Kamillianer

KAMILLUS HEUTE »
Januar 2017 Nr. 119

Krankenhausseelsorge
Trauern um
Geistlichen Rat
Gottfried Thom

50 J. Kamillianer
in Burkina Faso

Kamillianische Familien:
Einkehrtag in Bad Zell
Einkehrtag in
Schwanenstadt

[zum Seitenende]
[zurück]
Was ist neu?
Aktuelles
Kamillianer auf einen Blick
Gesamtauswahl
Spiritualität
geistliche Impulse
Gebete
Orden weltweit
Österr.Provinz
Mitarbeiter gesucht
Missionswerk
Gesundheitsdienst
Kamill. Schwestern
Die Kamill. Familie
Kamillus von Lellis
Ordensgeschichte
Textsammlung
Literatur
Links
Archiv
Seitenübersicht
Stichwortverzeichnis
Kontakt
Kamillus Heute

MITTEILUNGEN DER KAMILLIANER AUS ÖSTERREICH
Januar 2017 - Nr. 119

Treffen Krankenhausseelsorger

Die Krankenhausseelsorge als Herzstück des kamillianischen Dienstes

Schlussdokument des Internationalen Symposiums der Kamillianer, Rom, 4. bis 6. November 2016

Heute Krankenhausseelsorger sein: eine prophetische und missionarische Tätigkeit


Am Ende dieses Treffens, in dem wir mit Leidenschaft und Enthusiasmus über Themen und Probleme berieten, die von verschiedenen Vortragenden verständig behandelt worden waren und bei denen wir uns als Teilnehmer aktiv eingebracht haben, wollen wir zunächst dem Herrn, seinem liebevollen Geist, Dank sagen. Wir wollen in diesem kurz gefassten Dokument denjenigen, die nicht daran teilnehmen konnten, sowie dem gesamten Orden einige Themen mitteilen, die uns für die spezifische Tätigkeit der Krankenhausseelsorger wichtig zu sein scheinen, aber auch für die Zukunft des Ordens und für die Lebendigkeit des kamillianischen Charismas.

Wir haben versucht, uns auf acht wichtige Punkte zu beschränken.
1. Propheten zu sein in einer globalisierten Gesellschaft, in der Säkularisation, Gleichgültigkeit, Vermeidung von Religion und tiefe Religiosität gleichzeitig vorhanden sein können. Es handelt sich um eine Herausforderung, die uns sehr beschäftigt, weil wir als Ordensangehörige auf fünf Kontinenten tätig sind und täglich konfrontiert werden, die richtigen Worte zu finden, die begleitet sind von den Gesten, die Teilnahme manifestieren und die schon alleine von Gott sprechen, von seiner Barmherzigkeit für die ganze Menschheit, vor allem für die Leidenden und für die schwächsten Mitglieder der Menschheit.
2. Der Primat des Wortes: Um Verkünder des Evangeliums auf dem Gebiet des Leides zu sein, müssen wir den Primat unserer persönlichen und gemeinschaftlichen Beziehung mit dem Herrn wiederentdecken, eine Freundschaft, die durch den Herrn selbst entstanden ist und durch ihn Gewicht bekommt in jedem Moment unseres Lebens, insbesondere in unserem Dienst, indem wir beharrlich auf Sein Wort hören.
3. Die Suche und die Pflege der Spiritualität: Die Botschaft und das kamillianische Charisma verlangen von uns ein intensives geistliches Leben, ohne das eine jede unserer Tätigkeiten nicht Ausdruck „der neuen Form der Nächstenliebe“ ist, die das Zentrum des Charismas bildet.
4. Die Entfaltung der Menschlichkeit: Das Verständnis der Freuden, der Hoffnungen und der Traurigkeiten der gesamten Menschheit und der heutigen Menschen in ihr, die leiden, ist das große Geschenk des kamillianischen Charismas, das Christus und den Menschen als Zentrum hat.
5. Die Ausübung des Mitgefühls: Darin besteht die Besonderheit der kamillianischen Ausdrucksweise gegenüber den Leidenden. Es handelt sich um eine typisch menschliche und humanisierende Eigenschaft. Es ist ein Gefühl, das die Person liebevoll, teilnehmend, respektvoll gegenüber einem Menschen macht, der uns um Aufmerksamkeit und um Heilung bittet.
6. Die Herausforderungen: Wir begegnen ihnen bei der Begleitung von ungläubigen Personen oder Angehörigen anderer Religionen; bei der Begleitung von Menschen in der Endphase der Krankheit mit all ihren breiten ethischen, medizinischen, psychologischen und emotionellen Problemen; in der Begleitung der Familien, insbesondere bei der Aufarbeitung der Trauer; ebenso bei der Begleitung des Pflegepersonals.
7. Eine besondere Aufmerksamkeit und Verantwortung hegen wir gegenüber dem Institut Camillianum, das in den vergangenen dreißig Jahren dazu beigetragen hat, Seelsorger und Pastoralassistenten, die aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, auszubilden. Wir wünschen, dass es nicht nur eine allgemein gehaltene Ausbildung bietet, sondern dafür offener ist, sich intensiver der spezifischen Weiterbildung zu widmen und wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Gesundheit und der Pastoraltheologie zu betreiben.
8. Die Hoffnungen und der Einsatz für die Zukunft: Nicht nur bezüglich der Krankenseelsorge, sondern auch was den Orden als solchen betrifft, beobachtet man, dass in der Kirche und in den verschiedenen Gesellschaften das Bedürfnis nach dem kamillianischen Charisma besteht. Natürlich muss dieses angepasst sein für die gegenwärtige Zeit, in der wir mit der ganzen Menschheit Mitgestalter sind. Es handelt sich um Hoffnungen und Bemühungen, die ein aufmerksames Unterscheidungsvermögen verlangen, um das wir die Hilfe des Geistes der Liebe erbitten, damit es uns gelingt, den Willen Gottes zu verstehen, der unsere Aufmerksamkeit und unsere Freiheit beschäftigt und fordert.

Wir alle, die Teilnehmer an dieser Tagung interpretieren in glaubhafter Sicherheit auch in diesen Zeiten „den Traum“ des Herrn für uns und für unseren Orden, deshalb drücken wir den Willen aus, das zu verwirklichen, was wir vorausahnen gemeinsam mit allen Brüdern und Schwestern, die aus verschiedenen Gründen und auf verschiedene Weise mit uns am selben Charisma teilnehmen, das von der Liebe der Dreifaltigkeit unserem Vater Kamillus geschenkt wurde.
Das Sekretariat für den Dienst
Rom, am 9. November 2016


Kamillianer trauern um
Geistlichen Rat Gottfried Thom

1938 in Perg geboren, wurde der gelernte Tischler 1979 zum Ständigen Diakon der Diözese Linz geweiht. Er wirkte u.a. in den Pfarren Steyregg und Bad Schallerbach sowie als Seelsorger im Krankenhaus und im Altersheim. Gottfried Thom war ab 2001 Vorstandsmitglied der Gemeinschaft der Kamillianischen Familien Österreichs, seit 1985 Mitarbeiter von P. Anton Gots bei den Glaubensseminaren; seit 1998 Mitarbeit bei den monatlichen Heilungsgottesdiensten in Kremsmünster.

R.I.P.

 

Treffen in Burkina Faso

Zeugen der Barmherzigkeit Christi -
                                50 Jahre Kamillianer in Burkina Faso

Gebet und Eucharistiefeier waren das Herzstück dieses brüderlichen Treffens der Höheren Oberen in Burkina Faso vom 9. bis 16. Oktober 2016. Man dankte für die fünfzigjährige Präsenz der Kamillianer in Burkina Faso.
Diese Woche war auch ein günstiger Zeitpunkt für die kirchenrechtliche Umwandlung der Vize-Provinz Burkina Faso in eine Ordensprovinz.
In einem geschichtlichen Rückblick erinnerten wir uns an verschiedene Provinzobere der römischen Provinz und an manche Delegaten und Vize-Provinziale von Burkina Faso.
Die Herausforderungen richten an uns die Frage, wie die Zukunft zu gestalten ist.
Die erste große Herausforderung für das Ordensleben in Afrika ist die Aus- und Weiterbildung.
Die zweite Aufgabe für das Ordensleben in Afrika besteht darin, die Evangelischen Räte voll und ganz zu leben.
Die dritte Herausforderung für das geweihte Leben in Afrika ist das Gemeinschaftsleben, das zwischen Mitgliedern verschiedener Stämme verwirklicht werden muss. Dies macht eine ständige Neuinterpretation der Inkulturation nötig.
Die Ordensleute der jungen Provinz Burkina Faso, 109 an der Zahl, haben ein Durchschnittsalter von ungefähr 40 Jahren. Es handelt sich um begabte, großmütige Menschen, die immer mehr ihre missionarische Einstellung, ihre Offenheit gegenüber den vielschichtigen und modernen Nöten der Menschen entwickeln müssen.
Das Thema des Treffens der Generalkonsult mit den höheren Oberen war „Das Kamillianische Projekt: Für ein kreatives und getreues Leben, das unseren Orden erneut beleben und gestalten soll.“
Wenn wir an Qualität und Quantität zunehmen wollen, ist es notwendig, in die Qualifizierung der Ausbildner, in die Strukturen der Ausbildung und in die Berufswerbung zu investieren. Die Ausbildung muss sich an dem Sinn der Mission orientieren: Die jungen Kandidaten sollen im Geist der Mission heranwachsen und deshalb ist auch eine Zusammenarbeit mit anderen Orden nötig, die sich an dieser Perspektive orientieren.
Es ist eine verstärkte Leitungstätigkeit nötig – angefangen von der zentralen Ordensleitung. Es soll eine bessere Planung ausgearbeitet werden, die Leitlinien garantiert, welche eine Zusammenarbeit ermöglichen und dabei einen Provinzialismus überwindet.
In der Pfarrkirche „Saint Camille“ feierten wir die Eucharistie, während der auch das Dekret des Generaloberen bezüglich der kanonischen Errichtung der Provinz von Burkina Faso verkündet wurde. Viele kamillianische Mitbrüder und Ordensfrauen der Töchter des hl. Kamillus feierten mit.
Wir haben einige kamillianische Gründungen in Ouagadougou besichtigt: das Spital „Saint Camille“, das Zentrum der biomolekularen Forschung „Pietro Annigoni“, das Gesundheitszentrum „Candaf“ und das Rehabilitationszentrum für die soziale und berufliche Wiedereingliederung von jungen Frauen.
Es sind dies Institutionen, die ein Zeugnis vom kamillianischen Charisma geben: den Ärmsten zu dienen und ihnen zur Gesundheit zu verhelfen. Das Angebot ist für alle und in vielen Fällen kostenlos. So war es beeindruckend, dass sich unter den Patientinnen eine große Anzahl von verschleierten muslimischen Frauen befand, die mit ihren neugeborenen Kindern zu sehen waren. Auch das ist ein eindeutiges Zeichen für die Universalität der Nächstenliebe.
Es war schön, die Freude des Dienstes und des Glaubens zu erleben – in Burkina Faso, dem „Land des Lächelns“, und auf diese Weise das kamillianische Charisma zu erfahren!

P. Alfréd György MI


Kamillianische Familien Österreichs

Einkehrtag in Bad Zell

Einkehrtag in Bad Zell

Auf Einladung von Ernestine Lehner, der Leiterin der Kamillianischen Familie in Bad Zell, kamen am Samstag, den 22. Oktober 2016, die Mitglieder der Kamillianischen Familien Bad Zell, Haag und Liebenau ins Pfarrheim Bad Zell zu einem Einkehrtag.
P. Joshy wählte als Thema seines Vortrages „Barmherzig zu sich selbst sein“, was ganz im Sinne des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahres der Barmherzigkeit war.
B-ARM-HERZ-igkeit heißt, ein Herz zu haben für die Armen und Kranken, sein Herz zu öffnen für die Not der Menschen. Mit Beispielen aus dem Lukasevangelium zeigte P. Joshy auf, was Barmherzigkeit vermag und welche Folgen durch Unbarmherzigkeit mit mir selbst entstehen.
Er wies in seinem Vortrag darauf hin, wie wichtig es für uns ist, mit sich selber barmherzig zu sein, damit wir in unserem Dienst im Umgang mit den Kranken barmherzig sein können.
Mag. Angela Mair gab Impulse für die Arbeit und den Gedankenaustausch in Gruppen: Was heißt es für mich, mit mir selber barmherzig zu sein? Welche inneren Hindernisse habe ich bei mir bemerkt? Was ist meine Motivation für den Dienst in der Kamillianischen Familie?
Die Teilnehmer konnten dazu in Kleingruppen ihre Meinungen und Erfahrungen austauschen.
Mag. Angela Mair begann ihren Vortrag „Die sieben Werke der Barmherzigkeit heute“ mit einem Brief des hl. Bernhard von Clairvaux an Papst Eugen III., der in seinen vielen Tätigkeiten zu einem „burn out“ gekommen war. Der Heilige warnte den Heiligen Vater: Wer seine Tätigkeiten einschränkt, der erlangt Weisheit! Jeder Tätigkeit muss Besinnung vorausgehen.
Angela Mair stellte die Frage: Was ist heute für mich ein Werk der Barmherzigkeit? Dann besprach sie, mit Hinweisen auf Bibelstellen, wie wir heute an den körperlich und seelisch Notleidenden, den Ausgegrenzten, den Angehörigen von Randgruppen Werke der Barmherzigkeit tun können, indem wir ihnen die folgenden Zusagen geben:

1. Du gehörst dazu.
      2. Ich höre Dir zu.
            3. Ich rede gut über Dich.
                  4. Ich gehe ein Stück Weges mit Dir.
                        5. Ich teile mit Dir.
                              6. Ich besuche Dich.
                                    7. Ich bete für Dich.


Mit der Feier der Hl. Messe in der Pfarrkirche Bad Zell wurde der Einkehrtag abgeschlossen.

Gerhard Lenzenweger



Einkehrtag in Schwanenstadt

Einkehrtag in Schwanenstadt

Die kamillianische Familie Schwanenstadt lud am 5. November 2016 zu einem Einkehrtag zum Thema „Barmherzigkeit im Alltag leben“ ein. 25 Teilnehmer aus Schwanenstadt, Altmünster und Altenhof folgten der Einladung. P. Joshy, Kamillianer aus Salzburg, gab in seinem Vortrag einen Einblick in unsere innere Armut, die unserer Barmherzigkeit bedarf. Mag. Angela Mair, Vizepräsidentin der Gemeinschaft der Kamillianischen Familien Österreichs, brachte an Hand der Werke der Barmherzigkeit nach Bischof Joachim Wanke praktische Beispiele aus unserem Alltag. Der Tag bot auch Austausch in Gruppen, Anbetung und Aussprachemöglichkeit und schloss mit einer Hl. Messe.

© Kamillianer 2017 - 28.01.2017 [Stand: 31.01.2017]zurück     nach oben