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Pater Lutz †
Unvergessen: Blindenseelsorger Pater Wilfried Lutz † (1936-2008)

40 Jahre Blindenfreizeiten

Die Blindenfreizeiten wurden 1971 von Pater Wilfried Lutz, einem Kamillianerpater und gebürtigen Tiroler, in Oberösterreich ins Leben gerufen. Für blinde und sehbehinderte Menschen gab es damals noch keine Möglichkeit, eigenständig, jedoch mit Hilfe, Berge zu besteigen. Die erste Freizeit fand auf der Wurzeralm statt, in einem einfachen Quartier, wie wir es uns heute nicht mehr vorstellen können (WC außerhalb der Hütte, ebenso Wasser, kein Strom). Und doch erzählten und erzählen alle begeistert von diesen Anfängen. Als Begleitung organisierte Pater Wilfried Krankenschwestern aus Linz (er war Krankenhausseelsorger), Mitglieder der Diözesansportgemeinschaft und Bekannte.

Für Pater Wilfried war wichtig: Freude an der Natur, an den Bergen, Freude an der Gemeinschaft, aber auch körperliche Eignung. Jede/r sollte in seiner/ihrer Eigenart, seiner religiösen Einstellung angenommen und willkommen sein. Das versuchen wir bis heute bei unseren Wochen zu leben. Pater Wilfried im Bergheft 1972 wörtlich: „Nicht Höhenrekord ist unser Ziel und für uns maßgebend, sondern das Hineinwachsen in die Bergwelt und Emporwachsen an den Bergen, das Verweilen in der Naturschönheit, das Ertasten der Blumen, das Hören des Wasserfalls, der Vögel, das Pfeifen der Murmeltiere, das Läuten der Glocken ...”

In den ersten Jahren waren es vor allem Bergwochen, danach kamen Tandem- und erst später die Langlaufwochen, Kultur- und Wanderwochen dazu.

Damit sich alle eine Woche leisten konnten, wurde darauf geschaut, dass diese möglichst günstig waren. Auch für die sehenden Begleitpersonen sollte es Urlaub sein, sie bezahlten und bezahlen ihren Beitrag genauso wie die blinden Bergkameradinnen. So entsteht keine Abhängigkeit, jede/r ist gleich- „wertig”.

1976 begannen die Lions in Reutte unter Dr. Reinhold Wolf, nach dem Vorbild der Blindenfreizeitwochen mit Blinden und Sehbehinderten bergzusteigen und zu klettern. Die erste Blindenbergwoche fand auf der Ehrwalder Alm und Wettersteinhütte statt. Die Wochenenden um Christi Himmelfahrt sind immer noch ein fixer Termin.

Zum Zeichen für die Gemeinschaft der Blindenfreizeiten wurde das Bergkreuz, ein Silberkreuz mit einem Edelweiß in der Mitte, das für eine dreimalige Teilnahme bei den Wochen für Blinde und Sehende verliehen wird.

Die Organisation übernahm zuerst Sr. Christiane und, als die Angebote umfangreicher wurden, die Diözese Linz. Seit 1997 laufen die Wochen unter „Blindenfreizeiten Pater Lutz” über Christl Raggl in Imst. Sie erhalten sich weitestgehend selbst durch Spenden, einen Verwaltungsbeitrag und geringfügige Subventionen.

„Unser” Pater Wilfried verstarb im November 2008, doch „seine” Wochen leben weiter. Am 31. Juli 2010 wurde im Rofan vom Provinzoberen der Kamillianer, Pater Leonhard Gregotsch, ein Gedenkkreuz eingeweiht. Anton, Pater Wilfrieds Bruder, gestaltete und schmiedete dieses. Es ist unserem Bergkreuzerl nachempfunden. Das Kreuz steht unterhalb der Erfurter Hütte beim Speichersee. Ca. 70 Personen nahmen an der feierlichen Messe teil.

(aus dem Programmheft 2011)

Gedenkkreuz für Pater Lutz † Ich wünsche dir,
dass du die schönen
Augenblicke und Begegnungen,
die dir im Laufe dieses Jahres
geschenkt werden,
von ganzem Herzen
genießen kannst.

Mögen sich diesen hellen Momente
zu einer Lichtbrücke zusammenfügen,
um dich über dunkle Erfahrungen
hinweg zu tragen,
damit dir das Liebenswerte
in Erinnerung bleibt.

© Kamillianer 2010 - [Stand: 13.11.2010]cssnach oben