Kamillianer
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Gemeinschaft der Kamillianischen Familien Österreichs
1130 Wien, Versorgungsheimstraße 72

PROVINZIALSTATUT 2002

1. Definition

  1. Die Gemeinschaft der Kamillianischen Familien Österreichs (KFÖ) ist eine Assoziation, die diejenigen zusammenführt, die sich als Laien berufen fühlen, die in der Taufe angenommene Verpflichtung zu leben, indem sie von der Liebe Christi zu den Kranken und Leidenden Zeugnis geben – gemäß dem Charisma, das der heilige Kamillus von Lellis von Gott erhielt und das er dem von ihm gegründeten Orden übermittelt hat.
  2. Das Leben der KFÖ und die von ihr entwickelten Tätigkeiten stützen sich auf das Beispiel des barmherzigen Christus, auf die Lehren der Kirche, auf das Charisma, auf die Spiritualität und die Sendung des Kamillianer­ordens.
  3. Obwohl die KFÖ wesentlich eine Assoziation von Laien ist, ist sie auch offen für Priester, Diakone und für Mitglieder der Institute des geweihten Lebens, die den Wunsch haben, am kamillianischen Charisma teilzu­haben – unter Beachtung der Pflichten, die von ihrer Zugehörigkeit zum Diözesanklerus bzw. zu ihren Instituten kommen.
  4. Die Kamillianische Familie (KF) ist eine öffentlich kirchliche Assozia­tion, die vom Heiligen Stuhl (Kongregation für die Institute des ge­weihten Lebens und die Gemein­schaften des apostolischen Lebens) als ordenseigene Gründung der Kamillianer durch die Approbation des General­statuts anerkannt wurde.

2. Ziele

    Die KF hat sich folgende Ziele gesetzt:
     
    1. Die Ausübung der leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit an den Kranken.
    2. Die kirchliche Gemeinschaft und die sozial-karitativen Einrichtungen zur Achtung der Würde der Kranken anzuregen, indem man sich um einen Dienst an ihnen bemüht, der von echten menschlichen Werten und den Prinzipien christlicher Ethik durchdrungen ist.
    3. Mitarbeit bei der Verwirklichung einer Kultur des Lebens und der Gesundheit, die sich am christlichen Menschenbild orientiert.
    4. Vertiefung und Aktualisierung des Ordenscharismas durch Zusammen­arbeit mit kamillianischen Ordensleuten bei Projekten zur Evangelisie­rung und Humanisierung des Gesundheitswesens und bei missiona­rischen Initiativen.
    5. Wertschätzung des Gebetes – als ein wirksames Mittel des Apostolates und als Hilfe, den Glauben in der schwierigen Situation des Leidens zu leben.
    6. Die Aufgabe des kranken Menschen in der kirchlichen Gemeinschaft als Verkünder des Evangeliums anzuerkennen und zu verstärken.
    7. Die Verbundenheit innerhalb der Kamillianischen Gemeinschaft durch gegenseitige materielle und geistliche Hilfe zu pflegen, damit jedes Mitglied Beistand findet – besonders in schwierigen Situationen.

3. Spiritualität

  1. Die Spiritualität der KF verwirklicht sich in einer ihr eigenen weltlichen Ausprägung, in einem Lebensprojekt, das sich auf die Person Christi zentriert, ihm nachfolgt und vom Beispiel des hl. Kamillus angeregt wird, wie dies im Grundgesetz des Kamillianerordens beschrieben ist:
  2. Auf dem Weg eines menschlichen und christlichen Reifens ist es den Mitgliedern ein Anliegen, auf das Wort Gottes zu hören und oft an den Sakramenten der Eucharistie und der Versöhnung teilzunehmen. Sie pflegen die Verehrung der Unbefleckten Jungfrau – Maria, Heil der Kranken – und die Lektüre der Lebensbeschreibungen und Schriften des hl. Kamillus.
  3. Die Einheit mit Gott findet ihren Ausdruck in der Offenheit und Bereitschaft zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit allen.
  4. Sehr wichtig ist die Teilnahme am Leben der Kirche, vor allem in der Diözese und in der eigenen Pfarre.
  5. Die Mitglieder der KFÖ sind offen für eine Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen im Dienste an den Kranken.

4. Mitglieder der Gemeinschaft

  1. Ordentliche  Mitglieder der Gemeinschaft sind die Kamillianischen Familien und einzelne Personen, die als ordentliche Mitglieder aufge­nommen wurden. Diese stehen in direktem Kontakt mit der Leitung der Gemeinschaft. Ordentliche Mitglieder in den Kamillianischen Familien und als Einzelpersonen können sein:
  2. Fördernde  Mitglieder unterstützen durch Gebet und geistige Verbunden­heit und / oder finanziell die Gemeinschaft und stehen nach Möglichkeit auch für einzelne Aktivitäten zur Verfügung.
  3. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in der KF:

5. Organisation der Gemeinschaft der Kamillianischen Familien Öster­reichs

  1. Die Generalversammlung
    1. Aufgabe der Generalversammlung ist:
      • die Approbation der Statuten der Provinz, der Delegation oder der Nation und ihrer eventuellen Abänderungen;
      • die Wahl des Provinzvorstandes, ausgenommen des Geistlichen Assistenten;
      • Entgegennahme des Tätigkeitsberichtes des Provinzvorstandes und Approbation seiner geleisteten Arbeit;
      • Prüfung des Finanzberichtes des Kassiers / der Kassierin und Genehmi­gung der Jahresbilanz.
    2. Der Provinzial nimmt mit allen Rechten an der Generalver­sammlung auf der Ebene der Provinz teil.
    3. Die Verantwortung des Geistlichen Assistenten wird im Einver­nehmen mit dem Provinzial oder dem Provinzialdelegierten und der Assoziation definiert.

     
  2. Der Vorstand
    1. Aufgabe des Vorstandes:
      • das Leben der KF zu fördern durch Bildungsveranstaltungen, Anregungen zu geistlichem Wachstum und apostolischer Aktivität;
      • Ansuchen um Aufnahme entgegenzunehmen und über den Ausschluss eines Mitglieds zu entscheiden (Ausschlussgründe: Verstoß gegen das Vereinsstatut und gemeinschaftsschädigendes Verhalten);
      • neue lokale KF zu gründen und die Arbeit schon bestehender lokaler Gruppen zu begleiten;
      • unter Bekanntgabe eines besonderen Themas die General­ver­sammlung einzuberufen, über finanzielle Fragen zu entscheiden und Wahlen
      • rechtliche, disziplinäre und ökonomische Fragen der lokalen Gruppen zu regeln;
      • einen Jahresbericht zu erarbeiten und an die Zentralkommission zu senden.
    2. Aufgabe des Präsidenten / der Präsidentin:
      • die Assoziation der KF gemäß den Statuten zu leiten;
      • die Generalversammlungen und die Sitzungen des Präsidiums einzu­berufen und zu leiten;
      • die Assoziation offiziell nach außen zu vertreten;
      • die Kontakte zu den verschiedenen Mitgliedern der KF (siehe 4.1 und 4.2) zu pflegen und ihre Beziehungen festzulegen.
    3. Aufgabe des Vizepräsidenten / der Vizepräsidentin:
      • im Falle der Verhinderung des Präsidenten / der Präsidentin Über­nahme aller seiner Vollmachten.
    4. Aufgabe des Sekretärs / der Sekretärin:
      • verantwortlich für die schriftliche Abfassung aller Protokolle der Sitzungen und Debatten, für die Korrespondenz, das Archiv und die Massenmedien.
    5. Aufgabe des Kassiers / der Kassierin:
      • von Amts wegen die Verwaltung der Finanzen der Assoziation und verantwortlich für eine geordnete Buchhaltung.
    6. Aufgabe des Geistlichen Assistenten:
      • das spirituelle Wachstum der Mitglieder der KF (siehe 4.1 und 4.2), ihre Treue zum Evangelium, zu der Lehre der Kirche und zu den Grundlagen der kamillianischen Spiritualität zu fördern;
      • Assistenz und Begleitung auf der Ebene der lokalen Gruppen zu geben;
      • nach Möglichkeit einmal jährlich die lokalen Gruppen zu besuchen.

6. Struktur und Arbeitsweise einer Kamillianischen Familie auf Ortsebene

  1. Eine Kamillianische Familie besteht aus mindestens fünf und höchstens 25 Mitgliedern; ab 25 Mitglieder soll die Gruppe geteilt werden.
  2. Sie wird geleitet von einem Leiter / einer Leiterin; dabei hilft ein Stell­ver­treter / eine Stellvertreterin, ein Sekretär / eine Sekretärin und ein Kassier / eine Kassierin. Sie werden von den Mitgliedern der Ortsgruppe gewählt und müssen vom Vorstand der Provinz bestätigt werden.
  3. Die Verantwortlichen haben die Aufgabe:
  4. Einmal im Jahr senden die einzelnen Familien einen ausführlichen Bericht über ihre Aktivitäten, den personellen Stand, sowie über erwähnenswerte Ereignisse im Leben der Familie an den Präsidenten / die Präsidentin der KFÖ.

7. Ökonomie und Finanzen

  1. Die finanziellen Mittel der Kamillianischen Familien Österreichs kommen:
  2. Die finanziellen Mittel der lokalen KF kommen von den freiwilligen Beiträgen der Mitglieder.
  3. Finanzielle Verbindlichkeiten:

8. Anmerkungen

  1. Nur die Mitglieder, die öffentlich ihren Beitritt zur KF erklärt haben, haben das Recht, an der Generalversammlung teilzunehmen, das aktive und passive Stimmrecht als gewählte Delegierte (5.1) auszuüben und Informationen über das Leben der Vereinigung zu erhalten. Ihrerseits haben sie die Pflicht, die Statuten zu befolgen und sich der Kirche und dem Kamillianerorden gegenüber loyal zu verhalten.
  2. Alle Wahlen und Entscheidungen erfordern die absolute Mehrheit der Stimmen.
  3. Die Amtsdauer beträgt auf der Ebene der Provinz und der lokalen Gruppen drei Jahre; diese kann in der Regel nur einmal verlängert werden.
  4. Eine Austrittserklärung ist jederzeit möglich und muss schriftlich er­folgen.
  5. Die Assoziation löst sich aufgrund eines mit Zweidrittelmehrheit gefassten Beschlusses der Generalversammlung auf. Eventuell vor­handenes Vermögen fällt an den Kamillianerorden, der es für karitative Zwecke verwendet.
  6. Bei der Ausarbeitung der Provinzialstatuten soll man die Anpassungen an lokale Erfordernisse berücksichtigen.
  7. Wenn das Wohl der Assoziation die Einführung eines neuen Artikels der Statuten oder eine Änderung oder Annullierung angeraten sein lässt, soll in der Generalversammlung der entsprechende Vorschlag eingebracht werden. Die Artikel, welche die Beziehung zum Kamillianerorden betreffen, können nicht geändert oder annulliert werden ohne die Zustimmung der rechtmäßigen Ordensoberen.

Ordentliche Generalversammlung der KFÖ (Kamillianische Familien Österreichs),
Wien - Kremsmünster, 7. April 2002

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© Kamillianer 2007 - [Stand: 21.08.2007]css