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Auf Pilgerreise in Italien

Pilgerreise der Kamillianischen Familien nach Italien

Insgesamt 18 Pilgerreisende von den Kamillianischen Familien, dem Kamillianerkonvent und Gästen aus Ungarn erlebten vom 9. bis zum 14. Oktober 2019 eine Pilgerreise auf den Spuren des hl. Kamillus und zu bedeutenden Gnadenstätten in Italien. Höhepunkt war die Teilnahme an der Heiligsprechung der Gründerin der Töchter des hl. Kamillus, der seligen Guiseppina Vannini durch Papst Franziskus auf dem Petersplatz. Aufgenommen wurde die Pilgergruppe im Gästehaus des Kamillianerklosters in Bucchianico, dem Geburtsort des hl. Kamillus.

Am 10. Oktober besuchten wir zwei ganz bedeutende Gnadenstätten: Lanciano und Manopello. In Lanciano ereignete sich im 8. Jahrhundert das erste, von der Kirche anerkannte Eucharistische Wunder. Wir hielten beim Altar der Kirche des Franziskanerklosters, in dem in einem Reliquienschrein die Hostie und das Blut verehrt werden kann, eine kurze, stille Andacht.

In Manopello, am Fuß des Maiella-Massives, wird in der Kirche, die von den Kapuzinern betreut wird, seit 500 Jahren das Volto Santo (Heiliges Antlitz) aufbewahrt. Wir konnten auf der Rückseite des Altares das Muschelseidentuch mit dem Antlitz Christi bestaunen. Zu Fuß gingen wir in die Altstadt Bucchianico, die sich auf einem Berg befindet. Vor dem Konvent erwartete uns P. Christoph und führte uns durch die Kirche, das Santuario und das Museum des hl. Kamillus. In der Klosterkirche feierten wir die Hl. Messe, danach besichtigten wir das Geburtshaus des hl. Kamillus. Es war schon dunkel, als P. Alfréd noch für eine Überraschung sorgte. Unser Kleinbus brachte uns zu einem Ziegelbrennofen, „Calcea“, aus dem Jahre 1604, in dem Kamillus die Ziegel für seine Kirche erzeugen ließ und der heute als Gedenkstätte dient.

Am 11. Oktober führte unser Weg zum Gargano, so heißt der gebirgige Stiefelsporn Italiens an der Adriaküste. Unser Ziel war San Giovanni Rotondo. Dort lebte, wirkte segensreich und starb der hl. P. Pio. Wir gingen in die neue, große Kirche San Pio. Dort erwartete uns P. Alfredo von der sizilianischen Provinz in Manfredonia, der uns den ganzen Tag als Fremdenführer begleitete. Wir gingen durch die Oberkirche, die 6500 Menschen fasst, zur Anbetungskapelle und schließlich in die Unterkirche zum Grab von P. Pio. Danach zeigte uns P. Alfredo die große Kirche Santa Maria delle Grazie (geweiht 1676), in der P. Pio täglich die Hl. Messe zelebrierte, in seinem Beichtstuhl Beichte hörte und wo beim Kruzifix auf der Empore der Heilige seine Stigmata erhielt. Im Kloster gingen wir zu der bescheidenen Zelle 1, die P. Pio bewohnte und zur Bibliothek. Wir besichtigten die Zelle, in der P. Pio operiert worden war, und gingen durch die Gedenkausstellung über P. Pio und von dort in die Krypta, wo sich das alte Grab von P. Pio befindet. Von San Giovanni Rotondo fuhren wir auf den Gargano und zum Valle del Inferno (Höllental), zu der Stelle, an der der hl. Kamillus auf der Reise von San Giovanni nach Manfredonia sein Bekehrungserlebnis hatte. 1960 wurde an dieser Stelle ein Altar unter einem dreieckigen Baldachin errichtet, an dem P. Alfréd und P. Alfredo mit der Pilgergruppe die Hl. Messe feierten. Zuletzt besuchten wir noch den Monte Sant‘ Angelo. Über San Marco in Lamis verließen wir im Abendlicht den Gargano und kehrten nach Bucchianico zurück.

Am 12. Oktober fuhren wir nach Rom, die ewige Stadt. Im Gästehaus Villa Primavera der Schwestern von der Magd der Inkarnation wurden wir bereits erwartet. Nach dem Essen fuhren wir in den Vatikan. Dort erwartete uns ein mit P. Alfréd befreundeter Priester und Experte der Kunstgeschichte, der uns durch die Vatikanischen Museen führte. Höhepunkt war der Besuch der Sixtinischen Kapelle.

Am 13. Oktober mussten wir rechtzeitig auf dem Petersplatz sein. Wir fanden Plätze in der Mitte des Petersplatzes und erwarteten den Heiligen Vater, der segnend mit dem Papamobil vorbeikam. Am Petersdom hingen schon die Porträts der neuen Heiligen: John Henry Newman, Guiseppina Vannini, Mariam Thresia Chiramel Mankidiyan und Dulce Lopes Pontes und Marguerite Bays. Nach dem Eröffnungsritus und der Allerheiligenlitanei nahm Papst Franziskus die Kanonisation vor. Danach folgte die feierliche Papstmesse.

Nach dem Angelusgebet traf sich die Gruppe zu einem Mittagessen, um dann auf dem Weg des hl. Kamillus zur Kirche der hl. Maria Magdalena (M. Maddalena) zu gehen. Die Kirche und das Kloster sind Sitz des Generalates des Kamillianerordens. Ein junger Pater führte uns durch Kirche und Kloster, in die Kreuzkapelle, Maria Heil der Kranken, in die Sakristei und ins Sterbezimmer des Heiligen, wo wir in stiller Andacht verweilten. Im Kapitelsaal machten wir kurze Rast und gingen danach zum Trevibrunnen und zur Kirche Don Bosco, in der Bilder des hl. Kamillus zu sehen waren. Nach einem Abendessen in einem typisch römischen Lokal brachte uns der Bus durch das nächtlich beleuchtete Rom zum Gästehaus.

Müde, aber mit vielen neuen Eindrücken aus dem Leben des hl. Kamillus, schönen gemeinsamen Erlebnissen, einem persönlichen Hochgefühl und bleibenden Erinnerungen kamen wir am 14. Oktober von der Pilgerfahrt zurück.

Bericht und Fotos: Gerhard Lenzenweger


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