07.2014]