Kamillianer

Österr. Provinz
Györ (1761-1786)»
Inhalt
Vorwort
Leben des hl. Kamillus
Ordensorganisation
Kamillianer in Györ
Niederlassung in Györ
Bautätigkeit
Vertrag der Stadt Györ
Kirche und Klosterbau
Ausstattung und Inventar der Kirche
Lebensweise der Kamillianer
Messordnung der Kirche
Spenden und Stiftungen
Auflösung des Ordens in Györ

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Die Kamillianer in Györ (1761-1786)

Dr. Ambrosius Németh

Vorlesung bei der Sitzung der „St. Stefans-Gesellschaft“, Abteilung für Wissenschaft und Literatur am 9. Oktober 1913. Veröffentlicht von der Abteilung für Wissenschaft und Literatur des Verlages der „St. Stefans-Gesellschaft“, Budapest 1915.

Einleitung

Vor mehr als 200 Jahren haben die Kamillianer in Ungarn, näherhin in der Stadt Györ, 25 Jahre lang sehr segensreich gewirkt. Schon vor einigen Jahren ist mir eine sehr sorgfältige, wissenschaftliche Arbeit in die Hände gekommen, die im Jahre 1915 gedruckt erschienen ist und die Tätigkeit der Kamillianer in Ungarn und vor allem auch das bedauerlich rasche Ende derselben beschreibt. Im Zusammenhang mit unserer Neugründung in Nyíregyháza / Ungarn dürfte dieser Bericht die Mitbrüder und Freunde unseres Ordens sicherlich interessieren. Deshalb habe ich eine Übersetzung ins Deutsche veranlasst. Die Hauptlast der schwierigen „Umbrucharbeit“ aus dem, in sehr weitschweifender Sprache gehaltenen Text, der im Stil der Schreibweise um die letzte Jahrhundertwende verfasst ist, hat Sr. Térez Jessenkovits, Ordensfrau von den Englischen Fräulein, getragen. Sr. Térez war ca. 30 Jahre in Österreich als Lehrerin tätig und ist nach der politischen „Wende“ wieder nach Ungarn zurückgekehrt. Sie ist meiner Bitte um die Übersetzung gerne nachgekommen. Ich möchte ihr auch an dieser Stelle ganz herzlich danken. Mir oblag nur noch die Durchsicht der Übersetzung auf heutige, deutsche Lesart hin. Ich habe darauf verzichtet, den reichhaltigen, wissenschaftlichen Apparat (= die Belegstellen in den Fußnoten) anzuführen. Das ungarische Original ist bei mir und steht auf Wunsch jedem zur Verfügung.

Nach dem Durchlesen dieser Broschüre wird gewiss auch bei manchem Leser der bedrückende Eindruck zurückbleiben, dass schon vor 200 Jahren mit unseren Mitbrüdern zusammen, wenn auch unter anderen Vorzeichen als in den vergangenen 40 Jahren, viele Christen einem politischen System ausgesetzt waren, das die menschliche Freiheit gering achtete und das Geistlich-Religiöse vollständig unter die Kontrolle politischer Macht zu bringen suchte. Kaiser Josef II. hat bekanntlich im gesamten damaligen Habsburgerreich nicht weniger als 512 Klöster, unter ihnen bedeutende Stifte und ganze Ordensgemeinschaften, aufgelöst und ihr Vermögen eingezogen. Wenn auch die Zeit eine andere war und die weltlichen und kirchlichen Verhältnisse und die Denkweise der handelnden (und erleidenden) Personen mit jenen von heute nicht zu vergleichen sind, die gewisse Tragik ist nicht zu übersehen, die z. B. das Werk unserer Ordensbrüder in Ungarn kennzeichnet. Unabhängig davon haben im 18. Jahrhundert diese Kamillianer einen weit schwereren Anfang in Ungarn durchgemacht, als wir hier in Nyíregyháza heute. Im Vertrauen, dass sie bei Gott unsere Fürsprecher für unseren Start und unser kamillianisches Apostolat in Ungarn sind, übergebe ich diese Schrift einem breiteren Leserkreis - auch aus ehrlicher Hochschätzung, und aus Dankbarkeit diesen Mitbrüdern gegenüber.
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P. Dr. Anton Gots Kamillianer
Nyíregyháza, am 1. Jänner 1996

Vorwort

Von der Niederlassung und Arbeit des Ordens der Krankendiener des hl. Kamillus bzw. der Kamillianer ist nach meinem Wissen bis jetzt nur in einem gedruckten geschichtlichen Werk von Tóth Antal, dem verstorbenen Dechant und Pfarrer von Györ, Nádor Város, unter dem Titel: „Die Pfarre und Kirche von Györ, Nádor Város“ Erwähnung getan. Von Seite 12-19 ist in dieser Arbeit die Rede von den Kamillianern von Györ. Außerdem gibt es im Erzbischöflichen Privatarchiv (Theca XLI Nr. 5207) eine handschriftlich verfasste Arbeit, die Asztl János, Kanoniker von Györ, 1835 unter dem Titel verfasst hat: „Die Einführung der Kamillianer in die Stadt Györ.“ Nachdem die zwei Arbeiten lücken- und fehlerhaft sind, fand ich es wichtig, die Geschichte der genannten Ordensleute in Györ ausführlicher und genauer zu erforschen. Das Ergebnis davon ist diese Arbeit.

Dr. Ambrosius Németh
Györ, am 3. Juli 1913

I. Kurze Lebensgeschichte des hl. Kamillus und des von ihm gegründeten Krankenpflegeordens, seine Organisation und seine Ziele

Das Leben des hl. Kamillus

Kamillus von Lellis wurde in der Gemeinde Bucchianico im Königreich Neapel in Italien am 25. Mai 1550 geboren. Er war schon früh verwaist. So war seine Erziehung und schulische Bildung sehr mangelhaft. Er geriet in schlechte Gesellschaft, führte ein leichtfertiges Leben und verfiel dem Würfel- und Kartenspiel. Schon in jugendlichem Alter wurde er Soldat. Dieser Beruf trug nicht dazu bei, ihn ernster werden zu lassen. Er verlor im Spiel sogar sein ganzes Vermögen. Wegen einer schweren Fußwunde musste er den Soldatenberuf aufgeben. Danach lebte er im Elend. Eben das veranlasste ihn, seinen Lebensweg zu ändern und einen besseren Lebensweg einzuschlagen. Wegen seiner andauernden Fußleiden begab er sich in das St. Jakobs-Spital in Rom. Hier führte er ein frommes Leben und bewies in guten Taten seine Bekehrung. In Frömmigkeit und Sühneleistung widmete er sich als Krankenpfleger völlig dem Dienst an den Kranken, insbesondere an den Sterbenden. Wegen seines Eifers und seines Geschickes wurde er bald zum Verwaltungsleiter des Spitals ernannt. Dieser Stand jedoch befriedigte ihn nicht, vielmehr entschloss er sich, Priester zu werden, um sich den Kranken noch mehr widmen zu können.

Mit 32 Jahren begann er zu studieren. Nach Mittelschule und Theologiestudium wurde er 1584 zum Priester geweiht. Er legte die Leitung des Spitals zurück und gründete mit einigen gleichgesinnten, weltlichen Männern den Orden „Der Väter vom seligen Sterben“ oder „Orden der Krankendiener“. Kamillus widmete sich völlig der Krankenpflege und der Ausbreitung seines Ordens. Zu dieser Zeit wütete in Italien oft die Pest. Kamillus und seine Gefährten vollbrachten in Rom und Neapel und in anderen Städten bewundernswerte Aktivitäten in der Pflege der Pestkranken. 1613 ging er zurück nach Rom. Hier erkrankte er schwer und starb 1614. Nach seinem Tod geschahen an seinem Grab viele Wunder. Der Papst sprach ihn 1742 selig und 1746 heilig.
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Die Organisation, die Regeln und die Ausbreitung des vom hl. Kamillus gestifteten Krankenpflegeordens

Der vom hl. Kamillus 1584 gestiftete Orden wurde 1586 vom Papst anerkannt. Das Breve des Papstes verpflichtet die Ordensmitglieder, folgende Regel zu halten: Die Mitglieder führen ein gemeinsames Leben. Außer den Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams legen sie noch ein viertes Gelübde ab, nämlich die Kranken zu pflegen. Dieses Gelübde verpflichtet sie auch zur Pflege der Pestkranken. Der Obere wird von ihnen auf je drei Jahre gewählt. Ihre Kleidung ist ein schwarzer Talar mit einem roten Kreuz auf der Brust. Als sich diese neue Institution noch mehr verbreitete und die Mitglieder immer zahlreicher wurden, erhob der Papst 1591 durch eine eigene Bulle die Gemeinschaft zu einem priesterlichen Orden. Ab nun wurden die erwähnten vier Gelübde zu feierlichen Gelübden. Doch außer diesen vier Gelübden hatten die Ordensmitglieder noch vier einfache Gelübde abzulegen:

  1. Sie üben die Krankenpflege nach der Anordnung der päpstlichen Bulle aus.
  2. Die Spitäler, in denen sie arbeiten, wollen sie nicht als Eigentum besitzen.
  3. Außerhalb ihres Ordens nehmen sie keine kirchlichen Würden an, nur eventuell mit Erlaubnis des Papstes.
  4. Wenn jemand von ihnen nach einer solchen Würde strebt, sind die anderen verpflichtet, dies dem Ordensoberen zu melden.

Die Bulle von 1591 beinhaltet noch folgende Ordensregeln: Die Mitglieder wählen den Generaloberen auf Lebenszeit und sein Titel ist „General“. Unter den Mitgliedern sollen hinsichtlich der Krankenpflege mehr Laien sein als geweihte Priester. Auch so genannte Oblaten können aufgenommen werden, d. h. solche, die von den Eltern angeboten werden oder die sich selber zur Krankenpflege oder zu Diensten im Haus anbieten. Solche Mitglieder legen nur die einfachen Gelübde ab. Das Noviziat dauert zwei Jahre. Der Orden steht nicht unter dem Diözesanbischof, er genießt die gleichen Privilegien wie die Bettelorden.

Da die Ordensmitglieder ohnehin durch die schwere Krankenpflege körperlich genug gefordert sind, sollen sie außer den gewöhnlichen Fasttagen nur an den Vigilien der Muttergottesfeiertage fasten. Am Freitag essen sie kein Mittagsmahl und am Morgen jedes Freitags geißeln sie ihren Leib. Das Brevier haben nur die geweihten Priester zu beten. Außerdem müssen sie täglich die hl. Messe zelebrieren, Beichte hören und Kommunion spenden. Die Laien beichten und kommunizieren jeden Sonntag. Schließlich haben alle Mitglieder viele religiöse und asketische Übungen auszuführen, welche sie in der Vollkommenheit ihres Ordensstandes fördern sollen. Neben alldem müssen sie bestrebt sein, auch unter Einsatz ihres Lebens, besonders für das Seelenheil ihrer anvertrauten Kranken in der Todesstunde Sorge zu tragen. Daher sollen die Mitglieder schon im Noviziat nicht nur mit Reden und Unterweisungen ermuntert werden, sondern auch durch praktische Übungen sollen sie den Sterbenden im Todeskampfe alle Hilfen und Möglichkeiten anbieten, damit deren Seelen in die ewige Heimat gelangen können.

Ab 1592 verbreitete sich der Orden des hl. Kamillus in Italien sehr stark, als ein reicher Kardinal sein Vermögen dem Orden vermachte. 1599 gab der Papst dem Orden das Recht, eigene Spitäler zu gründen, zu leiten und zu erhalten. Das Ordensinstitut war für Italien ein wahrhaftiger Segen. Die Opfer der wütenden Pestepidemien wurden von den Kamillianern ohne Todesangst und tapfer gepflegt und versorgt. Ein glänzender Beweis ihres Geistes der Selbsthingabe ist es, dass seit der Gründung (1584) bis 1614 220 Mitglieder der Pest zum Opfer gefallen waren. Doch blieben noch 330 Mitglieder am Leben. Es ist ein Beweis für ihre weite Verbreitung. Ihre bewundernswerte Nächstenliebe übten die Kamillianer nicht nur in Italien, sondern im Auftrag ihres Ordensgenerals auch in anderen Ländern - so auch in Ungarn - aus, wo die Pest wütete. Außerhalb von Italien verbreitete sich der Orden zunächst auch in Spanien. Von hier wurden sie allerdings in letzter Zeit vertrieben. In Ungarn - wie es die folgenden Kapitel bezeugen - wurden die Kamillianer in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sesshaft, aber nicht sehr lange.
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II. Die Ordensleute des hl. Kamillus in Györ

1. Ihr zeitweiliger Aufenthalt in der Vorstadt, genannt Neustadt

Vorgeschichte: Die Einladung von zwei Kamillianern aus Italien nach Vác. Ihre ungewisse Lage

Der Bischof von Vác, Graf Paul Forgach, rief im 18. Jahrhundert die Kamillianer nach Ungarn. Forgach studierte in Rom Theologie und von dort her lernte er die segensreiche Tätigkeit der Kamillianer kennen. Als Bischof von Vác entschloss er sich, diese segensreiche Institution in seinem Bistum einzubürgern. Er wandte sich an den Generaloberen in Rom und bat, ihm zwei Ordensmitglieder nach Ungarn zu schicken. Der Generalobere erfüllte ihm die Bitte und sandte Fabricius Negretti aus Rom und Johann Baptist De Liancourt aus Florenz nach Ungarn. Die beiden Kamillianer kamen am 8. August 1758 in Vác an. In einer am 30. August 1758 abgehaltenen Konferenz des Bischofs fasste dieser den Beschluss, in einem Rundbrief den Gläubigen kund zu tun, sich in Krankheitsfällen zur Pflege und Betreuung an die Kamillianer zu wenden.

Forgach gab vorläufig den beiden Kamillianern eine Wohnung in seinem Palais und versprach ihnen, eine Stiftung zu gründen und ihnen ein Haus zu bauen. Bevor er jedoch seine Tat ausführen konnte, starb er am 25. August 1759. So sehr sorgte er für sie, dass er ihnen testamentarisch beiden Neuntel seines Vermögens vermachte. Die Auszahlung bereitete Schwierigkeiten, denn Forgach war sehr verschuldet. Die Königliche Kammer legte die Hand auf seinen Besitz. Die beiden Kamillianer gingen daraufhin am 1. November 1759 zur Königin Maria Theresia nach Wien und baten sie um ihren Anteil aus dem Vermögen von Forgach. Maria Theresia versprach ihnen mündlich, dass für die Herausgabe des ihnen zustehenden Anteils gesorgt werde. So konnten sie hoffen, dass sie in Györ doch noch eine Niederlassung gründen könnten. Zwischenzeitig war für sie gesorgt. Da die Verlassenschaft Forgach bis November 1759 nicht erledigt war, erhielten sie aus dem Diözesaneinkommen den Lebensunterhalt. Außerdem bekamen sie noch 500 Forint dazu. Die in Vác vorgesehene Niederlassung missglückte schlussendlich, da der neue Bischof von Vác, Graf Karl Esterházy, mit anderen Plänen beschäftigt war und die Gründung der Kamillianer missbilligte. Das Ordinariat Vác war nicht in der Lage, die Kamillianer zu unterstützen.
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Die Niederlassung der Kamillianer in Györ-Neustadt

Nachdem die Vácer Niederlassung missglückt war, gingen Negretti und De Liancourt Anfang 1760 erneut nach Wien und baten in ihrem Gesuch Königin Maria Theresia, dass die Königliche Kammer ihnen den aus dem Nachlass des verstorbenen Bischofs Paul Forgach zustehenden Betrag aushändige. Ferner möge ihnen ihre Majestät gewähren, dass sie irgendwo in Ungarn eine bleibende Wohnstätte finden und sich verschaffen könnten.

Die Königin entsprach dem Wunsch der beiden Kamillianer. Sie verordnete, dass sie ihren Anteil von 6.605,94 Forint erhalten sollten. Solange sie keine eigene Wohnung besitzen, solle sie die Kammer versorgen. Ab 1. Jänner 1760 sollten ihnen 5 Prozent Zinsen ausbezahlt werden. Außerdem gestattete die Königin den Kamillianern, sich dort niederzulassen, wo sie ein Bischof in seine Diözese aufnimmt. Doch noch mehr tat Maria Theresia. Sie zeigte ein derartiges Wohlwollen ihnen gegenüber, dass sie den Kanzler Graf Pálffy Miklos anwies, der auch ansonsten sehr wirksam die Angelegenheiten der Kamillianer unterstützte, Bischof Graf Zichy Ferenc von Györ zu schreiben und ihm die Unterstützung der Kamillianer zu empfehlen. Der berühmte, alle kulturellen und mitmenschlichen Angelegenheiten fördernde Kirchenfürst versprach, im Herbst 1760 gerne die beiden Kamillianer in seine Diözese aufzunehmen. Daraufhin baten Negretti und De Liancourt den Stadtrat von Györ, solange sie keine andere Wohnung fänden, ihnen das zum Dreifaltigkeits-Armen-Haus (Spital) gehörige und mit ihm zusammenhängende Haus zu überlassen. Sie versprachen, dafür die Kranken des Armenhauses auch im Fall einer Pestkrankheit umsonst pflegen zu wollen. Außerdem sagten sie zu, das erbetene Haus nicht als Eigentum zu betrachten, die Rechte des Pfarramtes, anderer Ordensgemeinschaften und der Stadt Györ nicht verletzen und Rechte für sich nicht beanspruchen zu wollen. Die Kamillianer verständigten Miklos Pálffy, dass sie sich beim Rat der Stadt Györ um das Haus bewarben. Pálffy schrieb am 19. Dezember 1760 einen Brief um positive Erledigung des Antrags der Kamillianer. In der Antwort des Stadtrates an den Kanzler vom 30. Dezember zählte der Stadtrat alle Schwierigkeiten auf, weshalb er dem Wunsch der Kamillianer nicht nachkommen könne. Das Dreifaltigkeits-Armenhaus war von der Zeit an, da es aus den Händen der Protestanten in den Besitz der Katholiken überging, mit kaiserlicher Erlaubnis zum Ort der Ausübung der christlichen Liebe bzw. zum Krankenhaus geworden. Darin werden einheimische Arme und fremde Kranke ohne Unterschied des Bekenntnisses und der Nationalität gepflegt und der Heilung zugeführt. Es könnte jedoch zutreffen, dass die Zahl der Patienten immer mehr zunimmt, sodass die beiden Zimmer benötigt würden. Daher könne man das Haus in Neustadt den Kamillianern nicht überlassen. Auch aus diesem Grunde könne man die Zustimmung nicht geben, weil die Umwandlung des Zweckes der Räume die ursprüngliche Absicht der Gründer und Erhalter verletzen würde.

Diese Antwort teilte Pálffy der Königin mit. Maria Theresia nahm sie nicht zur Kenntnis, befahl durch die Hofkammer der Stadt Györ (13.1.1761), die Kamillianer sofort aufzunehmen und ihnen die in Frage kommenden Räume ohne weiteren Widerspruch zu übergeben.

Der Stadtrat antwortete noch am gleichen Tag bejahend, man würde die Räume den Kamillianern unverzüglich überlassen, sobald diese in Györ ankämen. Doch gleichzeitig bat man, dass die Ordensleute nur so lange in diesen Räumen wohnen sollten, bis sie nicht eine andere entsprechende Unterkunft gefunden hätten. In dieser Zeit sollten sie für die aus zwei Zimmern, Küche, Speisekammer und Keller bestehende Wohnung 40 Forint Miete zahlen. Soviel zahlten derzeitig auch die übrigen Bewohner. Selbst diesen geringen Betrag habe das Spital sehr nötig.

Die Angelegenheit der Niederlassung der Kamillianer kam vor den Stadthalterrat. Als der Stadtrat von Györ in seiner Antwort, wie oben erwähnt, an den Kanzler wegen der Überlassung der Räume Hindernisse entgegenstellte, wandten sich die Kamillianer erneut um Unterstützung ihrer Angelegenheit an die Königin. In ihrem Bittschreiben erbaten sie, das Haus in Neustadt als ewige und bleibende Schenkung. Sie erwähnten auch, wenn sie zu ihrem Unterhalt mehr Geld bekämen als die von der Königin angebotene Summe von 6.600 Forint (genau 6.605,94 Forint) aus der Erbschaft von Forgach, dann würden sie das Haus nicht als Schenkung erbitten. Und im übrigen erbäten sie das Haus nicht ohne Gegenleistung. Denn sie würden nicht nur die Pflege der Kranken übernehmen, sondern sie versprächen auch, dem Seelsorger in Györ / Neustadt in der Seelsorge zu helfen, der 7.000 Einwohner seelsorglich zu betreuen hat.
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Maria Theresia sandte das Gesuch an den Stadthalterrat mit der Weisung, die Sache schnell und positiv zu erledigen, da die Zahl der Bevölkerung ständig im Steigen ist und die Tätigkeit der Kamillianer umso segensreicher sein könnte. Bischof und Stadtrat sollten dazu mit der Königlichen Kammer zusammenwirken. Der Stadthalterrat, der von der Intervention der Kamillianer bei der Königin erfuhr, schrieb daraufhin (im Schreiben vom 5. Februar 1761) an den Bischof von Györ, Graf Zichy Ferenc, und an den Stadtrat und ersuchte um Aufklärung darüber, auf welche Hindernisse denn die Übergabe des Hauses stoße und unter welchen Bedingungen diese dennoch den Kamillianern gewährt werden könnte. Am 9. März 1761 sandte der Stadtrat auf diese Aufforderung hin alle Duplikate von den Schriften, die man an die Königliche Kammer geschickt hatte, an den Stadthalterrat. Außerdem verständigte er den Stadthalterrat darüber, welche Wirkung die Nachricht von der Niederlassung der Kamillianer und der kostenlosen Überlassung der Wohnung bei den Stiftern des Krankenhauses auslöste. Diese zogen sofort ihre Stiftung zurück. Heinrich Mulartz, der 12.000 Forint an die Stiftung gab, machte das sofort rückgängig, als die Kamillianer bei ihrer Ankunft baten, ihnen die Hälfte dieser Summe zu geben. Weiter erklärte der Stadtrat, dass die kostenlose Übergabe des Hauses schon deshalb unmöglich sei und die Miete von den Kamillianern verlangt werden müsse, weil das Haus in den vergangenen Jahren abgebrannt war und die Rückzahlung der für den Neuaufbau aufgenommenen Anleihe von 4.800 Forint noch im Laufen ist. Die Antwort des Stadtrates gab der Stadthalterrat der Königin bekannt. Maria Theresia setzte nun eine endgültige Entscheidung. In einer Entgegnung vom 19. August 1761 teilte sie mit, dass sie trotz der mitgeteilten, aufgezählten Schwierigkeiten seitens der Stadt entscheide, dass das Haus in Neustadt den Kamillianern übergeben werden solle, solange, bis diese sich nicht um eine andere, bleibende Wohnstätte gesorgt hätten. Dafür sind die Kamillianer verpflichtet, im Spital die Kranken zu pflegen, den Seelsorger in der Seelsorge zu unterstützen. Für die übrigen Obliegenheiten zahlt der Religionsfonds den Kamillianern die 40 Forint für die Wohnungsmiete. Auf diese königliche Entscheidung hin verständigte der Stadthalterrat die Stadtbehörde, den Györer Bischof, die beiden Kamillianer und den Seelsorger von Györ / Neustadt. Der Stadtrat ließ das zum Krankenhaus gehörige Haus renovieren und übergab es im September 1761 den Kamillianern, die sofort ihre segensreiche Tätigkeit im Krankenhaus aufnahmen. Sehr lange konnten sie jedoch in diesem Haus nicht wohnen. Mit Erlaubnis des Stadtrates zogen sie am 29. September, am Fest des hl. Michael, in den anderen Teil des Spitals in eine Zwei-Zimmer-Wohnung, wofür sie der Stadt 70 Forint Miete zahlten. Auch hier konnten sie nur einige Jahre wohnen. Ein Bürger der Stadt Györ entschloss sich, in Erfüllung eines alten Gelübdes das Dreifaltigkeits-Spital neu bauen zu lassen. Als die Bauarbeiten so weit fortgeschritten waren, dass der von den Kamillianern bewohnte Teil an die Reihe kam, forderte der Stadtrat die Kamillianer auf, am St. Georgs Tag 1765 auszuziehen und eine neue entsprechende Wohnung zu suchen.

Sobald die Kamillianer diesen Bescheid erhielten, wandten sie sich sofort an den Stadtrat mit der Bitte, diese wenigen kleinen Häuser in Neustadt, welche eben jetzt käuflich zu erwerben waren, kaufen und hier ihre bleibende Wohnung bauen zu können. Der Stadtrat nahm das Gesuch an und äußerte sich mit allergrößter Anerkennung über die Tätigkeit der Kamillianer in Györ. Eben deshalb sei er nicht gegen den Kauf der Häuser. Jedoch könne er nur zustimmen, wenn dazu auch die Königin Maria Theresia ihre Bewilligung gibt und die Königliche Kammer die Hausgrundsteuer in bar bezahlt. Denn der Stadtrat könne keine Steuer entbehren und nichts auf „Tote Hand“ hin abtreten.

Die Kamillianer wandten sich wieder an die Königin und baten um Übernahme der Bezahlung der Steuer. Um sicheres und positives Gehör zu finden, schlossen sie dem Antrag alle Zeugnisse von ihrer Tätigkeit an: vom Stadtrat, von Bischof Graf Franz Zichy, von Kanonikus Johann Horváth, dem Seelsorger von Neustadt, von Stadtrat Peter Miksa Döllner, dem Vorstand des Spitals. Diese Zeugnisse sprechen lobend über die Kamillianer, die ihre Pflichten gemäß ihrer Regel und gemäß der königlichen Verordnung im höchsten Maße erfüllen: Sie würden bei der deutschsprachigen Bevölkerung Beichtgelegenheiten anbieten, sie würden die Kranken Tag und Nacht besuchen und pflegen, den Sterbenden die Sakramente spenden, sie würden Taufen und Begräbnisse halten. Sie würden in allem dem Bischof und dem Seelsorger gehorchen und ein vorbildliches Leben führen, sodass die Bevölkerung sie sehr lieb gewonnen hatte. Der Stadthalterrat sandte diese Bitte auch an den Stadtrat von Györ und forderte ihn auf (mit Schreiben vom 12. Juli 1764), seinen Standpunkt und seine Meinung darzulegen. Der Stadtrat gab die gleiche Antwort, die er schon den Kamillianern gab. Er erlaubte den mit großem Eifer wirkenden Ordensleuten den Kauf, sofern die Königin die Steuer bezahle.
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2. Endgültige Niederlassung, Bauverfahren und Tätigkeit in der Vorstadt Majorok

Grundkauf, Verträge zur Niederlassung

Wie schon gesagt, war der Grundkauf so weit gediehen, dass nur mehr die Hilfe der Königin fehlte. Es wäre auch geschehen, doch der Inhalt eines Testamentes, der in einigen Punkten die Kamillianer betraf, brachte eine Wendung in der Angelegenheit, sodass sie sich endgültig in „Majorok“ niederlassen konnten. Die Witwe Diltsch, geborene Johanna Franziska Stadler, machte am 28. Oktober 1761 das Testament über ihr ansehnliches Besitztum. Die gutmütige religiöse Frau bestimmte im Punkt 20 ihres Testamentes: „Sehr oft taten mir Leid die vor dem Fejérvárer-Tor und in Szabadhegy lebenden Menschen, die besonders nachts ohne Beichte und Kommunion und ohne geistigen Trost aus dem Leben scheiden. Die Zahl der Menschen in den Außengebieten wächst von Tag zu Tag. Deshalb gebe ich 2.000 Forint für den Bau einer kleinen Kirche im Außenbezirk. Wenn aber hier schon eine Kirche existieren sollte, dann soll in der Nähe ein Pfarrhaus und ein Lehrerhaus gebaut werden.“ Im Zusammenhang mit dem 20. Punkt lautet der 21. Punkt: „Für einen Priester, der in der Außenstadt (Vorstadt) wohnt, hinterlasse ich 4.000 Forint. Die Summe verwaltet die Stadt Györ und 5 Prozent Zinsen genießt der Priester. Seine Verpflichtung ist, dass er jährlich für mein und meiner beiden Männer Seelenheil, für das Seelenheil der ganzen Verwandtschaft 200 Messen zelebriert. Ferner, dass er die Kinder der Vorstadt im christlichen Glauben unterrichtet.“ Für die Durchführung machte sie den Stadtrat von Györ verantwortlich. Mit der Ausführung dieser Verordnung beauftragte der Stadtrat am 23. Juli 1773 den Oberrichter Josef Babatics sowie das Stadtratsmitglied Josef Polgári. Der Stadtrat Györ anerkenne wohl nur einen Pfarrer. Daher solle der Bischof in dieser Angelegenheit entscheiden, ohne dass sich der Stadtrat in diese Angelegenheit einmische (Frage der Wohnung des Majorer-Seelsorgers).

Bischof Graf Franz Zichy löste die Frage sehr klug. Er riet dem Stadthalterrat, dass die zu erbauende Kirche bzw. Pfarre den in der Neustadt tätigen Kamillianern gegeben werden solle, deren Wohnungsprobleme wegen des Krankenhausbaues sehr aktuell seien. Nachdem der Stadthalterrat das Testament von Frau Diltsch nicht kannte, bat er den Rat, ihn davon zu informieren, und fragte, ob in dieser Sache der Rat schon etwas unternommen habe. Der Stadtrat übersandte dem Stadthalterrat das Duplikat des Testamentes und berichtete gleichzeitig, dass dem Wunsch von Frau Diltsch entsprochen werde und auf einem Baugrund in Majorok, das von Lelovics gekauft worden war, das Lehrerhaus schon gebaut werde. Der Bau des Hauses für den Seelsorger lasse noch auf sich warten, da der Bischof noch nicht entschieden habe, ob er einen Kaplan oder Administrator für Majorok bestellt.

Der Grund dafür war, wie schon erwähnt, dass er vorerst beim Stadthalterrat, dann bei der Königlichen Kammer vorgeschlagen hatte, die Kamillianer nach Majorok übersiedeln zu lassen und ihnen die Seelsorge anzuvertrauen. Die Königliche Kammer schickte diesen Vorschlag dem Stadtrat, um seine Meinung zu erkunden. In seiner Antwort am 11. Jänner 1765 war der Stadtrat einverstanden, dass die Kamillianer die Seelsorge übernehmen, nur dürfe dadurch der Stadt keinerlei Last entstehen und müssten die Rechte, die die Stadt als freie königliche Stadt erhielt, unverletzt bleiben. Das bezieht sich auf den Vertrag, den die Stadt Györ, als sie freie königliche Stadt wurde, mit dem bischöflichen Kapitel geschlossen hat, dass nämlich nur eine Stadtpfarre existiert und das Patronat darüber die Stadt hat. Diesen Bescheid und dieses Recht wolle die Stadt behalten. Die Königliche Kammer gab dazu am 28. März 1765 ihre Zustimmung und schrieb: „Für die christlichen Bewohner von Majorok wird dem Wunsch von Frau Diltsch besser entsprochen - sie wünsche nur im Allgemeinen, dass eine kirchliche Person für das Volk sorgt - wenn die fromme Stiftung den Kamillianern zukommt als einem Kaplan oder Administrator. Denn die Zahl der Kamillianer wird mit der Zeit wachsen. Daher können sie mehr tun als nur ein Kaplan oder Administrator. Deshalb wünscht die Königliche Kammer vom Stadtrat, dass die Stiftung dem genannten Orden zukommt. Györ bleibt Grundherr. Die Rechte des Stadtpfarrers bleiben auch in Majorok aufrecht. Die Kamillianer dürfen nur vom Pfarrer erlaubte Tätigkeiten ausüben, das alles unter der Bedingung, dass die Kamillianer dazu bereit sind. Die Kamillianer sollten sich schriftlich verpflichten, dass sie die Rechte der Stadt und der Stadtpfarre nicht verletzen.“

Bald danach, am 28. April, schrieb der Stadthalterrat dem Stadtrat den Wunsch Maria Theresias vom 10. April 1768, dass die Stiftung Diltsch endgültig die Kamillianer bekommen sollten. Die königliche Verordnung befahl dem Stadtrat, den Grund von Lelovics den Kamillianern zu übergeben. Die Übergabe solle in der Gegenwart des Bischofs in Form eines Vertrages erfolgen. Und da in Majorok viele Ungarn leben, sollten die Kamillianer verpflichtet werden, auch Ungarn als Ordensmitglieder aufzunehmen. Der Stadtrat, die Königliche Kammer und der Stadthalterrat hielten am 30. April 1765 eine Besprechung ab. Anwesend waren: alle Mitglieder des Stadtrates, Abt, Kanonikus und Stadtpfarrer Hermann Josef, der bischöfliche Zeremoniär und Sekretär Michael Dongo und die beiden Kamillianer Negretti und De Liancourt. Als erster ergriff das Wort Stadtpfarrer Josef Hermann und erklärte, dass er gegen die seelsorgliche Tätigkeit der Kamillianer nichts einzuwenden habe, doch wünsche er, dass die Kamillianer in ihrem eigenen Namen und im Namen ihrer Nachfolger eine Erklärung abgeben, dass sie die Verordnungen und Rechte des Stadtpfarrers in Ehren halten und dass sie nicht stören würden. Die Kamillianer versprachen das auch schriftlich. Danach entschied die Konferenz, dass die Kamillianer den Grund und das darauf gebaute Lehrerhaus und auch die Diltsch-Stiftung sowie die in den Punkten 20 und 21 des Testamentes erwähnten Summen von 2.000 und 4.000 Forint, insgesamt also 6.000 Forint, bekommen sollen mit den Verpflichtungen, die im Testament stehen. Dafür haben die Kamillianer eine schriftliche Bestätigung zu geben.
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Bald nach der Konferenz folgte die Ausführung des Diltsch-Testamentes bzw. die feierliche Besitzergreifung durch die Kamillianer (Einsetzung der Kamillianer). Das führte am 23. Mai 1765 eine gemischte Kommission durch. An diesem Tag erschienen beim Grundstück: als Vertretung von Bischof Graf Zichy Ferenc, Christof Schogg, Probst und Generalvikar; Propst, Kanonikus und Stadtpfarrer Josef Hermann, Kanonikus Stephan Horvath, der Administrator von Györ-Neustadt war. Ferner der bischöfliche Zeremoniär und Sekretär Michael Dongo, die beiden Kamilianer Fabricius Negretti und Johann Baptist De Liancourt, ferner unter der Leitung von Stadtrichter Josef Babatics: Johann Genchi, Franz Miskoltzy, Josef Polgáry, Martin Börcsy, Johann Snáit, Josef Klausz, Karl Doszlern, Angster Anton und Anton Szalay. Sie waren Stadträte. Ferner Unger Josef, städtischer Oberamtsmann, Josef Babos, städtischer Advokat, Franz Marchardt, städtischer Volkstribun, Josef Teschlmayer, städtischer Kämmerer, Johann Luby, Gerichtsschreiber, Josef Nemesnépy, Franz Bárson und Josef Babatics jun., Schriftführer. Michael Sary, Stadtverwalter. Als sie alle versammelt waren, ergriff als erster das Wort Stadtrichter Josef Babatics. Er erklärte, dass die Behörde Györ bzw. Stadt Györ den königlichen Befehl mit Respekt akzeptiert und ihn ausführen wird. Dann ließ man die Verordnungen des Stadthalterates vom 18. April 1765 und der Königlichen Kammer vom 28. März verlesen, ferner die von den Kamillianern ausgestellten Verpflichtungserklärungen, dass sie die Rechte der Pfarrei schätzen und alle Punkte der mit der Stadt Györ geschlossenen Verträge einhalten wollen. Dann übergaben sie den Grund von Lelovics den Kamillianern, der auf der einen Seite an den Grund von Andi Gindl, auf der anderen Seite an die Kleine Gasse grenzt, die auf die Wiese führt. Auch das darauf gebaute Lehrerhaus übergaben sie. Dann hielt Generalvikar Krist Schogg eine kurze Ansprache und übergab den Kamillianern die 6.000 Forint. Er bestätigte im Namen des Bischofs die Erbschaft. Danach sprach Stadtpfarrer Josef Hermann zu den Kamillianern. Er machte sie aufmerksam auf die Rechte der Pfarre und beglückwünschte sie zu guter Letzt, weil sie ab nun an keine „Dahergekommenen“ und Gäste mehr seien, sondern Bewohner und Bürger der Stadt Györ. Nach der feierlichen Einsetzung sprach im Namen der Kamillianer Fabricius Negretti den Dank an die königliche Majestät aus für die Aufnahme, den Dank an Bischof Graf Zichy für die Unterstützung und den Dank an die Stadt für das gezeigte Wohlwollen.

Kurzfassung des zwischen den Kamillianer und der Stadt Györ am 23.5.1765 zustande gekommenen Vertrages, der bei der Einführung der Kamillianer verlesen wurde

  1. Die freie und königliche Stadt Györ übergibt den beiden Kamillianern die durch Erbschaft von Frau Diltsch erworbenen Grundgüter für ewige Zeit. Die beiden Ordensleute und ihre Nachfolger können nach eigenen Gutdünken darüber verfügen und auf dem Grund bauen.
  2. Die Stadt Györ übergibt den Kamillianern den Betrag von 2.000 Forint, die Frau Diltsch für einen Kirchenbau, für eine Kaplanei oder Administratur hinterließ, damit sie nach eigenem Gutdünken eine Kirche bauen.
  3. Die Stadt Györ übergibt den Kamillianern die 4.000 Forint, deren 5 Prozent Zinsen nach Wunsch von Frau Diltsch für die Versorgung eines Kaplans oder Administrators dienen, mit dem Auftrag, dass der Priester für das Seelenheil von Frau Diltsch, das Seelenheil von deren beiden Männern und deren Verwandtschaft jährlich 200 Messen zelebriert. Außerdem ist er verpflichtet, den Kindern Religionsunterricht zu erteilen.
  4. Die Kamillianer Negretti Fabricius und De Liancourt übernehmen die im dritten Punkt des Vertrages erwähnten Güter.
  5. Die Kamillianer und ihre Nachfolger verpflichten sich, außer dem im dritten Punkt erwähnten 200 Messen noch zwei weitere Messen zu zelebrieren, und zwar eine am Todestag von Frau Diltsch für ihr und ihrer Verwandten Seelenheil und eine feierliche Messe für das Wohlergehen von Stadtrat und Bevölkerung von Györ.
  6. Die Kamillianer verpflichten sich und ihre Nachfolger, die Patronatsrechte der Stadt Györ nicht zu verletzen, die Rechte des Stadtpfarrers in Ehren zu halten und sich in seine Angelegenheiten nicht einzumischen. Entsprechend der Absicht der Erbschaft widmen sie ihr Leben und ihre Arbeit nur dem Religionsunterricht und ihrer Ordensregel entsprechend der Krankenpflege und der Seelsorge. Für all das erwarten sie keinen Lohn, weder von der Stadt oder von der Stadtpfarre, noch von privaten Personen.
  7. Nachdem in Majorok sehr viele Ungarn leben, trachten die Kamillianer danach, auch Ungarn in ihren Orden aufzunehmen.
  8. Da die Kamillianer als Ordensleute im eigenen Namen keinen Vertrag schließen dürfen, senden sie diesen Vertrag zur Bestätigung an das Generalat nach Rom.

Diesen Vertrag haben unterzeichnet: der Richter von Györ, der Rat, alle gewählten Räte, die Kamillianer Negretti und De Liancourt, Stadtpfarrer Josef Hermann, Bischof Graf Ferenc Zichy, der ihn gleichzeitig bestätigte.
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Die Kamillianer sandten den Vertrag zu ihrem General nach Rom. Dort unterzeichneten ihn: Johann Dominik Canavasso, Vikar des Kamillianerordens, und Hieronymus Gamorra, Generalsekretär des Ordens, am 24. Juli 1765. Sie schickten ihn zurück an Bischof Graf Ferenc Zichy, der ihn am 28. August 1765 unterschrieb und dem Stadtrat weiterschickte. Der Stadtrat nahm die Bestätigung des Vertrages in seiner Sitzung vom 3. August zur Kenntnis und publizierte ihn.

Das Generalat der Kamillianer unterließ es nicht, seinen aufrichtigen Dank auszudrücken. Der Ordensgeneral Gabriel Maria Moyar schrieb am 5. April 1766 aus Rom an den Rat der Stadt Györ in überschwänglichem Ton. Er dankte für das Wohlwollen und erbat von Gott reichen Segen für die Stadt.

Der Stadtrat von Györ übersandte den Vertrag der Königlichen Kammer und dem Stadthalterrat. Nachdem letzterer den Vertrag überprüft hatte, schrieb er an Bischof Zichy und bat um Erklärung einiger Punkte, und zwar: Wie ist der erste und zweite Punkt zu verstehen? Wie viele Kamillianer gibt es, unter welchen Verhältnissen leben sie, was für einen Kirchen- und Klosterbau erlaubt ihnen der Bischof? Bezüglich des 7. Punktes, dass sie große Sorge auf die Aufnahme ungarischer Mitbürger aufwenden sollen, macht er die sonderbare Bemerkung, dass die Kamillianer neben ihrer Arbeit keine „besonderen“ Dinge anstreben, sondern so arbeiten sollen, dass sie den Erwartungen der Gesellschaft entsprechen.

Bischof Zichy gab dem Stadthalterrat bald seine Antwort. Was den Punkt 1 und 2 anbelangt, gab er die Erklärung ab: Die Stadt Györ hat von der Diltsch-Erbschaft den Grund für den Kirchenbau und 2.000 Forint so den Kamillianern übergeben, wie auch alle anderen ungarischen beziehungsweise in Györ lebenden Orden die ihnen verschriebenen Stiftungen übernommen haben. Die Kamillianer in Györ haben Grund und Geld so erhalten, dass das der kirchlichen und weltlichen Obrigkeit zur Ehre gereicht und es den kirchlichen und staatlichen Gesetzen und Bräuchen entspricht. Sie verfügen darüber nach ihrem Gutdünken. Was die Zahl der Kamillianer angeht, meldete der Bischof, dass sie zu zweit sind, der eine „Negretti, ein Italiener ist, der andere, De Liancourt, ein Franzose.“ Seitdem sie sich in Györ niedergelassen haben, sind sie sehr bemüht, einen aus Ungarn stammenden Priester oder einen angehenden ungarischen Priester in den Orden aufzunehmen. Sie warten jedoch aus Rom auf die Erlaubnis, die Novizen nicht nach Rom ins Mutterhaus schicken zu müssen, sondern sie die Probezeit und das Studium in Ungarn, in Györ, absolvieren und auch die Weihen hier empfangen zu lassen. Die beiden Kamillianer - schreibt weiter der Bischof - sind nach den Vorschriften der Kirche und des Kamillianerordens dem Bischof unterstellt, solange sie nicht so zahlreich sind, dass sie einen Konvent oder ein Kollegium bilden können. Demzufolge hängen die Kamillianer in Györ in allem von ihm ab und dürfen ohne sein Wissen und seinen Willen nichts Wichtiges unternehmen. Die Pläne für den Kirchen- und Klosterbau haben sie ihm vorgelegt. Sie bauen vorläufig ein paar Zimmer, ständige Kirche haben sie keine, denn dafür ist die Erbschaft Diltsch in der Höhe von 2.000 Forint zu gering. Vielmehr haben sie von den erwähnten Zimmern das eine als Kirche (Kapelle) eingerichtet, in welchem sie Gottesdienst halten. Wenn die Zahl der Kamillianer - schreibt weiter Bischof Zichy - so wächst, dass sie einen Konvent oder ein Kollegium bilden können, werden sie aus dem Machtbereich und der Jurisdiktion des Bischofs herausgenommen und so wie andere Orden direkt dem hl. Stuhl und ihren Ordensvorgesetzten unterstellt. In diesem Stand werden sie weder in materieller noch in geistiger Hinsicht mehr vom Diözesanbischof abhängen, sondern nur mehr im Bereich der Seelsorge und der Sakramentenspendung. Und natürlich auch in den Dingen, die das Konzil von Trient und die Apostolischen Konstitutionen hinsichtlich der Vollmacht des Bischofs auch bezüglich. der Ordensleute ausgedehnt haben. Auf jene drohende Bemerkung des Stadthalterrates bezüglich des 7. Punktes des Vertrages antwortete gerade und entschieden Bischof Zichy: Das in Punkt 7 ausgedrückte Versprechen wollen die Kamillianer von Györ in der gleichen Weise halten wie alle anderen Orden in Ungarn: dass sie nämlich hauptsächlich ungarische Burschen aufnehmen wollen. Sie weisen jedoch alle anderen Nationalitäten nicht ab, wenn die Bewerber für das Ordensleben berufen und fähig sind, für das allgemeine Wohl zu wirken. So wollen die Kamillianer so viele Ungarn aufnehmen, wie es das allgemeine Wohl erwünscht. Außerdem sind sie bereit, auch Ausländer, besonders Österreicher, Tschechen und Personen anderer Nationalitäten aufzunehmen, wie man das bei anderen Orden sehen kann - wenn die Bewerber nützliche Leistungen erbringen können.

Nachdem also das Abkommen zwischen den Kamillianern und der Stadt Györ nicht gegen das allgemeine Wohl und nicht gegen die bischöflichen Rechte ist, bittet Bischof Zichy den Stadthalterrat, den Vertrag zur Bestätigung ihrer Majestät vorzulegen. Nachdem der Stadthalterrat vom Bischof diese Erklärung erhalten hatte, legte er den Vertrag Maria Theresia vor. Die Königin hatte nichts auszusetzen, nur den Kamillianern gab sie Anordnungen. Am 13. Februar 1766 gab der Stadthalterrat dem Bischof die königlichen Wünsche bekannt.
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Ihre Majestät - so schreibt der Stadthalterrat - entschied, dass in Györ insgesamt sechs ungarische und deutschsprachige Kamillianer - vier geweihte Priester und zwei Novizen - beständig leben können und auch die Novizen verpflichtet sind, die Kranken zu pflegen, wozu sie ja von ihren Ordensregeln her verpflichtet sind. Dieser zugelassenen Zahl entsprechend sollen die Kamillianer ihr Kloster für sechs Personen planen und die Pläne dem Stadthalterrat zu schicken.

Bau der Kirche und des Klosters

Nachdem die Sache der endgültigen Niederlassung erledigt war, war die erste Aufgabe der Kamillianer, die Kirche und das Kloster zu bauen. Ein genaues Datum von Beginn und Beendigung des Baues können wir nicht feststellen, diesbezüglich fanden wir keine Aufzeichnungen. Von den Angaben, die von Anton Tóth, wie schön öfters zitiert, hinsichtlich der Einnahmen der Kamillianer aufgezeichnet sind, können wir auf Beginn und Fertigstellung des Baues nur schließen. Wie oben erwähnt, forderte der Stadthalterrat in seinem Brief am 13. Februar 1766 die Grundrisspläne für das Kloster an. Die Kamillianer kamen der Aufforderung nach. Nachdem der Stadthalterrat die Pläne gutgeheißen hatte, begannen sie mit dem Bau. Die erste diesbezügliche Angabe ist diese, dass Bischof Zichy am 16. April 1767 den Kamillianer 50 Forint gab, damit den Bauarbeitern der Wochenlohn ausbezahlt werden konnte. Nachdem der Stadthalterrat die Baupläne Mitte Februar 1766 verlangt hatte, vermuten wir, dass deren Überprüfung, Gutheißung, Rücksendung und die Vorarbeiten für den Bau den weiteren Teil des Jahres (1766) in Anspruch genommen haben. So können wir fast sicher sagen, dass der Bau im Frühjahr 1767 begonnen wurde. Der Bau der Kirche ging rasch voran und 1769 war das Innere der Kirche soweit, dass an einem Nebenaltar schon Gottesdienst gefeiert wurde. Darauf können wir aus dem Tagebuch der Kamillianer am 31. Dezember 1767 schließen. Dort steht die Bemerkung, dass die Einnahmen des Klingelbeutels im vergangenem Jahr 42,43 Forint betragen haben. Bekanntlich versteht man ja unter Klingenbeutelgeld Beträge, die in den Messen unter den Gläubigen gesammelt wurden. Der Umstand, dass schon Messe gefeiert wurde, bedeutet nicht, dass die Kirche fertig war. Der völlige Ausbau und die Einrichtung gingen langsam voran. So stellte man schon 1770 in der Kirche in der Karwoche das hl. Grab auf. Mitte 1771 gab Dr. Steiner 60 Forint für das Turmkreuz und am 21. Jänner 1772 weitere 51,12 Forint für einen Altar. Dieses Geld verwendeten die Kamillianer wahrscheinlich für den Hauptaltar, den sie am 12. Oktober 1772 aufstellten. Am 24. Juli 1773 erhielten die Kamillianer von Bischof Zichy jene 2.000 Forint, welche ihnen der bischöfliche Wirtschaftsdirektor Szentzy für den Turmbau hinterlassen hatte. Das Hochaltarbild wurde 1780 aufgestellt. Das Gemälde stellt den hl. Kamillus dar. Auf der Rückseite steht: „Antonius Capacci Florentinus Pinxit (gemalt von Antonius Capacci aus Florenz).“ Vom Bau des Klosters fand man keine Aufzeichnungen. Kern des Klosters waren wahrscheinlich die drei Zimmer, die Bischof Zichy 1764 erwähnt. Die weiteren Teile des Klosters baute man wohl gleichzeitig mit der Kirche. Die Spesen des Kirchenbaues, des Klosters und der Einrichtung deckten die Kamillianer von den Zinsen der Stiftungen, vom Nachlass von Frau Diltsch und von allgemeinen Spenden. Außer den schon Erwähnten spendeten noch: der Abt von Pannonhalma, die Györer Jesuiten, Kanonikus Imre Szabo, Baron Gaun, Titularbischof, noch einige weitere Kanoniker, ferner der Bruder von Pater Negretti, Karl Anton Negretti, der Abt in Italien war, Graf Michael Viczay, Familie Trumell, Katharina Pirschel, ganz besonders Gräfin Lobenstein und andere Bewohner von Györ und Umgebung. Im Kassabuch der Kamillianer gibt es ab 14. Juli 1773 keine Spendenvermerke mehr für den Bau. Wenn wir in Betracht ziehen, dass die Kamillianer den Bau des Turmes beim oberen Gesims abbrachen und nur ein provisorisches Dach anbrachten, den Bau des Klosters nicht beendeten (was man auch noch heute sehen kann), dass sie auch kein Spital bauten, dann muss man vermuten, dass es dazu einen Grund gegeben haben muss. Es muss nicht bedeuten, dass die Gesellschaft für sie kein Interesse mehr gezeigt hätte, man kann vermuten, dass die Kamillianer deshalb vom (Fertig-)Bau des Klosters abließen, weil sich aus der im Jahre 1773 erfolgten Auflösung des Jesuitenordens ergab, dass auch sie ein ähnliches Los treffen werde. Dass sie diese Sorge zurecht hatten, beweist der Umstand, dass sie 1782, als Josef II. mehrere Orden auflöste, ihren Ziegelvorrat verkauften.
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Ausstattung und Inventar der Kirche

Die Ausstattung und die Bestände für den Gottesdienst zur Zeit der Auflösung der Kamillianer, Ende 1786 und Anfang 1787, können wir auf des offiziellen Verzeichnisses nachweisen. Die Ausstattung und die Bestände waren im Allgemeinen bescheiden. Die Auflösungskommission schätzte den Wert auf 1.036,02 Forint. Die Aufzählung der kleineren Objekte unterlassen wir hier. Nur die wichtigeren und wertvolleren Gegen­stände erwähnen wir:
der geschnitzte Holzaltar;
der goldgeschmückte Tabernakel;
das Hochaltarbild, das den Patron der Kirche, den hl. Kamillus, darstellt;
der Nebenaltar aus Holz und das Bild des sterbenden hl. Josef, geschnitzt, vergoldet;
ein Nebenaltar aus Holz mit eingerahmtem und verglastem Marienbild;
ein weiß-gestrichender Nebenaltar aus Holz;
ein Jesusbild in vergoldetem Rahmen;
ein Herz-Jesu-Bild in vergoldetem Rahmen;
ein Mariazeller Marienbild, hinter Glas eingerahmt;
ein kleines Marienbild, gerahmt;
ein Bild des hl. Wendelin, gerahmt;
das so genannte „Jesulein von Prag“,
eine Statue, geschmückt und auf einem Silberglobus;
die vergoldete, geschnitzte Holzkanzel;
20 Bänke aus Hartholz;
2 Beichtstühle;
die Orgel.

In der Sakristei:
ein kleiner Altar,
ein kleines Mutter-Gottes-Bild in vergoldetem Rahmen;
ein Kruzifix aus Holz;
ein Sakristeischrank;
ein Betstuhl;
eine 300 Pfund schwere Altglocke;
eine 180 Pfund schwere kleinere Glocke;
6 Altar-Kerzen-Ständer aus Kupfer, versilbert;
8 kleinere Altar-Kerzen-Ständer aus Kupfer;
eine größere Monstranz aus Kupfer, vergoldet, der innere Teil, der eigentliche Sakramentshalter, aus Silber, geschmückt, Lunular aus Silber, vergoldet;
eine kleinere Monstranz aus Kupfer, teils vergoldet, teils versilbert;
eine größere, silberne Ewig-Licht-Ampel;
eine kleinere Silberampel;
2 Ziborien, vergoldet;
6 vergoldete Silberkelche mit Patenen;
2 Vespermäntel (rot und blau); Messkleider: 2 weiße, 2 gelbe, 2 rote, 1 blaue, 1 grünes mit allem Zubehör.
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Die innere Organisation und die Lebensweise der Kamillianer

Nachdem die Kamillianer sich eine ständige Wohnung verschafft hatten, gestalteten sie auch ihr internes Leben. Der Klosterobere, genannt Superior, war Fabricius Negretti; sein Stellvertreter, Prokurator genannt, war Johann Baptist De Liancourt. Ihre Zahl vermehrte sich. Das erste ungarische Ordensmitglied war Franz Geiger, der schon Mitte August 1772 starb. Nur wenige, aber inhaltsreiche Aufzeichnungen gibt es über ihn: dass er ein rastloser Krankenpfleger war.

Im Laufe der Zeit traten folgende Personen in den Orden ein: 1767 der aus Sopron stammende Anton Gassner; 1772 aus Szombathely Ignaz Nagy; 1779 aus Szováta Stephan Németh; und Johann Kiss, ohne Datum des Eintritts. Dieser war Mitglied der Prämonstratenser. Er blieb nicht bei den Kamillianern, sondern wurde Weltpriester. Er wurde in Egyházaskeszö Kaplan und starb auch dort.

Die aufgezählten Ordensmitglieder waren alle Priester. Das Haus von Györ hatte keine weiteren Ordensmitglieder mehr. Es werden wohl noch zwei Kandidaten erwähnt. Da sie aber unsere Quellen nicht unter den Mitgliedern aufzählen, vermuten wir, dass sie gar nicht eingekleidet wurden oder noch während des Noviziats weggegangen sind.

Vom internen Leben der Kamillianer in Györ wurden keine Aufzeichnungen gefunden. Aber im Hinblick auf ihr beispielvolles und lobenswertes Wirken, wovon noch gesprochen werden soll, können wir sicher sagen, dass sie auch im Kloster streng ihre Ordensregeln hielten. Was das Probejahr der Kandidaten und ihre Ausbildung betrifft, finden wir eine Erwähnung, dass einer der Kandidaten im August 1780 nach Rom ging. Daraus müssen wir schließen, dass die Kandidaten ihre Probejahre in Rom verbrachten und dort ihre Studien absolvierten. So traf also hinsichtlich der Erziehung der Ordensleute jene Verfügung nicht zu, über die der Bischof von Györ, Graf Zichy 1775 an den Stadthalterrat schrieb.

Die äußeren Tätigkeiten der Kamillianer

Die äußeren Tätigkeiten der Kamillianer bestanden aus: Feier der Gottesdienste, Predigten, Krankenbesuchen, Krankenunterstützungen, Spendung der Sakramente, Hilfen für Arme, Religionsunterricht bei den Kindern, teils in der Schule, teils im Sonntagnachmittagsgottesdienst, wobei sie die versammelten Kinder über den in der Schule gelernten Stoff prüften.

Die Messordnung an Sonn- und Feiertagen und an Wochentagen in der Kirche


Sonntag Vormittag: Die erste stille Messe war um 6.30 Uhr. Danach gab es nach gewissen Zwischenzeiten noch weitere stille Messen. Die letzte feierliche Messe mit Aussetzung des Allerheiligsten war um 10 Uhr, wobei das Volk unter Orgelbegleitung deutsch sang.
Sonntag Nachmittag: Um 2 Uhr Abfragen der Schulkinder im Katechismusunterricht und katechetische Ansprache auf Ungarisch; um 3 Uhr katechetische Ansprache auf Deutsch. Um 4 Uhr deutsche Litanei vorn Namen Jesu, Gebet für das allgemeine Wohl, zum Schlussgesang Orgelbegleitung.
An Feiertagen: Gottesdienste Vormittag: wie an Sonntagen. Nachmittag: 4 Uhr Litanei vom Namen Jesu deutsch, Gebet, Gesang mit Orgelbegleitung.
An großen Feiertagen: Weihnachten, Ostern, Christi Himmelfahrt, Marienfeiertage: Gottesdienst am Vormittag wie an Sonntagen. Nachmittag um 3 Uhr deutsche Predigt, 4 Uhr Litanei wie an Sonntagen oder Lauretanische Litanei.
An Wochentagen war die Messordnung wie am Sonntag, doch keine feierliche Messe. Am Nachmittag war kein Gottesdienst.
Samstag Nachmittag um 3 Uhr Lauretanische Litanei, Segen mit Ziborium.
An Anbetungstagen: 6 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten mit den vorgeschriebenen Gebeten; 9 Uhr deutsche Ansprache, 10 Uhr Singmesse. Nachmittag: um 3 Uhr ungarische Predigt; 4 Uhr ungarische Gebete (Comprecatio); 6 Uhr Litanei zur Einsetzung.
Fastenzeit: Jeden Freitag 3 Uhr deutsche Predigt und Bittandacht vom Leiden des Herrn.
Festtag des hl. Kamillus (15. Juli), des Patrons des Ordens und der Kirche: Der Festtag wurde nach Möglichkeit hoch gefeiert.'
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Spenden und Stiftungen

Der Eifer, den die Kamillianer bei der Feier der Gottesdienste und im seelsorglichen Einsatz für die Gläubigen bekundeten, ferner die Pflege der Armen und Kranken erregten die Aufmerksamkeit der frommen und opferbereiten Bevölkerung. Die Ordensleute bekamen Spenden. Nur so war es möglich (wie wir es schon erwähnten), Kirche und Kloster zu bauen und auszustatten. Außerdem haben viele Menschen Messen gestiftet, mit dem Zweck, dass die Kamillianer aus den Zinsen der Stipendien ihren Unterhalt begleichen konnten. Andere wieder gaben ihnen kleinere oder größere Summen für eine oder zwei Messen oder nur als Geschenk. Oft bekamen sie Feldfrüchte. Die Stiftungen stellen wir in der folgenden Aufstellung vor:
StifterSumme der StiftungMesse fürAnzahl der MessenStiftung
1. De Baillau Margit200 FtStifterjährlich 241763
2. Diltsch Franziska400 FtStifter und Verwandtejährlich 2001765
3. Szabo Imre, Györ, Kanoniker1.500 FtStifterjährlich 161772
4. Schlechtenleutner, Anna Theresia1.500 FtStifterwöchentlich 21786
5. Romern Maria100 FtStifterjährlich 51769
6. Ausperger Juliana100 FtStifterjährlich 51773
7. Felker Eva100 FtStifterjährlich 51776
8. Perwein Maria Theresia1.000 FtStifterjeden Freitag 1 Messe1777
9. Fülöp Ferenc, Advokat in Györ800 FtStifterjährlich 481782
10. Dombai Marianna400 Ft Öl für das ewige Licht1776
11. Farkas Georg, Kanoniker von Györ100 Ft  1781

Die Kamillianer haben gut gewirtschaftet. Die Stiftungen (9.800 Forint), Beträge aus Spenden etc. haben sie so gut genützt, dass sie aus den Prozenten (Zinsen) und Spenden das Kloster aufgebaut und alle Spesen gedeckt haben. Darüber hinaus hatten sie im Jahre 1786 10.688 Forint Ersparnisse. Sie verwalteten außer der Stiftungssumme von 9.800 Forint und den Ersparnissen von 10.688 Forint noch zwei weitere Stiftungen. Die eine in der Höhe von 500 Forint stammte von Dombai Marianna, die andere in der Höhe von 300 Forint überließ ihnen 1784 Wappler Regina. Sie waren bestimmt für die armen Kranken in Majorok. Die Zinsen hatten die Kamillianer unter den Armen auszuteilen.

III. Die Auflösung des Kamillianerordens

Die Sorge, die die Kamillianer bei der Auflösung des Jesuitenordens im Jahre 1773 und anderer Orden im Jahre 1782 bedrängte, dass sie nämlich ein ähnliches Los treffen könnte, bewahrheitete sich im Jahre 1786. Kaiser Josef II. beabsichtigte, die Zahl der katholischen Pfarren zu vermehren. Für den Unterhalt dieser Pfarreien verordnete er, dass alle Orden und Gesellschaften, die nicht hauptberuflich mit Unterricht oder Krankenpflege beschäftigt waren, aufgelöst werden müssen. Ihr Vermögen und Besitztum sollte in das Eigentum des Religionsfonds übergehen. Die Mitglieder, wenn sie Priester waren und feierliche Gelübde abgelegt hatten, hatten in den Stand der Weltpriester überzutreten, konnten aber vorläufig noch fünf Monate im Kloster bleiben. Alle anderen Ordensleute hatten einen freien Beruf zu wählen. Josef II. ließ auch die Kamillianer auflösen, weil sie kein Spital hatten und die Krankenpflege nicht ihr Hauptberuf war. Die Auflösung war auf den 29. Dezember 1786 gelegt. Der Königliche Stadthalterrat bestellte Imre Hamar, den Vorsitzenden des Komitates Györ-Moson, zur Auflösung des Klosters und zur Übernahme des Besitztums. Ihm war der Kammeroffizier Adam Tibolt als Finanzkommissar zur Seite gegeben. Imre Hamar erschien am festgesetzten Tag im Kloster der Kamillianer und zeigte seinen Bestellungsausweis zur Auflösung des Klosters und zur Übernahme der beweglichen und unbeweglichen Güter vor. Der Hausobere Fabricius Negretti und der Prokurator Johann Baptist De Liancourt hatten laut Vorschrift schwören müssen, dass sie das ganze Vermögen des Klosters getreulich bekanntgeben, nichts versteckten, nichts verschwiegen und eine Liste von allem überreichen würden. Die unter Eid gegebene Aussage hatten die beiden Ordensmänner auch schriftlich übergeben. Gemäß dem von den Ordensleuten übergebenen Inventar hatte Imre Hamar in der Gegenwart von Adam Tibolt das Vermögen übernommen. Die Arbeit wurde am 27. Februar 1787 erledigt, die Inventare in zwei Exemplaren ausgestellt, unterzeichnet und Josef Dorffner übergeben. Dieser war von den Behörden als Wirtschafter bestimmt für das Vermögen des Klosters und der Kirche. Dorffner, er hatte monatlich 15 Forint Lohn dafür erhalten, hatte sich unter Eid verpflichtet, das Inventar und Vermögen treu zu hüten.
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Nach dem von Imre Hamar zusammengestellten Inventar war der Wert des Mobilars und der Naturobjekte, die später versteigert wurden und von deren Wert ein Verzeichnis angelegt wurde, folgender: Bücher: Ein Archiv hatte das Kloster keines, die Ordensleute haben sich Bücher selbst besorgt und durften sie behalten: kein Geld; eigene Liegenschaft hatte das Kloster keine, Kloster und Kirche hatten kein Bargeld. Kapital, mit 4 bis 5 Prozent Zinsen von verschiedenrangigen Personen, war in der Höhe von 21.288 Forint vorhanden. Davon waren die beiden Stiftungen für die armen Kranken in der Hauspflege abzuziehen, und zwar 500 Forint Stiftung Marianna Dombai vom Juli 1776 und Stiftung Regina Wappler vom Juli 1784 in der Höhe von 300 Forint. Die Summen 500 und 300 Forint = 800 Forint wurden auf höheren Befehl an das Spital in Györ überwiesen. So war das Kapital des Klosters und der Kirche insgesamt 20.488 Forint. Von dieser Summe waren 9.800 Forint fromme Stiftungen, der Rest von 10.688 Forint waren eigene Einnahmen. Die beiden Summen kamen in die Verwaltung der Hauptkasse der Königlichen Kammer. Der verstorbene Bischof Graf Franz Zichy überließ in seinem Testament 1.500 Forint für die Kamillianer. In der Zeit der Auflösung war die Summe noch nicht übergeben, daher ist sie auch gar nicht erwähnt. Besitz und Ackerland hatte das Kloster keine. Einen Garten hatten sie, den aber Imre Hamar nicht vermerkt.

Das Gebäude der Kirche war auf 6.917,08 Forint geschätzt. Weil die Kirche für die Pfarre bestimmt war, so wurde der Wert nicht verzeichnet. Schätzwert des Klostergebäudes war 4.067,52 Forint. Ein Drittel davon wurde zur Renovierung gerechnet, daher der Rest: 2.711,54 Forint, 2/3 Kronen.

Die wertvollen Gegenstände, Kunstschätze etc. der Kirche wurden in die königliche Hauptkasse geliefert. Schätzwert 578,03 Forint, 3/4 Kronen. Die weniger wertvollen Kirchengeräte blieben im Gebrauch der Kirche, einen Teil davon verteilte man unter die ärmeren Kirchen. Daher hatte man den Wert der zurückbehaltenen Gegenstände in der Höhe von 457,58 Forint, 1/4 Kronen nicht angegeben. Die Ausstattung des Klosters, die Hausgeräte, der Weinbestand und andere Gegenstände wurden versteigert. Die Versteigerung fand am 2. August 1787 statt. Anwesend waren: Imre Hamar, Adam Tibolt als Kommissar, Michael Banovics, erster Stuhlrichter vom Komitat Györ-Moson, vom gleichen Komitat der Geschworene Stephan Karkoványi als Zeuge, einige eingeladene Sachverständige. Ausrufpreis von allen Gegenständen waren 450,07 Forint, 1/4 Kronen. Aber es kam viel mehr dafür ein, nämlich 773,28 Forint, 1/3 Kronen.

So ergab sich schließlich der Schätzwert des ganzen Vermögens: 24.551,26 Forint, 3/4 Kronen. Davon waren folgende Summen abzuziehen: Das Kloster hatte an Frau Elisabeth Hufnagel-Richter 1.000 Forint Schulden zu begleichen. Diese Summe und 77,14 Forint für 5 Monate vorgestrecktes Spesen, insgesamt 1.077,14 Forint wurden vom Wert des Vermögens abgezogen. So war das reine Vermögen 23.474,12 Forint, 3/4 Kronen.

Nach der Schätzung und Übergabe des Vermögens schrieben die Kommissare die Mitglieder des Klosters auf, und zwar genau nach Lebensdaten, Sprachkenntnissen und nach Gesundheitszustand. Zum Zeitpunkt der Auflösung des Klosters waren es demgemäß fünf Ordensleute, alle mit feierlichen Gelübden und alle Priester. Die Namen und Daten derselben sind:
Fabricius Negretti: Hausoberer, geboren im Herzogtum Varese, 72 Jahre, 50 Jahre Ordensleben, spricht Italienisch, Französisch und Deutsch, Invalide, Augenleiden, schwerhörig. Füsse sind geschwollen.
Johann Baptist De Liancourt: Prokurator, geboren in Lothringen, Nanci, 64 Jahre, Ordensalter 42. Spricht Französisch, Italienisch und Deutsch, sehr schwach.
Anton Gassner: geboren in Sopron, 44 Jahre, Ordensalter 10, spricht Deutsch und Ungarisch. Gute Gesundheit.
Ignaz Nagy: geboren in Szombathely, 39 Jahre, Ordensalter 14, spricht Ungarisch und Deutsch. Gesundheit in Ordnung.
Németh Stephan: geboren in Szovát, 29 Jahre, Ordensjahre 7, spricht Ungarisch und Deutsch, gesund.

Die aufgezählten Ordensmänner durften nach Verordnung von Josef II. noch fünf Monate (29.12.1786-19.5.1787) im Kloster wohnen. Sie bekamen vom Religionsfonds Versorgung. Der Hausobere erhielt einen Forint pro Tag, die anderen je 40 Kronen. Heizmaterial stand ihnen von der Natur zur Verfügung. Solange sie im Hause wohnten, waren sie verpflichtet, alles zu tun, wofür sie sich bei der Niederlassung verpflichtet hatten. Auch den Teil der gestifteten Messen, die auf diesen Zeitraum fielen, mussten sie zelebrieren. Pro Messe bekamen sie 23 Kronen Stipendium. Der Hausobere war verpflichtet, in den fünf Monaten zusammen mit den weltlichen Herren des Hauses auf Kloster und Kirche zu achten. Nachdem die Ordensmänner auf Befehl des Kaisers als Weltpriester in einer Diözese weiterdienen mussten, wurden sie von den Gelübden entbunden, mussten aber eine Seelsorgeprüfung ablegen, die sie vor dem Bischof von Györ auch bestanden haben. Nachdem der Kommissar die Aufgaben in Bezug auf die Ordensleute erledigt hatte, verhandelte er auch über die Dienstboten und Angestellten der Kirche und des Klosters. Es gab deren drei: eine Köchin, einen Hausdiener und einen Pförtner. Sonstige Angestellte waren noch: eine Wäscherin, eine Kirchenreinigerin, ein Ministrant, ein Orgelreparateur und ein Organist. Auch sie durften die fünf Monate mit den Ordensleuten im Kloster bleiben, zum bisherigen Lohn und zur bisherigen Versorgung.
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Nach Ablauf der fünf Monate mussten am 29. Mai 1787 die ehemaligen Kamillianer das Klöster verlassen. Für ihre Versorgung erhielt jeder 192 Forint Pension pro Jahr vom Religionsfonds. Nicht alle fünf verließen das Kloster. Da der Königliche Stadthalterrat mit der Stadt Györ die Angelegenheit der Umwandlung von Kirche und Kloster der Kamillianer in eine Pfarrei noch nicht geregelt hatte, bekam der eine der gewesenen Kamillianer, Anton Gassner, die Zusicherung, dass er so lange auf seinem alten Platz bleiben könne, die Gottesdienste halten und Religionsunterricht an die Schulkinder erteilen solle, bis diese Angelegenheit geregelt sei. Die übrigen vier zertreuten sich. Fabricius Negretti zog auf die Einladung des Bischofs Johann Szily nach Szombathey. Johann Baptist De Johann Liancourt lebte bis 1792 in Györ und war Kaplan in der Pfarre Majorok, wo er auch vorher schon als Ordensmann wirkte. Krankheitshalber ging er in den Ruhestand und blieb in Györ bis zu seinem Tod am 28. Mai 1803. Er wurde in der der Krypta der Kamilluskirche bestattet. Ignaz Nagy zog nach Pozsony zu den Barmherzigen Brüdern, wo er auch starb. Stephan Németh war 1788, 1791 und von 1800 bis 1802 Kaplan in der von Weltpriestern versorgten Pfarre Györ-Szent Márton. 1802 trat er in den wieder errichteten Benediktiner-Orden ein. Nach dem Noviziat wurde er Prediger in Pannonhalma, dann in Lázi. Als Seelsorger wirkte er in Bársony. 1827 starb er in Pannonhalma.

Die Bevölkerung von Györ, besonders die von Majorok (Nádor Város), bedauerte sehr die Auflösung der Kamillianer. Sie hatten guten Grund dazu. Denn die guten Ordensmänner trugen ehrlich Sorge für das Volk und waren von Liebe durchdrungene Väter. Dieses Volk war auch dankbar. Ehre und ehrliche Treue bewahrten sie ihnen. Kommissar Imre Hamar, der die Auflösung vollzog, merkte sehr gut, dass die Kamillianer sehr eifrig waren an ihren Wirkungsstätten, und betonte es auch offiziell in seinem Protokoll, dass die Gläubigen in großer Zahl und sehr beständig die Kirche der Kamillianer besuchten. Kanonikus Johann Asztl (geboren in Majorok und als Kind und Student und Kleriker fast täglich in Majorok mit den Kamillianern in Kontakt) gedenkt mit warmen Worten ihrer, wie wir ihn schon öfters zitieren konnten. Er schreibt: „Sie erfüllten ihre Ordens- und Priesterpflichten, den Altardienst, die Predigten, die Besuche bei den Kranken. Bei Tag und bei Nacht spendeten sie Trost und die Krankensakramente so eifrig, dass nicht nur das Volk von Majorok, sondern auch die Menschen aus den anderen Stadtteilen sie mit viel Vertrauen zu den Kranken holten.“

Im Leid des schweren Verlustes, den das Volk von Györ durch die Auflösung der Kamillianer erlitt, war es ein Trost, dass, wie wir oben schon erwähnten, Anton Gassner bei ihnen bleiben konnte. Der ausgezeichnete heiligmäßige Priester wollte in seinem Eifer, in der Predigttätigkeit, in der Hilfsbereitschaft für die Armen die Arbeit allein tun, die sie früher alle zusammen und zu mehreren getan hatten. Gassner war allseits beliebt und anerkannt.

Gassners Vertretungstätigkeit reichte bis Ende 1789. Dann kamen Kirche und Kloster der Kamillianer unter die Herrschaft der Stadt Györ, die daraus eine Pfarre stiften und versorgen sollte. Auch den Pfarrer hatte die Stadt zu bestimmen. Sie wählte den allgemein beliebten Anton Gassner als ersten Pfarrer von Majorok (Nádor Város 1789). Der neue Pfarrer leitete mit gewohntem Eifer die Gläubigen bis zu seinem Tod am 6. März 1803. Er wurde in der Krypta der Pfarrkirche zum hl. Kamillus begraben.

© Kamillianer 2009 - [Stand: 18.03.2009]cssnach oben